Hausboot - Ich will es richtig machen

Hallo Zusammen,

zuerst einmal muss ich mich entschuldigen, dass ich hier als Laie Fragen stellen möchte.

Vor einem Jahr habe ich mir ein Hausboot gekauft und es liebevoll wieder aufgebaut. Der Vorbesitzer war gelinde gesagt ein Stümper, denn wirklich in jedem Bereich (Aufbau, Elektro, Wasser) schreiten einem die Fehler und Probleme an. Nun, ich hatte es als Laie gekauft und musste nun mit den Dingen leben. Viele Stunden Recherche und jede Menge Geld flossen in dieses Boot.
Ich habe so viel gelernt, dass ich froh bin es letztendlich doch gekauft zu haben.
Der einzige Schmerzpunkt, den ich jetzt habe ist, dass ich eigentlich jetzt weiß was ich bauen möchte und es mit diesem Boot nicht erreichen kann. Zu viele ungünstige Gegebenheiten machen es unmöglich.
Das Boot hat eine Länge von 10.80 m und 4.20 m Breite. Höhe ist 3.50 m und angetrieben wird es über einen 40 PS Aussenborder (ist ausreichend). Zusätzlich gibt es ein Bug und Heckstrahlruder und eine 780 Watt Solaranlage, die die Batterien der Strahlruder wieder auflädt.

Nun entstand der Wunsch ein neues zu bauen, aber diesmal möchte ich es gleich richtig machen.
Das Design ist fertig und nun komme ich in die Konzeption der Technik.

Allgemeine Angaben:
Länge: 13.80 m
Breite: 4.50 m
Höhe: 3.50 m
Rumpf: Trimaran (mittlerer Ponton ausschließlich für Technik)

Das Boot soll so effizient wie möglich sein, was aus meiner Sicht bedeutet, dass der Antrieb (2 Propeller) stark genug sein soll eine Reisegeschwindigkeit von 12 Km/H zu halten (nur Binnengewässer).
Ich dachte an einen elektrischen oder hydraulischen Antrieb, wobei mir der elektrische in sofern mehr zusagt, weil ich mir erhoffe an Bord auch 230V für kochen und weitere Geräte zu bekommen.
Leider halten sich die Verkäufer für Elektromotoren zurück eine festes Angebot zu erstellen und bleiben bei Aussagen zu Batterien und Fahrdauer extrem schwammig. Ich kann also keine ordentliche Kalkulation der Anschaffungskosten machen.

Mittlerweile bin ich ein wenig deprimiert.

Was ich mir hier erhoffe?
1. Gibt es vielleicht jemand, der schon einmal ein Antrieb für ein Hausboot berechnet hat und die Kosten einschätzen kann?
2. Gibt es Alternativen zu elektrischen oder hydraulischen Antrieben, die viel besser zu meinen Anforderungen passen?

Vielen Dank für das Lesen. Ich hoffe ich habe Glück :)
Oliver
 
Wieso ein elektrischer Antrieb? Ein kleiner Schiffsdiesel scheint mir da wesentlich geeigneter, weil das Hauptproblem von mobilen Elektroantrieben immer noch die geringe Reichweite ist. Dazu kommen noch enorme Kosten für die Batterie, welche ja nicht nur eine entsprechende Kapzität haben, sondern auch die 40 PS (entsprechend etwa 30 kW) liefern können muss. Es gibt sicher auch Schiffsdiesel mit integriertem Generator (ansonsten eben eine Lichtmaschine dran basteln). Ich würde die Energie in einem Batteriepaket zwischenspeichern und über einen Wechselrichter die 230 V rausholen. So hast du Luft nach oben und bist auch versorgt, wenn der Motor mal nicht läuft.
 
Hi Kaktus,

wahrscheinlich hast du recht. Das Problem was ich hier nur sehe ist, dass ich ja gerne zwei Schrauben antreiben möchte. Für jede Seite einen Diesel finde ich zu viel, da er ja auch gewartet werden muss. Mit zwei Schrauben erhoffe ich mir eine bessere Manövrierbarkeit und den Verzicht auf ein Heck und Bugstrahlruder. Diese beiden Strahlruder waren unglaublich teuer, deshalb würde ich sie gerne vermeiden.

Vg
Oliver
 
Dann bleibt als Alternative nur noch eine große Batterie bzw. für mehr Reichweite ein dieselelektrischer Antrieb (d.h. ein Dieselgenerator liefert Strom und lädt eine kleine Batterie welche Bordnetz und Antrieb speist). Das ist allerdings dann nicht mehr trivial und erfordert viel Know How (wenn man das selber machen will). Gleiches gilt analog auch für einen dieselhydraulischen Antrieb. Des weiteren ist auch noch eine Leistungsverzweigung möglich (z.B. mit je 2 Planeten- und Variogetrieben), bei welcher du nur einen Motor benötigst. Ich bezweifle aber, das du mit einer dieser Varianten billiger aussteigst, als mit 2 Dieselmotoren.
Ich muss natürlich auch zugeben, dass ich von der Bootstechnik keine Ahnung habe. Eventuell wärst du mit deiner Frage in einem einschlägigen Forum besser aufgehoben.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Grundsätzlich finde ich die Idee gar nicht sooo schlecht
und man braucht auch nicht UNBEDINGT eine große Batterie (schwer, sauteuer, ...),
wenn man im mittleren Rumpf ein (gebrauchtes) Notstromaggregat einbaut
und in den seitlichen Asynchronmotoren von der Stange an Frequenzumrichtern.
Alles in Allem natürlich keine Sache für den ambitionierten Laien,
aber der kann auch kein Boot erfinden und dann zulassen.
 
Vergesst bitte nicht, auch für Fahrzeuge auf dem Wasser gelten Richtlinien und Normen. Es ist sicherlich möglich der eigenen Kreativität ansprechende Lösungen zu entlocken, doch bevor ich Geld zur Realisierung eines Gedankens zur Hand nehmen würde, würde ich mir die Regelwerke von z.B. DNV-GL zur Hand nehmen. Dieses nur als Hinweis um die finanziellen Mittel nicht zu verpulvern und später in Auflagen zu ertrinken. Mit besten Grüßen

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