Fragen zur Teilzeitausbildung (Welche Schule/Wo arbeiten)

Guten Tag,
ich heiße Lukas, bin 22 Jahre alt und komme aus der Nähe von Frankfurt am Main.
Nach meiner KFZ-Mechatroniker Ausbildung, die ich im Sommer beende, möchte ich im Anschluss einen Techniker mit Schwerpunkt Maschinenbau in Teilzeit an einer staatlichen Schule beginnen.
Darauf hat mich ein Lehrer gebracht, der dafür an unserer Schule verantwortlich war und sehr vuel Erfahrung hatte. Dieser hat dann aber leider die Schule gewechselt bevor ich ihn zu dem Thema näher ausfragen konnte...
Nun stellen sich mir einige Fragen:

1.
An meiner Schule gab es nach dem Weggang des betroffenen Lehrers letztes Jahr keinen neuen Technikerjahrgang. Nun übernimmt ab diesem Jahr ein neuer Lehrer, ich gehe jedoch davon aus, dass dadurch die Ausbildungsqualität der ersten 1-2 Jahrgänge leiden wird. Ich möchte nun an eine Schule in der Nähe gehen, die eine größere "Fachschule für Technik" mit mehreren Fachrichtungen hat. (GTS-Offenbach)
Denkt Ihr auch, dass das die bessere Entscheidung ist bzw hat evtl sogar jemand Erfahrungen mit dieser Schule?

2.
Um die Weiterbildung finanziell zu ermöglichen und die für den Abschluss nötige Berufserfahrung zu sammeln würde ich nebenher vorzugsweise in Teilzeit (3/4) arbeiten. Nun habe ich zum einen das Problem, dass KFZ-Werkstätten sehr ungern Teilzeitstellen ausschreiben bzw besetzen und zum anderen ich natürlich schon gerne mehr in der Richtung arbeiten würde, auf die meine Weiterbildung hinausläuft. (Industrielle Großserienfertigung/CNC gesteuerte Maschinen)
Im Internet finde ich dazu nichts, aber gibt es vielleicht größere Unternehmen, die einen schon für die Weiterbildung übernehmen und dabei finanziell/zeitlich unterstützen um Techniker für das Unternehmen "großzuziehen"?
Bzw ist soetwas üblich/lohnt es sich größere Betriebe dahingehend anzuschreiben?
Wie habt Ihr diese Zeit finanziell überbrückt?

3.
Welche Beispieljobs kann ich mir nach der Ausbildung genau vorstellen? Das Einsatzgebiet ist ja wohl sehr weit gefächert und kommt auch immer auf den jeweiligen Arbeitgeber an, aber die oft sehr allgemein gehaltenen Beschreibungen (Bindeglied zwischen Gesellen und Ingenieuren in der metallverarbeitenden Industrie o.Ä.) sind doch etwas unbefriedigend und schwer vorzustellen.

Vielen Dank schonmal für alle Antworten und einen guten Start ins neue Jahr,
Lukas Hertel
 
Bei dir muss man das Pferd wohl von hinten aufzäumen:
3.
Welche Beispieljobs kann ich mir nach der Ausbildung genau vorstellen? Das Einsatzgebiet ist ja wohl sehr weit gefächert und kommt auch immer auf den jeweiligen Arbeitgeber an, aber die oft sehr allgemein gehaltenen Beschreibungen (Bindeglied zwischen Gesellen und Ingenieuren in der metallverarbeitenden Industrie o.Ä.) sind doch etwas unbefriedigend und schwer vorzustellen.
Du schreibst doch, dass dein Lehrer dich darauf gebracht hat. Dann musst du doch auch wissen, warum du genau Maschinenbau machen willst. Der sollte doch begründet haben, dass Maschinenbau gut ist, weil es dort diesen oder jenen Beruf gibt.

1.
An meiner Schule gab es nach dem Weggang des betroffenen Lehrers letztes Jahr keinen neuen Technikerjahrgang. Nun übernimmt ab diesem Jahr ein neuer Lehrer, ich gehe jedoch davon aus, dass dadurch die Ausbildungsqualität der ersten 1-2 Jahrgänge leiden wird. Ich möchte nun an eine Schule in der Nähe gehen, die eine größere "Fachschule für Technik" mit mehreren Fachrichtungen hat. (GTS-Offenbach)
Denkt Ihr auch, dass das die bessere Entscheidung ist bzw hat evtl sogar jemand Erfahrungen mit dieser Schule?
Ein Lehrer unterrichtet aber doch nicht alle Fächer. Wie kann da bei einem Lehrer das komplette System zusammenbrechen?
Oder gibt es nur alle 2 Jahre eine neue Klasse?
Und warum soll die Ausbildungsqualität darunter leiden? Ggf. steigt sie sogar, weil er motiviert ist. Es gibt einen Rahmenplan mit den Dingen, die er einem beibringen muss. Daran muss (bzw. sollte 😉 ) sich jeder Lehrer halten.

2.
Um die Weiterbildung finanziell zu ermöglichen und die für den Abschluss nötige Berufserfahrung zu sammeln würde ich nebenher vorzugsweise in Teilzeit (3/4) arbeiten. Nun habe ich zum einen das Problem, dass KFZ-Werkstätten sehr ungern Teilzeitstellen ausschreiben bzw besetzen und zum anderen ich natürlich schon gerne mehr in der Richtung arbeiten würde, auf die meine Weiterbildung hinausläuft. (Industrielle Großserienfertigung/CNC gesteuerte Maschinen)
Im Internet finde ich dazu nichts, aber gibt es vielleicht größere Unternehmen, die einen schon für die Weiterbildung übernehmen und dabei finanziell/zeitlich unterstützen um Techniker für das Unternehmen "großzuziehen"?
Bzw ist soetwas üblich/lohnt es sich größere Betriebe dahingehend anzuschreiben?
Wie habt Ihr diese Zeit finanziell überbrückt?
Was ich hier so lese, ist es eher so, dass in größeren Firmen viele einen sgT gemacht haben aber keine Stellen finden.
Was dir vorschwebt, ist nachvollziehbar. Aber ich glaube nicht, dass sich viele Firmen darauf einlassen, dass du nur Teilzeit arbeiten willst um dich fortzubilden. Du könntest es aber im Vorstellungsgespräch ansprechen, dass du dir vorstellen kannst in ein paar Monaten / Jahren eine Weiterbildung zu machen. Ich meine auch, dass du eine gewisse Berufserfahrung aufweisen musst, um überhaupt den sgT machen zu können.

Ich habe die Schule damals in Vollzeit gemacht und Bafög erhalten. Habe zur Miete gewohnt, die Ersparnisse waren nicht sehr groß. Musste mich sehr stark einschränken, aber es ging ganz OK.
 
Hallo und vielen Dank Masls,

die Zitierfunktion habe ich auf dem Handy noch nicht ganz entschlüsseln können daher leider jetzt so.

Zu deinem ersten Text:
Nunja, leider war das so, dass der Lehrer uns die Ausbildung zum sgT im Unterricht nur sehr kurz als Alternative zum Meister aufgezeigt hat. Das war zum Anfang des zweiten Lehrjahres und ich behielt das ersteinmal im Hinterkopf, denn bis zum Ausbildungsende war ja noch sooo lange hin. Der Abgang im Sommer kam dann extrem schnell und übereilt, sodass ich dort keine Fragen mehr stellen konnte.
Zurück blieb ich mit der Überzeugung, nicht noch 40 Jahre in der Werkstatt schuften zu wollen, dass ein Meister in besserer Geselle ist der nurnoch Verwaltungsaufgaben übernimmt und dem Wissen nicht für die Uni gemacht worden zu sein. (Das habe ich vor meiner Ausbildung mit Biowissenschaften versucht)
Also liest man sich im Internet ein und bekommt eine recht gute Idee vom Berufsfeld, das von Forschung über Konstruktion von Maschinen bis zum Warten dieser reicht. Nur gibt es eben wenige bis garkeine Berichte von tatsächlichen Aufgaben. Im Sinne von "Ich arbeite in dieser Branche und mache den ganzen Tag dies und das".

Zum zweiten Punkt:
Er war der Leiter des Fachbereichs und da es an unserer Schule jedes Jahr nur eine Klasse gibt, konnte man so schnell wohl keinen guten Ersatz finden und die Abteilung neu strukturieren. Er hat meines Wissens nach auch die schon bestehenden Jahrgänge noch eine Zeit lang betreut, obwohl er bereits an der anderen Schule tätig war.
Mit neuen sich einarbeitenden Lehrkräften habe ich bis jetzt leider nicht die besten Erfahrungen sammeln können. Im Hochvolt-Praxisunterricht bin ich aktuell der erste Jahrgang unseres Lehrers zu diesem Thema. Und er ist zwar tatsächlich bemüht, aber man merkt dass es hier und da holpert und der Unterricht mit ein wenig Routine deutlich besser voran käme.
Daher dachte ich, an einer Schule bei der der Fachbereich einen größeren Teil des Betriebs ausmacht und mehrere Klassen sowie Voll- und Teilzeit vorhanden sind, kommt der Unterricht wahrscheinlich besser voran. Aber das ist natürlich stark von den jeweiligen Lehrkräften abhängig.

Zum dritten Punkt:
Das hatte ich mir fast schon gedacht, da ich kein Bisschen dazu irgendwo finden konnte.
Die nötigen zwei Jahre Berufserfahrung wollte ich mit dem Teilzeitjob neben der Ausbildung sammeln, das ist möglich da man diese erst bei der Prüfung vorweisen muss.
Ich möchte nur in Teilzeit arbeiten, da ein Vollzeitjob und die Ausbildung von etwa 15 Wochenstunden +lernen über einen langen Zeitraum von vier Jahren doch zu kraftraubend erscheint.
Die Ausbildung in Vollzeit ist für mich eigentlich keine Option, da ich mich mit den zwei Jahren Berufserfahrung auch dann quasi noch vier Jahre in der Ausbildung befinde, jedoch keinen stetiges Einkommen habe bzw Schulden aufnehme und das Bafög in meiner Gegend (in der ich vorzugsweise bleiben möchte) nicht ausreicht. Eine einfache Wohnung ~30qm im Umkreis von FFM geht nicht unter 600€ warm weg.
Ich denke,ich werde ein paar mögliche größere Unternehmen einmal initiativ anschreiben und mich bei Werkstätten in der Nähe über die Möglichkeit einer Teilzeitstelle informieren.

Lg und vielen Dank,
Lukas
 
Zurück blieb ich mit der Überzeugung, nicht noch 40 Jahre in der Werkstatt schuften zu wollen, dass ein Meister in besserer Geselle ist der nurnoch Verwaltungsaufgaben übernimmt
Woher kommt das Wissen?

Bei uns in der Firma sind u.a. sowohl Meister als auch Techniker z.B. in der Fertigung als Abteilungsleiter eingesetzt.

bekommt eine recht gute Idee vom Berufsfeld, das von Forschung über Konstruktion von Maschinen bis zum Warten dieser reicht.
Forschung? Naja, da vielleicht als Hiwi.
Lies doch mal in der Tageszeitung die Stellenanzeigen und schau mal, wie häufig du den sgT findest.
Oder schau hier und klick dich mal durch die Stellenangebote.

Manchmal werden auch Stellen, welche eigentlich für einen Bachelor ausgeschrieben sind, von einem sgT besetzt.

Mit neuen sich einarbeitenden Lehrkräften habe ich bis jetzt leider nicht die besten Erfahrungen sammeln können. Im Hochvolt-Praxisunterricht bin ich aktuell der erste Jahrgang unseres Lehrers zu diesem Thema. Und er ist zwar tatsächlich bemüht, aber man merkt dass es hier und da holpert und der Unterricht mit ein wenig Routine deutlich besser voran käme.
Daher dachte ich, an einer Schule bei der der Fachbereich einen größeren Teil des Betriebs ausmacht und mehrere Klassen sowie Voll- und Teilzeit vorhanden sind, kommt der Unterricht wahrscheinlich besser voran. Aber das ist natürlich stark von den jeweiligen Lehrkräften abhängig.
Das ist deine persönliche Erfahrung, sie mag zutreffen, muss aber nicht.
Es gibt genauso die Lehrer, die ihre 30 Jahre alten Unterlagen jedes Jahr wieder verwenden und ohne Elan den Stoff durchziehen. Wie hoch da der Lernerfolg ist, sei mal dahin gestellt. Was ich damit sagen will: Du wirst immer Pros und Contras finden, entscheide dich zu dem, womit du dich vorraussichtlich am Wohlsten fühlst.

Zum dritten Punkt:
Das hatte ich mir fast schon gedacht, da ich kein Bisschen dazu irgendwo finden konnte.
Die nötigen zwei Jahre Berufserfahrung wollte ich mit dem Teilzeitjob neben der Ausbildung sammeln, das ist möglich da man diese erst bei der Prüfung vorweisen muss.
Wollen kann man viel, wenn es aber nicht angeboten wird, wird es schwierig werden. Aktuell stehen viele Firmen eher schlechter da, da dürfte es nochmals schwerer sein, irgendwelche Sonderwege zu gehen.
Ich möchte nur in Teilzeit arbeiten, da ein Vollzeitjob und die Ausbildung von etwa 15 Wochenstunden +lernen über einen langen Zeitraum von vier Jahren doch zu kraftraubend erscheint.
Verständlich.
Ich denke,ich werde ein paar mögliche größere Unternehmen einmal initiativ anschreiben und mich bei Werkstätten in der Nähe über die Möglichkeit einer Teilzeitstelle informieren.
Mach das. Sei aber nicht zu enttäuscht, wenn es nicht klappt.
Ich an deiner Stelle würde eher mittlere und kleinere Firmen anschreiben, da die sich hier ggf. eher mal "verbiegen" um Möglichkeiten zu schaffen.
 
Hast du dir eventuell schon mal überlegt den Techniker beim DAA zu machen?
Ich war am Anfang auch skeptisch dass ich die 15Std lernen (vom DAA als grobe Richtung angegeben) und Vollzeit arbeiten unter einen Hut bekomme. Jetzt bin ich fast fertig und meiner Meinung ist es sehr gut machbar.
 
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