Gehaltseinschätzung

Über Geld spricht man in Deutschland nicht, daher hier mal zur Orientierung. Ich hab vor 6 Monaten eine Technikerstelle angetreten Anwendungstechnik PreSales im Ausendienst, bei der Verhandlung seinerzeit war ich sehr zufrieden aber wenn ich jetzt die Arbeitsbelastung sehe kommen Zweifel. Der Job verlangt mehr ab als noch gedacht hätte

28 Jahre
Erste "offizielle" technikerstelle
Keine Erfahrung in der anwendungstechnik

Jahresgehalt 52.2 k fix +1k bonus
Firmenwagen privat , Arbeitsplatz ist Homeoffice.
Handy Laptop auch zur privaten Nutzung
Überstunden über Freizeitausgleich abzugelten

Job ist toll, macht Spaß, hab Verantwortung und gehe darin auf. Nur die Sache mit dem Gehalt.

Ist das so erstmal ein angemessenes Einstiegsgehalt in die Branche oder wäre eine Nachverhandlung gerechtfertigt ? Mir wurde mehrmals bestätigt einen super Job zu machen und mittlerweile hab ich das Gefühl das die sich da richtig die Hände reiben jemand so "billig" zu haben.

Grüße
 
Jetzt rechne zu den 53,2k die gesparten Spritkosten, Steuer, Versicherung, TÜV, Wartung, Reifen dazu und dann denkst du nochmal nach!
Falls du dann noch zu dem Ergebnis kommst unterbezahlt zu sein, kannst du noch Branchenvergleiche heranziehen und dann gehe selbstbewust in die Gehaltsverhandlung!
 
Wie viele Wochenstunden hast du denn?
Wie viele Tage Urlaub?

Prinzipiell ist das ein ganz gutes Einstiegsgehalt. Nach 6 Monaten nachverhandeln zu wollen ist.... schwierig. Welche Gründe hast du (Fakten)?
Hallo masl,

Ich arbeite 40 h vertrauensarbeitszeit, das ist aber immer je nach Lage mehr , wenn sich was ansammelt nehm ich mir mal einen Tag frei oder mach weniger Stunden

Gründe sind mmn. Projektverantwortung übernommen, aufbauen von neuer OEM Partnerschaft, Tätigkeiten übernommen die über das vertragliche hinausgehen, mache viele Überstunden wenn notwendig um stets perfekte Ergebnisse zu erzielen was auch nicht bei jedem selbstverständlich ist. Fühle mich dadurch einfach unterbezahlt wenn ich so sehe wie sich da einige die Taschen vollstopfen in dem Bereich
 
Tätigkeiten übernommen die über das vertragliche hinausgehen,
Da bist du in erster Linie aber mal "selbst schuld". Sowas sollte im vorne rein besprochen werden oder zumindest von deiner Seite angemerkt, dass wenn du noch eine Tätigkeit übernimmst, diese sich auch monetär auswirken soll.


mache viele Überstunden wenn notwendig um stets perfekte Ergebnisse zu erzielen
Muss das Ergebnis immer perfekt sein? Oder reicht ggf. schon die 90% Lösung aus, die man nur bei Bedarf nachbessert?
Kennst du das Paretoprinzip ? Das kann man auch auf deinen Bereich übertragen: Für ein 80%iges Ergebnis brauchst du 20% Arbeitszeit. Für die restlichen 20% die restlichen 80% der Zeit. Ggf. kannst du hier ansetzen.

Fühle mich dadurch einfach unterbezahlt wenn ich so sehe wie sich da einige die Taschen vollstopfen in dem Bereich
Was meinst du mit "Taschen vollstopfen"?
Weil sie mehr verdienen als du? Wie lange sind sie schon dabei?
Oder weil sie weniger Zeit investieren als du? (und ggf. vergleichbare Ergebnisse erzielen)

Ich möchte dich nicht angreifen, sondern dir vielleicht andere Blickwinkel ermöglichen und dich besser verstehen. Deshalb viele Fragen 😉
 
Die Frage ist ob du dieselben Ergebnisse lieferst, wie die Kollegen, die sich die Taschen vollstopfen. Vermutlich nicht, denn dann wärst du der absolute Überflieger, der nach 6 Monaten schon die Zahlen bringt, wie ein alter Vertriebsmitarbeiter im Außendienst mit 20 Jahren Berufserfahrung...

Die Rechnung mit dem Firmenwagen musst du allerdings ein wenig anders aufmachen, als masls suggeriert.
Die Firma stellt dir das Teil ja nicht aus Nettigkeit vor die Tür, sondern weil du einen ganz wesentlichen Teil damit fährst, um deine Arbeit zu machen.
Gegenrechnen darfst du also nur, was du durch die Privatnutzung sparst. Und das ist, wenn du privat nicht gerade 20.000km pro Jahr fährst, nicht mehr so viel, wie man im ersten Moment denkt.
Und dann würdest du dir privat vermutlich auch keinen Passat oder 3er hinstellen, sondern eher einen gebrauchten Golf?

Klar, ein Firmenwagen ist schon toll. Aber er spart nicht die vielen tausende EUR im Jahr, die man suggeriert bekommt. Eben weil sich kein normaler Arbeitnehmer, der keinen Firmenwagen hat, alle 3 Jahre ein komplett neues Auto vor die Tür stellen würde ;)

Und noch was:
Als Berufseinsteiger an der Perfektion zu sparen und nach dem Pareto-Prinzip vorzugehen, halte ich für brandgefährlich.
Ich habe 2-3 Jahre gebraucht, um überhaupt erstmal einschätzen zu können, wo man Pareto ansetzen kann und wo nicht. Und selbst heute, nach fast 10 Jahren im Geschäft, verschätze ich mich da gelegentlich noch und sitze dann abends im Hotel bis 23h vorm Laptop, um das wieder auszubügeln...
Wenn er damit anfängt, hat er gute Chancen komplett unterzugehen, weil die Qualität nicht mehr stimmt und die Kunden das auch deutlich äußern werden.
Pareto ist was für alte Hasen, nicht nur Neueinsteiger, die das Business in dem sie arbeiten, noch nicht vollständig durchschaut haben...
 
Die Rechnung mit dem Firmenwagen musst du allerdings ein wenig anders aufmachen, als masls suggeriert.
Zum Firmenwagen suggeriert der masls nichts 😉

Und noch was:
Als Berufseinsteiger an der Perfektion zu sparen und nach dem Pareto-Prinzip vorzugehen, halte ich für brandgefährlich.
Ich habe 2-3 Jahre gebraucht, um überhaupt erstmal einschätzen zu können, wo man Pareto ansetzen kann und wo nicht.
Da wir nicht wisssen, was er als "stets perfekte Ergebnisse" bezeichnet, ist es relativ schwer zu beurteilen, ob es gefährlich ist oder nicht. Wollte ihm damit nur den Blickwinkel öffnen. Ich kenne Kollegen, die sich stundenlang damit beschäftigen, Angebote "perfekt" zu formatieren - inhaltlich ändert sich da wenig.

Es gibt Bereiche, da lässt sich Pareto auch gar nicht anwenden. Deshalb habe ich es extra verlinkt, aber auch nicht gesagt, dass er es direkt und überall umsetzen soll.
 
Klar, ein Firmenwagen ist schon toll. Aber er spart nicht die vielen tausende EUR im Jahr, die man suggeriert bekommt. Eben weil sich kein normaler Arbeitnehmer, der keinen Firmenwagen hat, alle 3 Jahre ein komplett neues Auto vor die Tür stellen würde ;)
Musste letztens an einen Deiner älteren Posts denken...... Da schriebst Du mal, dass Du einen Audi A7 fährst ?? Und das der ja so sparsam ist und so wenig Betriebskosten hat ? Da habe ich Dich so auf der Autobahn mit Tempomat auf 110 Km/h rollen sehen, damit die Betriebskosten auch schön niedrig bleiben..... 😉

Und ja, ich weiß, Du bist einer von denen, die Ihr gebrauchtes Auto quasi zum gleichen Wert wieder verkaufen, wie sie es gekauft haben.

Wenn ich davon ausgehe, dass es ein Auto ist, mit welchem der User auch glücklich ist zahlt er monatlich all incl. bei LSK1 und Listenpreis 50.000 EUR 250 EUR zusätzlich an Steuer. Damit ist er aus allem anderen raus, aus Unfällen, Marderbissen, Reifenschäden, Treibstoff, Steuer, Versicherung, Verschleiß. Bei uns kostet unser Privatbus schon 50 EUR Versicherung im Monat......

Mit dem Firmenwagen fahr ich halt so mal 100 km in eine attraktive Großstadt zum shoppen mit der Familie, weil es mich nichts extra kostet, oder wenn ich Home-Office mache, nutzt meine Frau das Auto....

Und ich fahre alle 2-3 Jahre ein nagelneues Auto...…. (ja, das würde ich privat mir nicht kaufen, aber für 250 EUR/Monat ???)

Was hatte ich schon alles:
Passat 2.0TDI (am längsten) 140PS
AUDI A4 mit 164 PS
BMW 320TDI mit 160 PS
VW Sharan 2.0TDI mit 150 PS
Renault Espace mit 214 PS

Immer mit guter Ausstattung und absolut stressfrei....

Ich gebe Dir aber Recht, wenn jemand seinen abbezahlten VW Golf V mit 5.000 km im Jahr bewegt und ihm das ausreicht, der gewinnt jetzt durch den Firmenwagen nicht unbedingt was dazu.
 
Ich kann mich noch gut dran erinnern, dass sich ein Bekannter vor einigen Jahren zusammen mit allen Kollegen seiner Abteilung auf die Hinterbeine gestellt hatte, weil die Firma allen eine E-Klasse vor die Tür stellen wollte. Muss denen wohl zu teuer gewesen sein auf 3 Jahre.

Im Gegensatz zu dir, immie-Schätzelein, hab ichs gerechnet. Alle Rechnungen für Wartung, Reparaturen, Steuer, Versicherung, Sprit (Langzeitverbrauch kenne ich ja), Abschreibung (Kaufpreis-aktueller Restwert) usw.

Ein Firmenwagen bringt Vorteile, aber die sind längst nicht so dramatisch, wie man meint. Du sparst damit keine 3,4 oder 5.000 EUR im Jahr.

Wenn du dann noch zu denen gehörst, die ihren Weg ins Büro mit 0,03%/km versteuern müssen... naja...

Firmenwagen lohnt sich für Leute, die auch privat damit viel fahren. Wer das Ding mur dienstlich nutzt und privat vllt. 3.000km im Jahr fährt, versteuert seine 700EUR gwV im Monat fast nur dafür, damit er für die Firma einen 330d bewegen darf. Glückwunsch ;)

Und dann gibts noch Leute, die müssen einen Eigenanteil tragen...

Aber gut, dass du das alles so statistisch hochwertig ausbaldowert hast, nämlich an einem einzigen Fallbeispiel... du selbst :D

Das Thema Firmenwagen ist komplex und nicht pauschal mit "Lohnt sich IMMER" zu beantworten...
 
Um mal auf den ursprünglichen Kontext zurückzukommen:
ich finde das Einstiegsgehalt des TE, trotz hoher Wochenarbeitszeit, definitiv nicht unterbezahlt.
Es gibt sicher nicht wenige Techniker, die würden diese Konditionen gerne übernehmen.
Wenn da nach 1 Jahr oder etwas mehr gute Ergebnisse stehen, wird der Vorgesetzte die Nachverhandlung sicher verstehen bzw. mitmachen.
So ist aber schon das Einstiegsgehalt imho ein gewisser Vertrauensvorschuss, den man auch erstmal zurückgeben muss.
Fühle mich dadurch einfach unterbezahlt wenn ich so sehe wie sich da einige die Taschen vollstopfen in dem Bereich
Und die haben welche Verantwortung, welche Ausbildung und welche Erfahrung?
Die Aussage ist ohne Hintergründe völlig nichtssagend.
 
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