Gehaltsrecherche bei a-typischem Berrufsbild

Hallo Community,

da ich dieser Jahr meine Technikerausbildung abschließen werde und im Jahr 2021 bereits eine feste Zusage zur Beförderung zum Abteilungsleiter habe, stehen dementsprechend auch zwei Gehaltsverhandlungen vor der Tür. Da ich allerdings keine "typische" Technikerstelle ausübe oder ausüben werde und bei mir viele Faktoren im Beruf zusammenfließen fällt es mir schwer eine angemessene Summe zu definieren. Ich habe wenig Orientierungsmöglichkeiten und Vergleichswerte die ich herranziehen kann. Auch die Informationen hier im Forum sind nur bedingt hilfreich..

Wie würdet ihr eine Gehaltsrecherche prinzipiell angehen?
Welche Quellen stehen zur verfügung und welche nutzt ihr?
 
Ganz ehrlich ?

Ich habe da schon so viel erlebt, dass ich Dir den Rat geben würde, Dir gut zu überlegen, was Du für Dich erreichen möchtest. Geht es Dir darum, JETZT einen größeren Sprung zu machen oder erst einmal "nur" darum, einen Einstieg als Techniker zu finden ?

Grundsätzlich kann man meiner Meinung nach sein bisheriges Gehalt als Facharbeiter abzüglich eventueller Schichtzulagen +20% absetzen, dass kann man dann auch im Gespräch sehr gut verargumentieren mit "Weiterbildung hat Zeit und Geld gekostet und muss sich auch bezahlt machen"......

Dazu wäre es natürlich wichtig eine gute Einschätzung zu haben, ob man für die zukünftige Position schon viel Erfahrung mitbringt oder ob man eher ein Neuling ist.
 
Sofern die Rahmenbedingungen passen möchte ich noch lange in dem Unternehmen bleiben, daher gilt es dafür jetzt entsprechend die Weichen zu stellen, gerade im Zusammenhang mit der Beförderung zum Abteilungsleiter denn danach wird es in diesem Unternehmen wohl keinen großen "Sprung" mehr geben können. Daher gilt es den Rahmen abzustecken und auszuloten was drin ist. 20% sind jetzt prinzipiell mal ein Richtwert mit dem ich etwas anfangen kann, vielen Dank dafür.

Da meine derzeitige Tätigkeit aber nur bedingt der eines Facharbeiters entspricht und auch meine Entlohnung nicht mit den von mir recherchierten Beträgen für Facharbeiter vergleichbar ist fehlt mir ein Richtwert nach dem ich auf der Suche bin. Bei den Positionen welche ich u.a. besetze erbegen meine Recherchen Jahresgehälter von 35.000€ bis 140.000€ je nach Ausprägung...
 
Grundsätzlich kann man meiner Meinung nach sein bisheriges Gehalt als Facharbeiter abzüglich eventueller Schichtzulagen +20% absetzen, dass kann man dann auch im Gespräch sehr gut verargumentieren mit "Weiterbildung hat Zeit und Geld gekostet und muss sich auch bezahlt machen"......
Vielleicht wurde ihm die Weiterbildung auch bezahlt? ;)
Aber dennoch sollte ein Spung nach oben natürlich selbstverständlich sein.
Was meint denn der TE mit "danach wird es in diesem Unternehmen wohl keinen großen "Sprung" mehr geben können"?
Ist doch normalerweise so aufgebaut:
Technikerausbildung beendet -> Technikerstelle erhalten -> Technikergehalt anfangs etwas niedriger (z.B. 3.700 brutto/Monat) -> nach einer bestimmten Zeit/Erfahrung/Einarbeitung/Probezeit nochmal etwas größerer Spung des Gehalts (z.B. auf 4.100 brutto/Monat) -> danach alle paar Jahre kleine Gehaltsveränderung im Bereich von 20-80 EUR/Monat -> ggf. später Bewerbung an anderes Unternehmen und wieder deutlicher Gehaltssprung möglich.
Ohne allerdings zu wissen, welche Stelle du inne hast und in welchem Bereich mit welchen Rahmenbedingungen wird es auch schwierig dir einen Richtwert zu nennen, zumal sich bei einigen Unternehmen in der gleichen Region oftmals schon sehr große Unterschiede feststellen lassen können.
 
Vielleicht wurde ihm die Weiterbildung auch bezahlt? ;)
Aber dennoch sollte ein Spung nach oben natürlich selbstverständlich sein.
Was meint denn der TE mit "danach wird es in diesem Unternehmen wohl keinen großen "Sprung" mehr geben können"?
Ist doch normalerweise so aufgebaut:
Technikerausbildung beendet -> Technikerstelle erhalten -> Technikergehalt anfangs etwas niedriger (z.B. 3.700 brutto/Monat) -> nach einer bestimmten Zeit/Erfahrung/Einarbeitung/Probezeit nochmal etwas größerer Spung des Gehalts (z.B. auf 4.100 brutto/Monat) -> danach alle paar Jahre kleine Gehaltsveränderung im Bereich von 20-80 EUR/Monat -> ggf. später Bewerbung an anderes Unternehmen und wieder deutlicher Gehaltssprung möglich.
Ohne allerdings zu wissen, welche Stelle du inne hast und in welchem Bereich mit welchen Rahmenbedingungen wird es auch schwierig dir einen Richtwert zu nennen, zumal sich bei einigen Unternehmen in der gleichen Region oftmals schon sehr große Unterschiede feststellen lassen können.
Hier mal ein paar Eckdaten:

Unternehmen: Lebensmittelproduktion, sehr hoher Automatisierungsgrad, knapp an der KMU Grenze, ~150 Mitarbeiter, Bayerische Provinz
Bildung: Feinwerkmechaniker (Werkzeugbau), Abitur, 16 Jahre Berufserfahrung, davon 5 Jahre im aktuellen Betrieb

Aktuelle Position(en) und Aufgaben:
  • Instandhalter (Mechanik), 40h Woche, kein Schichtbetrieb (etwa 50% meiner Tätigkeit)
  • Beauftragter für Umweltmanagement und Energieeffizienz, Stabs- und Zertifizierungsstelle (25%)
  • Konformitätsbeauftragter, Stabsstelle, (15%)
  • Viele weitere Aufgaben wie etwa interner Auditor, Mitglied im HACCP-Team, Prozessplanung usw.. (10%)
  • Jahresbrutto: ~45.000€ p.a.
Hinzukommende Position und Aufgaben nach Abschluss der Maschinenbautechniker-Ausbildung:
  • Technischer Leiter (Abteilung mit 15 MA)
  • Projektleiter
 
Zuletzt bearbeitet:
Allein durch die Personal- und Allgemeinverantwortung würde ich persönlich erstmal bei 60-65k/Jahr anfangen zu verhandeln, falls das so für dich passen würde, zumindest für die Anfangszeit und je nach dem dann stufenweise Erhöhungen mit reinzunehmen.
Kenne mich in dem Umfeld leider nicht aus, gibt mit Sicherheit auch Leute, die jetzt sagen, eher bei 80k oder sogar eher bei 50k anfangen.
Muss aber auch ehrlich sagen, dass ich die momentanen 45k/Jahr bei 40h für zu wenig erachte bei der Berufserfahrung, zumal der Standort in Bayern ist, aber auch da hab ich ja schon angemerkt, dass die regionale Streuung ziemlich hoch sein kann und man z.B. 3 Dörfer weiter anstatt 45k schon 55k bekommt.
Hast du zumindest 30 Tage Urlaub? Das ist etwas wo ich z.B. für kein Geld der Welt von abweichen würde. Ist für mich der wichtigste Punkt den es gibt. Mit Personalverantwortung und Projektleitung steigt ja automatisch der Stress, weshalb eine vernünftige Erholung das A und O ist!
Ich selbst habe momentan 30 Tage Urlaub und wenn mir jemand 10k mehr im Jahr anbieten würde, allerdings nur 20 Tage Urlaub, würde ich definitiv absagen.
Wünsch dir auf jedenfall viel Glück bei den Verhandlungen!
 
Ja, 30 Tage Urlaub habe ich und werde ich auch nicht aufgeben.
Mit meiner aktuellen Entlohnung bin ich bereits weit über Branchendurchschnitt.

Du musst bedenken dass der Betrieb sich an den Tarifen für Nahrung und Genussmittel orientiert, die liegen deutlich unter den Tarifen von zB. der IG Metall.
 
Kommen die Tätigkeiten tatsächlich dazu oder gibst du auch welche ab?

Ich schätze so 60-70tEUR können das schon werden, wenn du jetzt schon bei 45t liegst, aber mit 40h-Woche wird es dafür wahrscheinlich vorbei sein...

Deutlich mehr würdest du auch in einem Maschinenbau-KMU kriegen...

Um auch die 70tEUR einzuordnen, das ist in der IG-Metall der lohnt für einen normalen Wald-und-Wiesen-Ingenieur, ohne besondere Verantwortung, außer seine eigene Arbeit...
 
Kommen die Tätigkeiten tatsächlich dazu oder gibst du auch welche ab?

Ich schätze so 60-70tEUR können das schon werden, wenn du jetzt schon bei 45t liegst, aber mit 40h-Woche wird es dafür wahrscheinlich vorbei sein...

Deutlich mehr würdest du auch in einem Maschinenbau-KMU kriegen...

Um auch die 70tEUR einzuordnen, das ist in der IG-Metall der lohnt für einen normalen Wald-und-Wiesen-Ingenieur, ohne besondere Verantwortung, außer seine eigene Arbeit...
Bis zur Übernahme der Abteilung sollte ich mit dem Aufbau des Managementsystems, der Dokumentation und den Zertifizierungen durch sein.. Danach gilt es "nurnoch" das ganze zu Pflegen und leben zu lassen. Danke für die Antwort!
 
Wenn ich mir das obige so durchlese, möchte ich folgende anmerken:
Die Unterschiede zwischen dem Metall-Tarif und der Lebensmittelbrache sind teilweise sehr groß!

Als Facharbeiter ohne Schichtzulagen mit 16 Jahren Berufserfahrung in der Lebensmittelbranche würde ich dich mit 45-50k einordnen.

- Mit dem Techniker, in einer entsprechenden Stelle (z.B. Instandhaltung Projektierung) kannst du dann 50-60k fordern.
- Als Abteilungsleiter würde ich dich auch bei 60k+ sehen. Fang bei der Verhandlung besser bei 70k an.
- Du hast ja geschrieben, dass zwei Gehaltsverhandlungen anstehen! Dies ist ein Vorteil für dich, denn dann ist der Sprung (z.B. vom jetzt 45k auf dann 70k nicht so groß)!!!

Bitte beachte noch folgendes:
- Die meisten Führungskräfte haben "all inklusive" Verträge! D.h. dass mit deinem Gehalt sämtliche Überstunden abgegolten sind! Das kannst du bei der Gehaltsfindung beachten und mit einrechnen.
- Führungskräften erhalten meist zu ihrem Fixgehalt eine variable Vergütung in Form einer Bonuszahlung (abhängig von der persönlichen Leistung). Bitte mit deiner Personalabteilung oder dem Chef vorher abfragen (Kommt dann noch als Zusatz zu deinem Jahresbrutto dazu!)
- In vielen Firmen bekommst du als Abteilungsleiter noch einen Firmenwagen, wie sieht das bei euch aus (wird vom Chef oft negativ auf das Jahresbrutto angerechnet).

Viel Spaß und Erfolg bei den Verhandlungen :-)
 
Hallo,

ich bin als techn. Zeichner eingestellt und meine Firma bezahlt nach IG Metall Tarif (NRW).
Mit einer 40 Stundenwoche und Zuschlag komme ich auf ca. 4.000€.
Als Techniker erwarten einem mit dem o.g. 5.000-5.200€ nach aktuellem Stand

Also ist es schon ein großer Unterschied wo man arbeitet und welche Gewerkschaft hinter einem steht.
Aber ich habe auch schon öfters gehört, das anderweitige Jobs auf das gleiche kommen wie ich jetzt(Krankenschwester mit Schichtzulagen, UPS Paketzusteller mit Plusstundenauszahlung) . Aber ob das stimmt, bleibt mal dahingestellt :D
 
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