Frage Eigenlast des Daches

Dieses Thema im Forum "Bautechnik" wurde erstellt von nuno1gomes, 25 Mai 2011.

  1. Hallo zusammen.

    Hier mein Anliegen an euch. Möchte gerne die Eigenlast des Daches berechnen und danach die Auflagerkräfte.

    Folgende Frage stellt sich mir. Ist diese Vorgehensweise korrekt???

    Harzer Dachpfannen 0,55 kN/m² * 0,794m (Sparrenabstand) =0,4367 kN/m
    Lattung 5,0kN/m³*0,03m(Dicke)* 0,794m (Sparrenabstand) =0,1191 ``
    Sparren 5,0kN/m³*0,18m(Dicke)*0,794m (Sparrenabstand) =0,7146 kN/m

    .......

    oder ist das totaler Unsinn?
    Bin wirklich Laie auf dem Gebiet und bin dankbar für jede (schnelle) Hilfe!

    Danke und schöne Grüße,
    Maik
     
  2. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Das geht so in Ordnung, nur die Latten sind in der Lastannahme für die Deckung schon integriert.
    Deckung aus Dachsteinen hoch liegender Längsfalz bis 10 Stück pro m²: 0,50kN/m²;
    Dito aber über 10 Stück/m²: 0,55kN/m²

    (Bei Vermörtelung + 0,1kN/m²)

    Grüße Mike
     
  3. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Hier mal eine Korrektur:
    Sparren b/h = 8/18 cm
    Eigengewicht Sparren:
    0,08*0,18*5 = 0,072 kN/m Dfl.
    0,072 / cos DN = 0,0XX kN/m Gfl.
    Ansonsten etwas ungewöhnlich,
    normalerweise rechnet man so :
    ( Beispiel eines ausgebauten Daches, DN 35° )
    Sparren 8/18 - e=0,8 m . 0,08*0,18*5/0,8 = 0,09 kN/m²Dfl.
    Dachpfannen ............................ = 0,55 kN/m²Dfl.
    Konterlatt. 30x50 mm - 0,8m ............
    ........................ 0,03*0,05*5/0,8 = 0,01 kN/m²Dfl.
    Unterspannbahn ......................... = 0,02 kN/m²Dfl.
    Dämmung 18cm ......... 0,72/0,80*18*0,01 = 0,16 kN/m²Dfl.
    Dampfsperre ............................ = 0,01 kN/m²Dfl.
    Lattung 30x50 mm - 0,3m. 0,03*0,05*5/0,3 = 0,25 kN/m²Dfl.
    Gipskartonplatte 0,9 cm ....... 0,9*0,11 = 0,10 kN/m²Dfl.
    _________________________________________________________
    Ständige Last ........................ g = 1,19 kN/m²Dfl.
    Bezogen auf Grundrisslänge . 1,19/cos35° = 1,45 kN/m²Gfl.

    Last je Sparren: ............1,45*0,80 m = 1,16 kN/m Gfl.
    Gruß vom Statiker.
     
  4. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Danke für die Antworten!

    Das heißt die beiden Punkte (Lattung und Konterlattung) schmeiße ich raus ja? Dafür nehme ich die PE-Folie und die Unterspannbahn mit einem festen Wert mit okay?

    Aus dem 2. Verfahren werde ich nicht ganz schlau. Geht es nicht auch so. Bitte verbessern wenn es Mist ist:-D

    Sparren 10/18:

    l*b*h= XX m³ * Anzahl der Sparren für das gesamte Dach * Wichte in kN/m³ = XX kN

    + Flächenlast Dämmung mal die Dicke mal den Sparrenabstand = XX kN
    + Flächenlast Gipskartonplatte mal Dicke mal Sparrenabstand = XX kN
    + Lattung ...... (unter dem Sparren, zum Speicher hin!)
    + Flächenlast Dachpfannen mal Dicke mal Sparrenabstand = XX kN

    dann alles zusammen in kN. Das teilen durch die Länge der Dachseite, also der Fußpfette und man hat die Last als Meterstreifen in kN/m.
    Sicherheitsbeiwert drauf und die Dachlast ist fertig.

    Hoffe, dass war nachvollziehbar und halbwegs in Ordnung :LOL:
     
  5. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Ist kein Mist ...
    ... aber aufpassen, die Ausbaulasten sind bei dieser Rechenweise noch mit der Sparrenanzahl zu multiplizieren.

    Aber wie geschrieben - ein Statiker würde wie in meinem letzten Beitrag rechnen. Textlich:
    Sparren: Breite x Höhe x Wichte / Sparrenabstand = Last pro m² Dachfläche
    Dachziegel und sonstige Auf- und Ausbauten gleich in m² Dachfläche
    ...
    Dann Summe bilden
    ...
    Dann pro laufenden Meter Grundrissprojektion umrechnen
    ...
    Dann mit dem Sparrenabstand multiplizieren
    ...
    fertig.

    Aber geht halt auch so wie Du gerade geschrieben hattest.
     
  6. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Danke dir nochmal,

    aber warum wird das noch auf die Grundrissprojektion umgerechnet, das verstehe ich leider nicht:(
     
  7. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Allgemein so üblich, da man beim berechnen eines Daches i.d.R. vor einem Grundriss des Dachgeschosses sitzt.
    Sparren.png
    Da kann man darin die Grundrisslängen rauslesen.
    Eine Umrechnung auf die schräge Länge braucht man dann nicht mehr.
    Pfettenlängen hat man ja auch im Grundriss, wenn man den m²-Wert der Sparrenbelastung hat, kann man schnell auf die Linienlast für die Pfette kommen. Usw.
     
  8. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Leuchtet ein Danke.
    Kennst du eventuelle eine seite die Flächenlasten für Baustoffe ausspuckt?
    Brauche noch EPS, XPS (Platten) sowie Silikonharzputz. Meine Bautabllen führen dies leider nicht:-(
     
  9. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Naja, die Rechenwerte der Lasten entnimmt man aus einem Tabellenbuch - richtig so.

    Diese stammen dann aus DIN 1055-1 Ausgabe 2002-06.
    (Wobei ich gerade bemerkt habe, daß ich oben teilweise Werte aus einer älteren Ausgabe dieser DIN verwendet habe)

    Das DIN hat die DIN 1055-1 aktuell gerade durch EN 1991-1-1 Ausgabe 2010-12 ersetzt. Aber die wesentlichen Werte sollten sich nicht geändert haben.

    Eine Zusammenstellung von Lasten findet sich hier [Schneider-Bautabellen, Ausgabe 2005] - die Last für EPS/XPS mit dem Putz würde ich als WDVS interpretieren und die 0,30 kN/m² aus Kapitel 2.2 ansetzten. Andernfalls gibt´s noch "Schaumkunststoffe" irgendwo.
    Ansonsten steht im Normentext der DIN 1055-1 lapidar: "Wenn die Wichte eines Baustoffs bzw. die Baustoffanornung wesentlich vom genormten Wert abweicht, muss diese Abweichung berücksichigt werden."

    Viel Erfolg ...
     
  10. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Hallo nochmal,

    vielen Dank das du mir so tüchtig hilfst. Ich hoffe ich gehe dir nicht auf die Nerven und ich kann noch ein paar Dinge loswerden an dich, damit ich einen Einblick erhalte.

    Hier habe ich nun mal sauber durchgerechnet. Ich hoffe es ist okay so.
    Da ich ja 2 versch. DN habe, bekomme ich dementsprechend später auch 2 versch. ständige Lasten heraus. Vereinfach ich das einfach das ich mit dem größeren Wert komplett weiter rechne und der andere außer Acht bleibt?

    Ist sonst alles okay. Auch mit dem Addieren der Schneelast und den Sicherheitsbeiwerten?

    Danke nochmal!!!
     

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  11. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Hallo,
    danke für deine PN.

    Soll ich dann lieber 0,02 ansetzen für die PE-Folie???

    Was ist mit den Fragen am Ende meines letzten Beitrags?
    Wegen den Dachneigungen und dem Weiterrechnen usw.?
    Kannst du mir hier dies bzgl. weiterhelfen?

    Vielen Dank nochmal für deine unermüdlichen Hilfen:)

    LG!
     
  12. AW: Frage Eigenlast des Daches

    2kg/m² für eine PE-Folie sollte reichen ...

    Ansonsten findet sich mal einn Beispiel in dem erstenTreffer auf Seite 25 ff. für eine Sparrenbemessung (wobei da natürlich die Lastzusammenstellung nicht interessiert).
    LINK ....
     
  13. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Super. Danke für deinen Link.
    Dort steht einiges interessantes dabei.:cool:

    Aber wenn ich nun meine Auflagerkräfte berechnen möchte mache ich das einmal links und einmal rechts auf der Seite wegen den versch. Dachneigungen oder?
    Und dann?
    Rechne ich dann die xx kN/m die rauskommen von links und rechts zusammen?

    Vielen Dank nochmal!
     
  14. AW: Frage Eigenlast des Daches

    Hallo,

    habe nun mal ausgebessert, siehe Anhang (Unterspannbahn = 0,02 kN/m²).

    Habe mich auch mal weiter begeben....

    Dafür eine kleine Skizze zur Übersicht angefertigt. Hoffe es reicht so:cool:

    Dann zur dritten Datei. Ich habe hier die Auflagerkräfte berechnet. Leider weiß ich aber nun noch nicht genau welche Last ich hierfür ansetzen muss für g.
    Ist das nun die Eigenlast/ständige Last? oder die auf die Ebene bezogene oder mit Sicherheitsbeiwert oder oder oder ...... :-D

    Wer kann mir weiter helfen?

    VIELEN LIEBEN DANK!!!!!!!!!!!!!

    PS: Ergänzung:
    Wind darf vernachlässigt werden hierbei und auch die Unterteilung an der Mittelpfette in 2mal "Balken auf 2 Stützen" ist richtig so!
     

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    #14 nuno1gomes, 3 Juni 2011
    Zuletzt bearbeitet: 3 Juni 2011
  15. Hallo zusammen,
    ich bin neu hier und hätte eine Frage an die Profis.
    Unser Einfamilienhaus ist zur Zeit mit Welleternit gedeckt.
    Nachdem wir das Dach nun sanieren möchten habe ich mir den Dachstuhl etwas näher angesehen.
    Satteldach (mit Pfetten); Sparrenabstand 160cm(!)-10cmbreit, 12cm hoch; Mauerbank-Pfette 300cm; Pfette-Giebel 300cm; Dachneigung ca28°
    Gedeckt soll (nach Verschalung, Konterlattung und Lattung) ein Tonziegel werden (45,24kg/m²);
    Hält das Dach das aus???
    Selbst wenn, würde ich als Laie meinen dass man eine stärkere Dachlattung benötigt (zB 5/5er Staffel), oder?
    Vielen Dank im Voraus für eure Meinung
    Peter
     

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