Frage eines Laien: Schalldämmbox für eine Windmaschiene selber bauen.

Dieses Thema im Forum "Konstruktion" wurde erstellt von laieY, 19 März 2018.

  1. Das ist die wichtigste Aussage in dem gesamten bisherigen Thread!
    Darauf habe ich wirklich gewartet. Die überdimensionierten Propeller, die in der Vorstellung des Fragestellers rotieren, leisten nämlich das genau Gegenteil des Gewünschten - und das mit an Schwachsinn grenzendem Aufwand an Bauaufwand, Energieverbrauch sowie Lärmemission. Auch der Aspekt Design ist dem unteren Totpunkt gefährlich nahe.
    Vorschlag:
    Oben und unten hinter der Stafflei jeweils einen länglichen Kasten an der Decke und auf dem Fußboden anbringen.
    In diese Kästen PC-Lüfter einbauen, die nebeneinander entlang des Kastens positioniert sind von oben in den Raum einblasen - unten absaugen. Dadurch entsteht eine ziemlich laminare Strömung an der Wand, die die Luft im Raum zirkulieren läßt. Diese induzierte Luftbewegung zieht am Boden von der Stafflei weg hinter den Künstler und zieht an der Zimmerdecke über dem Kopf des Künstlers in die fallenden Luftstrom hinter der Stafflei hinein. Damit benötigt der Künstler keine Motorradbekleidung mit Schutzbrille mehr, weil er sich im ruhigen Bereich befindet - sozusagen im Auge des Sturms.

    Die Konstruktion ist mit wenigen geraden Brettern zu bewerkstelligen und die PC-Lüfter sind auch nicht teuer. Die Querschnittsfläche der Kästen möglichst mindestens so groß wie die Summe der Querschnittsflächen der Lüfter. Zur Geräuschdämpfung die Kästen innen mit Noppenschaumstoff auskleiden.
     
  2. Ich habe schon mehrfach versucht zu erklären, warum ich durchaus an einer unverhältnismäßig erscheinenden Anlage interessiert bin. Dem Außenstehenden ist schwer vermittelbar, dass ein Intensiv abreitendes System für mich darüber entscheidet, ob Ölmalen möglich oder unmöglich ist. Wie gesagt, nicht mal eine Gasmaske genügt, wohl ging es aber mit meiner alten 4000m³/h 70db Krachding, aber nicht in meiner Wohnung. Ich brauche es aber auch nicht flüsterleise. Design ist ein Aspekt, aber weit nachrangig, solange ich beim Blick in die Nische visuell nicht zu sehr irritiert werde, das ist kein Kunstprojekt.
    Was Explosionsschutz betrifft brauche ich mir glaube ich wirklich keine Gedanken zu machen, wie gesagt ich arbeite mit Millitermengen Testbenzin/Terpentin, leider reagiere ich auch auf solche Mengen sensibel. Das Zeug für Künstler ist ja auch teuer. Pro Arbeitstag habe ich vielleicht inkl. Pinselwaschen einen Verbrauch von einem halben Teeglas. Ich kenne Künstler, die lassen Litergebinde Lösungsmittel offen stehen, schlagen besengroße Pinsel mit Lösungsmittel im Raum aus, lüften nicht und rauchen bei der Arbeit...

    https://www.monopol-magazin.de/wenn-kunst-krank-macht

    Habe nochmal ein paar Varianten ganz schnell grob gebastelt und gerendert (bitte den Designaspekt ganz ausblenden, das sind nur Konzeptskizzen und sicher tendenziell wirklich total überdimensioniert, es geht mir nur ums Prinzip). Lampe und Zuluft zu vereinen wäre sicherlich das allersinnvollste, aber mein Licht umzubauen kann ich mir wirklich wirklich noch nicht vorstellen. Ich brauche auch einen Abstand zwischen Lichtquelle und Leinwand, weil ich sonst inhomogenes Licht/Reflexionen usw. bekomme. Aber so groß möchte ich die Absaugnische nicht machen. An meiner Lampe habe ich auch lange experimentiert, die auch noch umzurüsten geht gerade nicht.

    Deshalb überlege ich, die Zuluft seitlich von oben innerhalb der Nische zuzuführen oder rückseitig außerhalb der Nische von oben. Bei ersterem hätte ich ein geschlosseneres System, bei letzterem würde ich selbst mehr im Zuluftstrom sitzen und die Konstruktion der Absaugnische wäre weniger umständlich. Oben zuzuführen und unten abzusaugen finde ich gut, aber ich hätte gerne auch eine Tendenz der Luftströmung horizontal von mir weg.

    ABX1_.jpg ABX2_.jpg ABX3_.jpg ABX4_.jpg ABX5_.jpg
     
  3. Künstler sind eben für vernüftige Argumente unzugänglich - aber reißerische unbewiesene Behauptungen wie in dem oben verlinkten Artikel werden für bare Münze genommen.
    Viele Moleküle sind olfaktorisch bereits deutlich wahrnehmbar laaange bevor eine gesundheitskritische Konzentration erreicht wird - daher setzt auch der psychisch induzierte Kopfschmerz bereits ein, bevor sonstirgendein physischer Einfluss eine Chance bekommt.

    Wenn der Hund meines Nachbarn furzt, bekomme ich auch Kopfschmerzen - es liegt aber ganz sicher nicht an den giftigen Schwefelvebindungen, die um seinen Darminhalt wehen.

    Fazit: baue das Ding einfach so, wie Du meinst - es ist egal, ob das technisch sinnvoll oder womöglich sogar wirkungslos ist - vielleicht die Situation bezüglich der Konzentration der Dämpfe in der eingeatmeten Luft noch verschlimmert.
    Hauptsache DU bist der Meinung, dass es so gut ist.

    Vermeide unbedingt professionelle Abluftanlagen wie sie in Industriebetrieben verwendet werden, als Vorlage für Deine Planungen zu berücksichtigen - das bringt Dich nur auf abwegig vernünftige Ideen!
     
  4. Tut mir leid, wenn du auf meine Lösungssuche so reagierst, ich wollte bei niemandem irgendwelche Affekte triggern, das war nicht meine Absicht. Sensibilität auf Lösemittel ist nicht nur ein Placeboeffekt, auch wenn dieser eine Rolle spielen mag. Wieso sollte ich professionelle Vorlagen ablehnen, ich muss sie nur erstmal finden, auf den Hinweis mit den Spritzständen habe ich diese Seite gefunden, ich denke was das Grundprinzip betrifft, bin ich dazu nicht im Wiederspruch.

    https://www.umwelt-online.de/recht/arbeitss/uvv/bgi/740_ges.htm
     
  5. (Bitte vergesst nicht, die letzten Renderings kommen was Dimensionierung und Konstruktion betrifft aus einem ersten schnellen Ideenfindungsstadium und sehen sich übrigens wirklich noch ein bisschen peinlich an. Bitte um Nachsicht.)
     
  6. Schaut grundsätzlich schon nicht so übel aus:
    Bei der Anlage am ersten Bild würde ich Turbulenzen
    durch großformatige Ausströmtrichter oder eine Ausströmkiste verhindern.
    Die kann direkt hinter der Leuchte anschließen und beindert das Licht nicht.

    Du musst nicht unbedingt auch Leinwandseitig große Bögen vorsehen:
    Die braucht´s nur dort, wo die Strömungsgeschwindigkeit hoch ist.
    Die Umlenkungslamellen im letzten Bild erfüllen ihren Zweck.

    Mit dem Propeller bist du eher knausrig,
    aber das Woodwork dünkt exorbitant:
    Wer tischlert dir das?
     
  7. Vielen Dank, war schon etwas deprimiert nach deinem Vorposter. Ja, überlege, wie ich ein flächiges Zuluftteil platziert bekomme, wahrscheinlich hinter mir/der Lampe, evtl davor/senkrecht über der Niesche, diese bekäme in dem Fall kein Dach/wäre nach oben offen.

    Genau, jetzt hatte ich mich gefragt, wie ich in ein flächiges Zuluftteil/in eine Ausströmkiste die Luft aus einem Rohr so reinkriege, dass sie einigermaßen homogen über seine Fläche verteilt nach unten/vorne abgestrahlt wird. Von Vorne/Hinten/Oben eingeführt gibt das zuführende Rohr der Luft eine Dynamik, die wahrscheinlich ein homogenes abstrahlen stört. Seitlich einführen beidseitig erscheint mir optimal, weil die eingeführte Luft dann am wenigsten Drall nach vorne/hinten mitbekommt, bedeutet aber 2 Rohre statt einem. Luft durch Anprallen an Wand innerhalb Zuluftteil die Richtung nehmen? Freue mich, wenn die Lamellen Sinn machen. Einen kleinen Lüfter werde ich evtl auch im Zuluftsystem einbauen.
    Meinst du damit, dass ich die Biegeradien der Rohre enger machen kann, wo die Luft langsamer ist/die Rohrquerschnitte groß dimensioniert sind/evtl kein aktiver Lüfter am Rohr hängt? Wäre mir lieb, wenn ich zwischen Anlage und Wand die Biegeradien eng halten kann, damit ich die Anlage nicht soweit in den Raum reinrücken muss.

    Bauen wird schon klappen, ist natürlich schon ein Projekt, dass mich eine Weile beschäftigt (CAD dauert aber erfahrungsgemäß länger als das zusammenzimmern). Trotzdem will ich die Konstruktion natürlich (trotz schräger Flächen und ausladender Anlage) möglichst einfach, steif und gewichtssparend. Habe vor meinem Kunststudium mal ein paar Semester Architektur gemacht. Wenn im CAD alles bis ins Detail vorbereitet ist, dann ist das Bauen wie Lego mit Anleitung, das macht tatsächlich Spaß. Unterkonstruktion schmalste Dachlatten, Verkleidung MDF weiß beschichtet 3mm, vorne Gitter.
     
  8. 1. Variante: nach oben offen, Zuluftteil oberhalb, Luftstrom klarer gerichtet, sitze aber nicht im Zuluftstrom,
    2. Variante: (zum Rendern nur kurzfristig modifizierte Var.1, weniger ausgearbeitet) Zuluftteil hinter mir, weil es die Lampe nicht behindert, kann ich es niedriger von der Decke abhängen, sitze mehr im Luftstrom, Luftstrom ist aber weniger klar gerichtet

    - tendiere zur Variante 2

    var1.jpg var2.jpg
     
  9. Durch das feinmaschige Drehtgitte bzw. die Filtermatten,
    die ich dir bereits geraten habe.
    Ganz genau das meine ich:
    Je langsamer die Luft ist, umso enger kann man die Radien wählen.

    Im Zuluftsystem einen kleinen Lüfter mit geringem Luftstrom einzubauen,
    ist dagegen kontaproduktiv:
    Soll da der große Lüfter vom Abluftsystem seinen großen Luftstrom durchsaugen?
    Das bremst den doch nur!
    Wenn dein Raum relativ dicht ist, würde ich den/die Lüfter in die Zuluftleitung setzen,
    wenn´s da viele Lücken gibt, in die Abluftleitung.
     
  10. ah ok, dachte, das hättest du an der Stelle mehr wegen Staub gesagt.
    Keine Ahnung wie dicht ich den Fenstereinsatz für die Rohraustritte bekomme, schon relativ dicht denke ich, aktive Abluft war mir inzwischen eigentlich weniger Suspekt geworden, weil es da um das aktive abführen (der Dämpfe) geht. Es geht ein bisschen über mein Vorstellungsvermögen, dass sich der durch aktive Ablüftung entstehende Unterdruck im Raum tatsächlich aus einer passiven Zuluft durch dickeres Rohr mehr Luft holt, als wenn ich da auch noch einen aktiven kleineren Lüfter einsetze, auch wenn es eigentlich logisch sein müsste. Undichtigkeiten gibt es eher in der Wohnung (Tür zum Treppenhaus). Da muss ich schauen, dass gegen das Luftvolumen, wo ich die Luft herhole mein Raum dicht ist, damit, die Zuluft aus der Zuluftbox kommt und nicht zur Zimmertür rein.
     
    #50 laieY, 9 Apr. 2018
    Zuletzt bearbeitet: 9 Apr. 2018
  11. Aber sicher doch - Gedankenexperiment:
    Der Abluft-Lüfter saugt 1000 m³/h ab,
    der Zuluft-Lüfter bringt 300 m³/h.
    Entweder wird der Raum implodieren (unwahrscheinlich)
    oder es werden 1000 m³/h durch den kleinen Lüfter gesaugt,
    der sich dadurch dreimal so schnell drehen muss (liefert der dann Strom?)​
    oder der kleine Lüfter drosselt den gesamten Volumenstrom - das wird´s sein.
    (Umgekehrt schaut´s vergleichbar aus.)

    Außerdem widerspricht das meinem Rat,
    die Leitung, wo KEIN Lüfter eingebaut ist, mit größerem Querschnitt auszulegen.
     
  12. Ja das mit dem größeren Querschnitt im passiven Teil ist mir schon präsent. Wenn die Geschichte gelingt bin ich gespannt auf die Strömung im passiven Rohrabschnitt, das ist dann schon irgendwie faszinierend, bekommt man ein Gefühl dafür, dass die Luft fließt und Druck ausgleicht wie Wasser.
     
  13. Ja: Genau so muss man das sehen!
     
  14. Also,

    erstmal vielen Dank dafür, wie ihr mir in der ersten Jahreshälfte weitergeholfen habt.

    Der Absaugstand selbst ist zu einem Großteil fertig getischlert. Inzwischen könnte ich in etwas bessere Absaugtechnik investieren.

    Denke über so einen (für 2100 oder 3500 m³/h) http://www.heinisch.at/PDF/Ventilatoren/2014/1.4.3_208_209a.pdf nach oder http://www.heinisch.at/PDF/Ventilatoren/2014/1.4.1.pdf relativ unten in der PDF für 3500m³/h.

    Meine Frage:

    ich muss zwischen absaugendem Lüfter und Absaugstand/Staffelei ca. 10m überbrücken, möchte aber einen flexiblen Schlauch einsetzen, den ich nach der Arbeit abbauen und auf kleineres Volumen zusammenfalten kann.

    Der Schlauch, evtl. eine Nummer kleiner oder größer: https://www.lueftungsland.de/artike...lueftungsschlauch-o-406-mm-grau-10-meter.html

    Da sich dieser saugseitig vom Ventilator befindet, frage ich mich ob durch die elastische/nicht starre Schlauchfolie nicht extrem viel Energie und Luftzug absorbiert wird. Der Ventilator also gegen großen Druck arbeiten muss. Wäre dem so, müsste ich ja einen im Durchmesser recht groß dimensionierten Schlauch wählen? Oder müsste ich einen Ventilator nehmen, der für größeren Druck ausgelegt ist?

    Beispielfrage: wenn ich z.B. einen 3500m³/h, max. 139Pa Rohreinschubventilator mit einem lichten Durchmesser von 370mm nehme - genügt dann ein flexibler 406mm/10m Schlauch, oder muss ich mindestens den 457mm Schlauch nehmen. Wie gesagt, d. Schlauch ist saugseitig, im Unterduckbereich.

    Danke
     
  15. (PS: mir ist klar, dass es Verluste geben wird, ich frage mich bloß in welcher Größenordnung sie sein werden, eher vertretbar zb. 20% oder eherexorbitant zb. 60%. Steife aber flexible Saugschläuche mit den Durchmessern sind extremst teuer).
     
    #55 laieY, 9 Nov. 2018
    Zuletzt bearbeitet: 9 Nov. 2018
  16. Abgesehen davon, dass es immer besser ist, Strömungswiderstände auf der Druckseite des Lüfter anzuordnen,
    wird´s der 406mm-Schlauch tun:
    3500m³/h ~ ca. 1m³/sec und der strömt mit ca. 8 m/s ~ 30 km/h durch den Schlauch.
    Das ist nicht ohne und wird (je nach dem, wieviele Falten der Schauch wirft und wieviele Kurven du einbaust) schon drosselnd wirken und das wird auch kräftig rauschen!
     
  17. Danke dir !!!
     

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