gefühlte Temperaturen in Räumen / Luftfeuchtigkeit

Hallo zusammen,

heute ist einer dieser Tage, wo es in meiner Wohnung nicht so "recht warm werden will"

Mein Thermometer zeigt allerdings angenehme 21°C an.
Die Luftfeuchtigkeit liegt allerdings knapp unter 30 % (also zu niedrig)
Ich habe nun schon Schalen mit Wasser auf die Heizung gestellt.

Dass die Luftfeuchtigkeit das Wärmeempfinden beeinflusst ist ja hinlänglich bekannt.

Jedoch ist dieses Verhalten ja durchaus nicht ganz intuitiv zu greifen:

Bei kalten Temperaturen bewirkt eine hohe Luftfeuchtigkeit ein hohes KÄLTEempfinden.
(-20° sind bei hoher Luftfeuchte "kälter" als bei trockener Luft)

Bei warmen Temperaturen jedoch kehrt sich dieser Effekt um.
(30° werden bei hoher Luftfeuchte als schwül, drückend und und heißer empfunden als bei trockener Luft)


Die Frage, die sich nun stellt, lautet also:

Gibt es eine Grenze, wo sich das Verhalten ändert ?
Und was bedeutet dies also für meinen konkreten Fall mit dem Raumklima 21°C und 30% rF ?
Steigt hier mit steigender Luftfeuchte die gefühlte Temperatur oder fällt diese ? Gibt es eine pauschale Antwort dafür ?


Vielen Dank bereits ;-)
 
21 Grad Celsius sind 21Grad Celsius. Der Rest ist individuelles Empfinden und wissenschaftlich nicht greifbar.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Na, ein bissl schon:
Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst die Schweißverdunstung unseres Körpers,
mit Hilfe der die Wärmeabgabe kontrolliert wird.
Nachdem man bei -20°C nicht schwitzt (zumindest nicht auf der Luft ausgesetzten Körperteilen,
wird da die Luftfeuchtigkeit keine Rolle spielen. (Nur der Bart vereist leichter.)
Bei +30°C schwitzen wir und bei hoher Luftfeuchtigkeit funktioniert die Verdunstungskühlung schlechter
und deshalb ist uns heißer als bei trockener Luft - siehe Sauna.
(Nach dem Aufguss ist es "kühler", aber dennoch nicht mehr auszuhalten!)
 
Hallo ihr zwei und danke schonmal für euer Beiträge.

So wie ich das sehe wird der Wärmetransport durch mehr als nur die Verdunstungskühlung bestimmt.

Wasser hat ja eine deutlich größere Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit als Luft. Womit meiner Meinung nach die gefühlt kältere Temperatur bei hoher Luftfeuchtigkeit und kalten Temperaturen einhergeht. Denn die Luft enthält mehr (kaltes) Wasser, sodass unser Körper aufgrund verbesserter Wärmeübertragungsmechanismen mehr Wärme an die Luft, bzw das darin enthaltene Wasser verliert. Im Umkehrschluss wird das also als kälter empfunden.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Dann vergleich mal die Wärmekapazitäten verschieden feuchter Luft
mit der beim Phasenübergang flüssig-gasförmig aufgenommenen Energie!
(Ich rate mal, dass Letzteres gut den 10fachen Energiebedarf hat.)
 
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