Gehaltsverhandlung nach bestandenem Techniker

Hallo Zusammen!

ich bin bereits seit einigen Monaten hier, aber hauptsächlich als Leser unterwegs :)
Da ich zu meiner Frage aber keinen passenden Thread gefunden habe frage ich einfach mal in die Runde:

Ich bin im Moment im 6. Semester des Maschinenbau Technikers beim DAA.
Sommer ´22 werde ich fertig werden.
Ich bin jetzt 28, nächstes Jahr 29 Jahre alt und arbeite seit 2014 als ausgelernter Technischer Zeichner.

Ich mache mir seit kurzer Zeit Gedanken über die mögliche Lohnanpassung mit dem fertigen Techniker.

Ich arbeite in einer kleinen Firma mit 50+ MA, und werde relativ bald nach dem Techniker die Konstruktion (und den Werkzeugbau) leiten (Mitarbeiterverantwortung über 4 MA).

Deshalb meine Frage: Was habt ihr an Gehalt bekommen nachdem ich frisch euren Techniker in der Tasche hattet?
Wenn man mal von 3000€ Brutto vor dem Techniker ausgeht, wieviel wäre realistisch an Gehaltserhöhung zu fordern?

Habe leider niemanden in der Firma den ich diesbezüglich fragen könnte....

Danke im Voraus für die Antworten! :)

LG Nicolas
 
Moin Nicolas,

ich würde bei Gehaltsverhandlungen immer hoch ansetzen. Dein Arbeitgeber wird dich nur runterhandeln, dir aber nie von sich aus mehr geben, mal abgesehen von so kleinen Erhöhungen alle zwei Jahre, oder so.
Mein Abschlusszeugnis kommt auch diesen November bei mir an und ich bin gerade dabei intern in eine andere Abteilung zu wechseln. Noch sind wir nicht an dem Punkt der Gehaltsverhandlungen, aber ich werde mal mit 5000 Brutto reingehen und hoffen, dass ich dann noch mit knappen 4000 raus gehe. Derzeit liege ich als technischer Zeichner auch bei guten 3000 Brutto.

Gerade wenn du Personalverantwortung übernimmst, solltest du keine Angst haben dicke Forderungen zu stellen.

Vegiss nicht: Deine Firma ist nicht dein Freund, egal wie gut das Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen ist.

LG
Hendrik
 
Deshalb meine Frage: Was habt ihr an Gehalt bekommen nachdem ich frisch euren Techniker in der Tasche hattet?
Wenn man mal von 3000€ Brutto vor dem Techniker ausgeht, wieviel wäre realistisch an Gehaltserhöhung zu fordern?
Du solltest immer in Jahresgehalt rechnen.

Du wirst nicht (sehr viel) mehr Geld dafür bekommen, weil du den sgT in der Tasche hast. Die meisten Entlohnungen richten sich nach der Tätigkeit.
Da du schon in der Firma bist, wirst du wahrscheinlich mit ~46k bis 50k pro Jahr erstmal einsteigen können in dem Job mit Mitarbeiterführung. Ggf. kannst du gleich weitere Steigerungen für die nächsten Jahre vereinbaren.

Dein Arbeitgeber wird dich nur runterhandeln, dir aber nie von sich aus mehr geben,
Ich weiß nicht, woher dieses Gerücht kommt. Ist ein Haustarifvertrag oder ein Tarifvertrag da, wird dir so viel gezahlt, wie dort für die Stelle angegeben ist.
Hatte das Thema auch schon und habe > 10% mehr bekommen, als ich gefordert hatte. Habe hier großes Glück gehabt, da sie mich unbedingt wollten. Die zu niedrige Forderung hätte mich aber auch ins Aus schießen können.
ich werde mal mit 5000 Brutto reingehen und hoffen, dass ich dann noch mit knappen 4000 raus gehe. Derzeit liege ich als technischer Zeichner auch bei guten 3000 Brutto.
So kannst du maximal bei dem jetzigen Arbeitgeber vorgehen. Würdest du auf eine Stelle so viel mehr fordern, als sie wirklich dotiert ist, bist du ganz schnell aus dem Rennen. Denn dann weiß der AG, dass ihr nicht zusammen kommen werdet.
Eine Änderung von >25% zur Forderung macht entweder dich oder den AG unglaubwürdig.
 
Erstmal danke für eure schnellen Antworten.


Eine Änderung von >25% zur Forderung macht entweder dich oder den AG unglaubwürdig.

Genau das ist mein Problem.... Ich weiß nicht was ich fordern kann.... Ich bleibe im Prinzip auf der selben Stelle (nur mit mehr Verantwortung bald).
Und halt besserer Vorbildung (durch den Techniker).

So 42.000 € wäre wirklich sehr cool ...50.000€ ist glaub zu hoch angesetzt....
 
Wichtig ist es auch immer die Wochenstunden nach einer Beförderung im Auge zu behalten. Gerade mit leitenden Funktionen werden es ja gerne mehr. Wie sollen die vergütet werden?

Wer leitet gerade Werkzeugbau und Konstruktion? Ist das noch auf der geschäftsführenden Ebene angesiedelt oder gibt es dort jemanden, der bald in Rente geht?

Abgesehen davon was dir als Lohn angeboten wird, mir z.B. ist die Vision/Zukunftsorientierung des Unternehmens wichtig. Beim Vertragsgespräch würde ich mal anklopfen und fragen was die Chefetage in den kommenden Jahren so plant. Oft kommt man in kleineren Unternehmen nur so an Informationen und zeigt damit gleichzeitig den eigenen Weitblick auf.
 
@Cizor: Da hab ich mich bereits umgesehen....
Ich muss ehrlich sagen ...so wie ich meinen Chef kenne und die Größe der Firma muss ich wahrscheinlich froh sein wenn ich auf 40.000 pro Jahr rauskomme.

@schwax: Nein mein derzeitiger Abteilungsleiter geht bald in Rente und das war auch ein Grund warum ich in der Firma eingestellt wurde.
Ich habe kein Problem damit Überstunden zu schieben wenn dafür das monatliche Gehalt stimmt. Außerdem werden Überstunden (zumindest bisher) ab der 1. Stunde auch bezahlt.
 
Und den bisherigen Abteilungsleiter mal zu fragen was er denn so bekommt ist keine Option? Gerade zur Rente hin im 4 Augengespräch wird auch mal aus dem Nähkästchen geplaudert.

Hast du beim Jahreseinkommen Zusatzleistungen schon berücksichtigt? Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Vermögenswirksame Leistungen oder ähnliches schon mit einberechnet?
 
Doch ich habe auch schon daran gedacht Ihn zu Fragen..... Aber der Kerle ist mitte 60 und ich bezweifle stark das ich an sein Gehalt rankommen werde (als frisch gebackener techniker) :D
Du musst ja nicht an sein Gehalt herankommen. Aber damit du mal eine ungefähre Hausnummer hast. Fragen kostet nix und im schlimmsten Fall sagt er, dass er nicht darüber reden mag oder darf.

Einen Haustarifvertrag gibt es bei euch nicht?
Gibt es aktuell Weihnachtsgeld/Urlaubsgeld? Wenn ja, wie viel?
Ggf. kannst du auch eine mehrere Erhöhungen vereinbaren. Z.B. im ersten Jahr 10% mehr als bisher, das Jahr darauf 15% mehr und das Jahr darauf dann 20%. Die Stufen kannst du auch anpassen 😉

Größere Gehaltssprünge sind aber meist nur durch einen Firmenwechsel möglich.
 
Mal so aus den Gefühl nach dem 1. Lesen heraus:
du bekommst Stand jetzt 36k brutto.
Du sollst/willst dann, ganz abgesehen vom Techniker, eine Leitungsaufgabe mit Personalverantwortung übernehmen.
Da wären mir ca. 10% Aufschlag aber deutlich zu wenig.
Du trägst dann die Verantwortung, musst Entscheidungen treffen(genau dafür sind Vorgesetzte da) und musst den Kopf hinhalten, wenn irgendwas nicht stimmt.
Ich halte 20% mehr zu jetzt auf jeden Fall für angemessen, das wären dann ca. 43k als Jahresbrutto.
Und wie bereits angemerkt wurde: aufpassen, dass dir damit nicht durch die Hintertür ordentlich Mehrstunden aufgebrummt werden, zu denen dann kein Wort verloren wird.
Dann bleibt vom schönen Gehaltssprung auf dem Papier bei genauem Hinsehen auf einmal garnichtmehr soviel übrig.
Das ist ein beliebter Trick bei Gehaltsverhandlungen wenns aus dem Tarif rausgeht in eine AT-Anstellung.
"Sie bekommen ja jetzt 20% mehr als vorher..."
Dass AT-Verträge aber über 40 Stunden laufen und nicht über 35 oder 37,5 wird dann gerne solange nicht zur Sprache gebracht, bis der AN darauf hinweist und schon klingen die 20% damit schon garnichtmehr so dolle wie vorher.
Ganz wichtig ist in der Verhandlung eine solide und einheitliche Basis aufzuzeigen, nach dem Motto: jetzt Gehalt x zu folgenden Konditionen, bei angepassten Konditionen möchte ich Gehalt y und da ruhig auch mit Prozenten argumentieren und immer auf die gleichen Wochenstunden bezogen.
Dann sieht dein AG, dass du dir Gedanken gemacht hast und deine Steigerung begründen kannst du nicht einfach was aus der Luft greifst oder vom Hörensagen.
50k ist sicherlich zu hoch, das ist nicht schwer zu sehen.
 
Okay dann sag ich mal vielen Dank an alle die sich hier die Mühe gemacht haben mir zu helfen!
ich habe hier einige gute Tipps abgegriffen und werde mich auf jeden Fall gut für die Verhandlung vorbereiten :)
 
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