Fachkräfte- und Technikermangel

Dieses Thema im Forum "Berufsleben und Gehalt" wurde erstellt von Bradog, 20 Aug. 2007.

  1. Warum werden nicht für inländische Facharbeiter mehr Anreize geschaffen sich zu qualifizieren.

    Oder die Hochqualifizierten die es in Deutschland gibt zu halten, und nicht alle ziehen lassen, und dann einen einfacheren Zuzug von ausländischen Fachkräften fordern.

    Ist schon eine merkwürdige Welt oder was meint Ihr?

    Gruß Bradog
     
  2. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    die Grundsätzliche Frage ist doch erst einmal: Wer ist schuld an der Missere?
    So wie ich das sehe, müssen sich diejenigen, die so laut nach Fachkräften schreien an die eigenen Nase fassen.
    • Wer streicht denn hier am laufenden Band Ausbildungsstellen und erfüllt über lange Zeit die vereinbarte Quote nicht?
    • Wer schmeißt hier Arbeitnehmern ganze Felsbrocken in den Weg, wenn sie sich weiterbilden wollen?
    • Wer bestätigt hier laufend die These, dass Arbeitslose über 50 oder teilweise schon darunter nicht mehr vermittelbar sind obwohl sie qualifiziert oder sogar überqualifiziert sind?
    • Wer stellt so horrend hohe Anforderungen an neue Arbeitnehmer, die kein einzelner Mensch jemals erfüllen kann?
    • Wer nutzt hier jede sich bietende Chance um an der Lohnschraube zu drehen?
    Auf der einen Seite nutzen sie das vorhandene Potential auf dem Arbeitsmarkt nicht. Auf der anderen Seite sind sie nicht bereit in die Zukunft zu investieren. Und dann kommen sie angekrochen und fordern vom Staat den Zuzug von Fachkräften zu vereinfachen. Gehts noch?

    Das ganze Problem regelt der Markt früher oder später von alleine. Wenn die Arbeitgeber bereit sind, vernünftige Löhne zu bezahlen oder ihre eigenen Mitarbeiter zu fördern und entsprechend zu Qualifizieren steigt das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften von ganz alleine. Wenn der Anreiz später einmal sehrgut zu verdienen wieder groß genug ist, sind auch die heutigen Schulabgänger wieder eher bereit sich durch die unbeliebten, weil schweren Studiengänge durchzukämpfen und wählen nicht mehr den einfachen Weg. Aber das kostet nun mal Zeit und vor allem Geld. Was man über die Jahre verschlafen hat, kann man eben nicht von heut auf morgen wieder gerade biegen.

    Aber ein Gutes hat die ganze Sache: Unser Land entspricht schon lange nicht mehr den Wunschvorstellungen, die hochqualifizierte Arbeitskräfte dazu bewegen würden hier einzuwandern. Beim letzten großen Schrei nach Fachkräften waren meines Wissens deutlich weniger hochqualifizierte bereit Einzuwandern als "benötigt" wurden. Wer setzt sich schon freiwillig dieser überhöhten Steuerlast und den immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten aus? So viel mehr kann man hier überhaupt nicht verdienen um das zu kompensieren.

    Jens
     
  3. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    1) Die Gewerkschaften?
    2) Das Arbeits(vernichtungs)amt, äh sorry -agentur
    3) Keine Ahnung?
    4) Weltfremde Personaler, die selbst noch nie etwas zustande gebracht haben, was man mit einem Zollstock abmessen könnte?
    5) Arbeitgeber, -nehmer, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände.

    Ich stimme mit Deiner Meinung recht weit überein, glaube aber nicht, daß gute Verdienstaussichten die von Dir angesprochenen Schüler besonders motivieren können. Man hat auch heute schon gute Aussichten, wenn man eine gute Leistung zeigt.

    Bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren in Ostdeutschland entwickelt. Die Geburtenzahlen sind nach der Wiedervereinigung rapide gesunken und in ca. zwei Jahren stehen dort nur noch ca. 50 % des bisherigen "Menschenmaterials" für Studium und Ausbildung zur Verfügung. Nachdem man hier hochmoderne subventionierte Industriekomplexe hochgezogen hat wird es noch interessant werden, ob hier nicht die Westdeutschen Jugendliche in den Osten fliehen.
     
  4. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Zuwanderung Schwellen zu senken, denke ich wäre falsch...da viele gute Fachkräfte aus Deutschland ins Ausland gehen, den Trend sollte man erstmal stoppen...dann klappt es auch mit der Zuwanderung von guten Fachkräften aus dem Ausland von alleine und deutsche Fachkräfte bleiben der Heimat treu
     
  5. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Die Zuwanderung sollte nur für Fachkräfte möglich sein. So machen es andere Länder auch. Andererseits kann es nichts bringen, wenn ständig Leute ins Sozialsystem einwandern.
     
  6. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    @Chemietechniker: Die Gewerkschaften streichen Ausbildungsstellen??? Versteh ich jetzt nicht! :(

    Aber im Grundsatz stimme ich Jens B schon zu.

    Wenn es mal soweit kommt, dass ein dipl. Ing durchschnittlich 50% mehr verdient als ein dipl. Betriebswirt denke ich werden wieder mehr Abiturienten ein technisches Studium in Betracht ziehen!
    Das ist denke ich der einzige Weg wie man die häufig zu beobachtende Einstellung "haja ich mach dipl. Betriebswirt, musst dir kein Bein ausreissen und kriegst gut Geld" aushebeln kann!

    Aber solange es so ist wie es ist muss sich keiner wundern, wenn sich niemand mit Mathe und Physik im Studium plagen will, sondern eher Posen macht wie diese :D!!!
     
  7. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Mein Senf zu dieser komplexen Angelegenheit:

    Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, hat für mich zumindest, diese ganze Situation mit Ethik im Geschäftsleben zu tun.

    Zuallererst ist in unserer in den gröbsten Frühkapitalismus zurückverfallender Gessellschaft erst mal nur eines wichtig: share holder value und das immer mehr und immer schneller. Ausbildung kostet Geld und ist Mittel- bis Langfristplanung. Das kann sich ein Unternehmen das allen möglichen Aktionären alle 3 Monate seine Zahlen vorlegen muss (und wehe der Gewinn ist nicht gestiegen-egal warum) nicht leisten.

    (Nur am Rande:Man kann es auch mal so sehen: Ein Unternehmen bildet Mitarbeiter aus und die werden dann von Konkurrenzunternehmen weggeschnappt...wer ist da nun der Blöde?).

    Offensichtlich wird die Menschheit nicht unbedingt intelligenter (zumindest was die social skills betrifft). Man schaue sich doch einfach nur mal an, was zum Beispiel ein Werner von Siemens für eine Einstellung seinen Mitarbeitern gegenüber hatte, und wie das in diesem Laden heute aussieht:

    "Siemens machte sich schon früh Gedanken um das Schicksal seiner Leute. Die normale Entlohnung erschien ihm nicht ausreichend: Mir würde das Geld wie glühendes Eisen in der Hand brennen, wenn ich den treuen Gehülfen nicht den erwarteten Anteil gäbe. Neben altruistischen Motiven veranlassten ihn auch firmentaktische Beweggründe zu einem solchen Vorgehen, wie er in einem Brief an seinen Bruder Carl schrieb: Es wäre auch nicht klug von uns, sie leer ausgehen zu lassen im Augenblicke großer neuer Unternehmungen."

    ...der gute würde sich unablässig im Grabe drehen, wenn der wüsste, was die (rein menschlich gesehen) aus seiner Firma gemacht haben.

    Oder der:
    "Von Anfang an war Bosch die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter ein besonderes Anliegen. Im Bewusstsein der sozialen Verantwortung des Unternehmers führte er bereits 1906 als einer der ersten in Deutschland die achtstündige Arbeitszeit ein. Dies brachte ihm auch den Beinamen "Der rote Bosch" ein. Weitere vorbildliche soziale Leistungen für die Mitarbeiter folgten. An den Rüstungsaufträgen des Ersten Weltkriegs hatte Robert Bosch nichts verdienen wollen und spendete mehrere Millionen Mark für gemeinnützige Zwecke. 1940 übergab er ein von ihm gestiftetes Krankenhaus in Stuttgart seiner Bestimmung. Der 1969 entstandene Neubau trägt noch heute den Namen "Robert-Bosch-Krankenhaus"."

    Auch dem guten Robert würde sicherlich einiges gegen den Strich gehen, wenn er seine heutige Firma vom sozialen Standpunkt aus betrachten könnte.

    Und so kann man gerade weitermachen. Wenn man mal -muss gar nicht so genau sein- hinschaut, dann kann man sagen, dass in den Zeiten sozial eingestellter Unternehmerpersönlichkeiten die Produktion zumindest in deren Betrieben geflutscht hat und der Mitarbeiter sich noch mit dem Betrieb indentifiziert hat. (In diesen Zeiten sind diese Unternehmen zu Weltunternehmen aufgestiegen). Auch die Fort-und Weiterbildungen wurden z.T oder ganz durch die Unternehmen finanziert, was schlussendlich zu einem echten gesunden Wachstum geführt hat und nicht wie heute über finanztechnische Tricks irgendwelchwer graumelierten Krawattenheinis, für die diese Unternehmen offensichtlich in erster Linie ein SB- laden sind.

    Deutschland war immer bekannt, für seine gut ausgebildeten Leute und zehrt zum Teil noch heute davon (Ansehen im Ausland). Die Einstellung ausländischer bzw. nichteuropäischer qualifizierter Mitarbeiter dürfte genauso ausgehen, wie das Hornberger Schiessen, oder die Inderschwappwelle um 2000 in der Interneteuphorie.
    (Die paar die gekommen sind, sind längst wieder weg.)
    Wie soll das denn genau funktionieren?
    Wir geben Dir eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Jahre und dannach kannst du dich wieder verpissen, oder wenn´s schlechter geht schon früher?

    Und dann noch was zum Ausbildungsstand: Ich glaube kaum, dass irgendwelche Australier, Amerikaner, Canadier (die letzteren schlagen einen mit Arbeit tot zu wesentlich besseren Bedingungen- nicht nur finanziell) oder andere hochqualifizierte Fachkräfte mit akzeptablem Realniveau nun ausgerechnet nach D kommen wollen. Es ist doch wohl eher so, dass sie Deutschen in den letzten Jahren aud D geflüchtet sind, wo sie konnten...
    Vielleicht mal wieder ein paar Inder und ein paar Russen und Chinesen dazu?

    (Kommt nach Deutschland, hier könnt ihr Euch ein paar blaue Augen holen.....)

    Es ist schon erstaunlich, bei fast 4 Millionen (offiziellen) Arbeitslosen im eigenen Land nach so was zu schreien, wie oben schon erwähnt, die älteren und ausserdem noch erfahrenen qualifizierten in den Vorruhestand oder in die Dauerarbeitslosigkeit zu entlassen, wie blöd muss man eigentlich sein, um sowas nicht zu raffen???

    Es geht leider nur noch ausschliesslich um´s Geld, aber hier auch nur um´s kurzfristige, Produktionsprozesse optimieren, neue finanztechnische Ingenieursleistungen stricken- so das keiner mehr durchblickt wer was und wo (siehe neueste Immokrise), Elite bildet Elite aus (die haben ja auch das Moos dafür), die anderen bleiben da wo der Pfeffer wächst und es ist allemal noch billiger, so einen verschüchterten Inder zu beschäftigen, der seine Ausbildung da gemacht hat, wo´s uns (den Betrieb, den Staat) nix kostet.

    Nur: gut ausgebildete Mitarbeiter werden überall auf der Welt gebraucht und dass man in D nicht mehr unbedingt das Sahnehäubchen verdient, hat sich auch schon ausserhalb rumgesprochen....., und mancher vielleicht gar nicht von da weg will, wo er lebt und arbeitet, selbst wenn er weniger verdient weil für manche Menschen auch noch andere Dinge wichtig sind wie sozialer Anschluss, Lebensumgebung und Lebensgefühl.....wieso also sollte da der run auf deutsche Arbeitsstellen einsetzen????

    Und die Herrschaften in den Vorstandsetagen:drink: sollten sich endlich mal darauf besinnen, was für Verpflichtungen sie gegenüber ihren Mitarbeitern haben und auch gegenüber ihren share holdern, und dazu gehört auch dem Dümmsten (share holder) klarzumachen, dass Aus-Fort-und Weiterbildung keine Ausgabe sondern eine Investition ist.
    Aber da haben die wohl alle geschlafen als das mal in den Vorlesungen erwähnt wurde, oder was? :sleep:

    Ach ich hab da grad so ne´:idea: Unbezahlte 3 Jahrespraktika für Ingenieure und Techniker aus dem Ausland mit Stockbett im Asylbewerberheim und warmer Suppe von der Caritas......das treibt doch die share holder value in´s himmlische.....
    Saludos
    rasa
     
  8. Bundesregierung Fachkräfte

    Was haltet ihr davon das die Bundesregierung beschlossen hat das im Bereich Elektrotechnik sowie Maschinenbau das arbeiten für ausländische Fachkräfte in Deitschland erleichtert wird?
    Teilt jemand die Vorstellung das dadurch unser Lohnniveau gesenkt wird?
     
  9. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Natürlich sind die Probleme hausgemacht: vor gar nicht allzu langer Zeit brauchte man für gewisse Berufe schon Abitur um überhaupt bei der Bewerbung beachtet zu werden. Lehrstellenmangel war und ist (?) ein Problem. Aber die Firmen, die keine Lehrlinge ausbilden wollten schreien jetzt am lautesten! Dabei ist das doch die beste Chance sich einen zukünftigen Mitarbeiter zu "erziehen": gutes Betriebsklima, Zukunftsperspektiven, Aufstiegschancen und das Wichtigste: ein Chef / Vorgesetzter sollte immer das vorleben was er von den Mitarbeitern verlangt! Dann hat der Arbeitnehmer auch Anreize für längere Zeit in der Firma zu bleiben. Die Höhe der Löhne ist bei einem guten Umfeld nebensächlich, denn die wenigsten würden einen Betrieb verlassen in dem sie sich wohlfühlen!

    Es gibt aber auch einige (zu wenige) Betriebe, die ihre Mitarbeiter anders "binden" und "locken":
    Kindergartenplätze, flexible Arbeitszeiten, Unterstützung bei Wohnungssuche, Fortbildungsangebote, ... komischerweise haben DIE keinen Fachkräftemangel :p

    Aber solange der Arbeitnehmer als Kostenfaktor und Ballast behandelt wird, kann sich an der Einstellung der Leute zu ihrer Arbeit nicht viel ändern.
    Aber jetzt gleite ich vom Thema ab .... es regt mich halt so auf, wie einige Firmen ihre Leute behandeln - da brauchen die sich echt nicht mehr wundern. Nehmt ruhig Osteuropäische Akademiker - die kosten zuden bloss ein Drittel und haben keine Ansprüche ... :confused:
     
  10. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Tja wird auch beim Spiegel Lieblingsthema:

    Fachkräfte-Not erfasst komplette Regionen Deutschlands

    Von Carsten Volkery

    Fehlender Nachwuchs, mangelnde Ausbildung, Brain Drain nach Süddeutschland: In mehreren Regionen der Republik können offene Stellen für Technik-Fachkräfte akut nicht mehr besetzt werden. Experten loben den Regierungsplan, Osteuropäer ins Land zu holen, als beste Lösung - kurzfristig.

    Quelle: (dort komplett)

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,501894,00.html


    Meine Meinung zu der Thematik:

    Hier zeigt sich halt mal wieder, dass die Arbeitgeber am längeren Hebel sitzen und die Politik immer schön das zu tun hat was die Wirtschaft fordert.

    Erst sparen sie sich das Geld für Aus- und Weiterbildung, dann schreien sie nach Fachkräften aus dem Ausland und dann sind ihnen die Fachkräfte (egal ob aus dem Aus- oder Inland) auch noch viel zu teuer.
    Man könnte ja jetzt sagen: ihr habt nicht genug in Aus- und Fortbildung investiert jetzt müsst ihr bluten und den Fachkräften, die es im Inland gibt hohe Löhne bezahlen (Angebot und Nachfrage) bzw. auch den ausländischen Fachkräften dicke Gehälter bezahlen....sonst dürfen die nicht kommen .
    Aber so funktioniert das in den modernen Zeiten halt nicht mehr: es wird solange gejammert und Lobbyarbeit betrieben bis die Beschränkungen/Anforderungen für Fachkräfteimport gesenkt werden, dadurch verschlechtert sich natürlich auch wieder die Verhandlungsposition der inländischen Fachkräfte.

    Die AG sparen also durch
    -nicht investiertes Geld in Ausbildung/Fortbildung
    -"Billigeren Einkauf " von ausländischen Fachkräften
    -In der Folge (größeres Angebot bei gleicher Nachfrage) auch durch "billigeren Einkauf" inländischer Fachkräfte

    und die Unternehmensgewinne steigen und steigen......also alles richtig gemacht.Aber die Aussage: "wenn das nicht so gemacht wird wie wir es wollen verlagern wir unsere Firma ins Ausland" ist nun mal ein sehr überzeugendes Argument.
    Bleibt festzustellen: die Globalisierung hat Vor- und Nachteile: für schlecht ausgebildete Arbeitnehmer (fast) nur Nachteile, für gut ausgebildete Arbeitnehmer Vor- und Nachteile, für Unternehmen nur Vorteile.
    Finden wir uns damit ab !?!?
     
  11. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Also meines Wissens sind bestimmte Vorraussetzungen zu erfüllen dass ausländische Fachkräfte hier arbeiten dürfen.
    Es sind Mindestgehälter zu zahlen.
    Wenn ich mir dann den Thread ansehe, was so Techniker verdienen, dann wurde wohl keinem die Arbeit weggenommen.

    Auf der andern Seite, seid doch froh, dass Fachkräftemangel herrscht. Wenn ein Überangebot da wäre, dann hätten wohl viele Probleme einen Job zu finden.
    Es macht sich auch bei Gehaltsverhandlungen besser, wenn man weis, dass man gesucht wird und nicht dass man wirklich nur einer von sehr vielen ist.

    Dass keine Facharbeiter da sind, stimmt da stimme ich zu, die Firmen sollen mehr ausbilden und die Leute dann ordentlich vergüten, dann bleiben die auch.
    Dass aber Meister, Techniker und Ingenieure fehlen, daran sind wohl weniger die Firmen schuld. Es gab wohl die letzten Jahre einfach kein Interesse, E-Technik oder Maschinenbau zu studieren. Vieleicht traute man einfach dem Standort Germany keinen Aufschwung in dieser Richtung zu.
    Warum studiert wohl kaum noch einer Kerntechnik?
    (Obwohl der Abriss sicherlich auch hochqulifiziertes Personal benötigt)

    Im übrigen mache ich mir da keine Sorgen, ich glaube nicht, dass ausländische Fachkräfte Konkurenz sind. Wie war es denn mit den IT`lern vor Jahren??
     
  12. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    ...darum gehts doch hier: der Zugang soll erleichtert werden und der Mindestlohn für die importierten Fachkräfte von 84000 auf eine Summe zwischen 40 und 60K gesenkt werden.
    Auf der anderen Seite gibt es dann weiterhin genügend Arbeitslose, die man durchaus für die entsprechende Stelle qualifizieren könnte.
    Aber das interessiert dann den AG nicht mehr da es dann ja billiger und schneller geht einen Tschechen zu holen der diese Qualifikation schon besitzt..........achso und weisst Du wer dann weiterhin das Arbeitslosengeld für den nicht eingestellten Inländer bezahlt ?

    Ich zweifle den heraufbeschworenen Fachkräftemangel stark an und bin weiterhin der Ansicht, dass das Ganze nur ein Ziel hat: die Industrie will junge, hochqualifizierte Fachkräfte und das für möglichst wenig Geld !
     
  13. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    [OT]
    Hoffen wir mal, dass irgendwann mal eine Regierung den Mumm hat, die größte Volkswirtschaftliche Fehlentscheidung aller Zeiten rückgängig zu machen bzw. so lange auszusetzen bis ein gleichwertiger Ersatz geschaffen ist und alle (umliegenden) Länder mitziehen. Die daraus resultierende Verteuerung der Energie wird den Wirtschaftsstandort Deutschland noch nachhaltiger schädigen als alles andere zusammen. Dann können wir wie die Italiener den Atomstrom aus dem Ausland importieren. Da haben wir echt was davon.

    Am besten sollen sie schon mal anfangen eine Kuppel über Deutschland zu bauen, damit wir von den umgebenden Ländern hermetisch abgeschottet sind. Sonst haben wir nichts von unserer Klimaverbesserungen, dafür aber ein noch größeres Arbeitsplatzproblem da alle Energieintensiven Industriezweige auf Grund der gestiegenen Kosten abwandern. Hinzu kommt noch der zusätzliche Mehrverbrauch an fossilen Energieträgern, den wir heute schon haben um den weggefallenen Atomstrom zu kompensieren.
    [/OT]

    Mit der Abschaffung der Vorrangprüfung haben die ja mal wieder ein wahres Glanzstück vollbracht. Jetzt dürfen die Arbeitssuchenden im Süddeutschen raum, wo ja eher Arbeitsplatzmangel herrscht, mit zusätzlichen Leuten um die paar freien Stellen konkurrieren oder in andere Gebiete zu Gunsten der Ausländer abwandern. Wirklich ne tolle Leistung. :mecker:

    Jens
     
  14. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Ich muss sagen ich bin auch voll gegen diesen Atomausstieg wie er jetzt praktiziert wird. Habe aber über die wirtschaftliche Seite noch gar nicht so nachgedacht.

    Ich finde es einfach nur ein Witz, dass man die Kernenergie mit 20 neuen Kohle und Gas Kraftwerken kompensieren will. Von wegen Emisionsminderung :LOL:. Wenn man sagt man kompensiert die KKWs mit sauberen Energieformen würde ich es ja noch verstehen und wäre dann auch voll dafür. Aber so das ist doch unbegreiflich! Vorallem wird dann an anderer Stelle diskutiert ob man Glühbirnen verbieten sollte um Co2 einzusparen!!! :rolleyes:

    Und wenn wir dann mal diese ganzen neuen Kraftwerke haben, die mit fossielen Brennstoffen betrieben werden. Was ist dann wenn du russen mal wieder ein Ei am wandern haben? Wir sind ja dann bald vollständig von denen abhängig!

    Da kann man sich doch nur an den Kopf fassen:oops:

    Aber mich fragt ja keiner!
    Gruss
     
  15. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Also das mit dem Atomausstieg und der Energiebilanz Deutschlands in den nächsten Jahren ist ja ganz interessant, aber hat doch wohl nicht ursächlich mit dem eigentlichen Thema zu tun, das sich um die augenblickliche Frage dreht ob oder ob nicht ein Techniker/ Facharbeiter/ Ingenieursmangel besteht?

    Es war nicht anders zu erwarten: Deutsche Politiker zeigen durch alle Farben mal wieder extreme Hirnlosigkeit und kriechen den Wirtschaftsbossen wie immer in selbigen.
    In das selbe Horn stösst die Presse, die ja nun anzeigenabhängig agieren muss; oder kann sich einer vorstellen, was es heisst, wenn z.B. ein bekanntes deutsches Wochenmagazin plötzlich auf Anzeigen aus der z.B Automobilindustrie verzichten muss?

    Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ein Ing woher auch immer tatsächlich in Betracht zieht, ausgerechnet nach D zu kommen, um dort in einem unsicheren Job zu einem relativen Hungerlohn, in einer ausländerfeindlichen Gesellschaft, in Unternehmen mit unmenschlicher Arbeitsumgebung (Druck, Mobbing, Duckmäusern, überalterte hierarchische Strukturen usw.) zu "arbeiten".
    By the way: Ich habe einem englischen IT-Ing (Master, 10 Jahre Berufserfahrung) mal eine Vergütungstabelle für Ings in D im Netz aufgerufen für seine Quali und Berufserfahrung....der hat sich schlappgelacht....

    Die, die wirklich gut sind, können sich inzwischen global ihren Arbeitsplatz aussuchen und gehen nach Kanada, Schweden, in die Schweiz, nach Irland, GB usw weil da so ziemlich alles im Arbeitsbereich besser ist und nicht nur die Vergütung, bzw können ohne weiteres selbst in ihren Heimatländern (z.B. Polen) vergleichbar oder mehr verdienen, bzw. bei niedrigeren Lebenshaltungskosten real natürlich mehr.

    Es ist ja nicht so, dass die Unternehmen am Hungertuch nagen und ihre Leute zwangsweise nicht besser bezahlen können. Die Raffgier und die Gewinnmaximierung wurde und wird vorwiegend auf dem Rücken der AN ausgetragen. Das Geld, um vernünftige Löhne zu bezahlen ist auf jeden Fall da und es würde trotzdem noch ein ansehenlicher Gewinn rausspringen. Das sollte einen wirklich sauer machen.

    Ich werde in dem Moment höchst erfreut sein, wenn sich diese "Managerelite" mit Brett vorm Kopf demnächst ganz gewaltig auf den Arsch setzt, weil wirklich keiner nach D kommen will, und weiterhin gut ausgebildete Fachkräfte auswandern, weil sie woaders willkommen, gerne gesehen, gut bezahlt und gesucht sind.
    Hier wird und soll sich die Lohnpolitik der letzten Jahre gnadenlos rächen und es wird vergnüglich sein, anzusehen, wie nun die qualifizierten und hochqualifizierten An plötzlich Forderungen stellen können, und wahrscheinlich in einem Ausmass, von dem heute noch nicht mal einer zu träumen wagt.

    Diese weltfremden SB-Vorstandsheinis werden sich in nicht allzuferner Zukunft umschauen, und genau dann, wenn der wirkliche Mangel (der sich jetzt langsam abzeichnet) in zwei bis drei Jahren durchschlägt. - die könnten ja auch mal über 40 jährige einstellen, da gibt es noch ein paar die rumsitzen und nen Job suchen- Die Wirtschaftversucht jetzt vorsorglich einen Pool zu schaffen um die Löhne weiterhin niedrig halten zu können- was diesmal nicht mehr funktionieren wird- wer will schon bei diesen Scheissbedingungen in D arbeiten, da kommen höchstens noch drittklassige Hiwis und damit lässt sich keine Hochtechnologieproduktion fahren.. woanders ist´s einfach besser, die Bedingungen in D sind in vielen Betrieben unerträglich und menschenunwürdig und die Bezahlung lächerlich für die erwartete Gegenleistung.

    Es wird endlich Zeit, dass die Unternehmen in D vernünftige Löhne bezahlen
    Deutschland ist für niemanden mehr das Land in dem Milch und Honig fliesst, Deutschland ist für qual. Arbeitnehmer aus dem Ausland genauso interessant, wie ein Autoreifen für einen Frosch.
    Aber da leben einige noch in den 60ern und haben nicht mitgekriegt, dass wir 2007 schreiben.
    Und dass sehen die Herren Schlipsträger zum grössten Teil in ihrer bodenlosen Ignoranz nicht. Genausowenig, dass Ausbildung essentiell ist, für das langfristige Überleben eines Unternehmens und das -auch wenn ich mich wiederhole,sorry- Bildung eine Investition ist und nicht ein Kostenfaktor und das ein Unternehmen im Technologiebereich ihre Mitarbeiter ständig schulen muss, sonst ist es bald vom Markt. Jaja, woanders suchen ist schon billiger, aber es kommt ja eh keiner:LOL:
    saludos
    rasa
     
  16. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    ... und genau aus diesem Grund werde ich nach Beendigung meiner T-Ausbildung ALLE Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Bin jung und ungebunden und weiss was in anderen Ländern für Arbeitsbedingungen sind. Was hält mich also noch in (Ausbeuter-) Deutschland? Ein Lohn mit dem ich als Alleinverdiener kaum eine Familie ernähren, geschweige denn fürs Alter vorsorgen und Wohneigentum schaffen kann? Liebe Bosse / Chefs / Manager: Warum sollen eure Nachfolger euren Mist ausbaden? JETZT muss etwas geschehen um den Standort D auch weiterhin attraktiv zu machen.

    An alle, die auch mal die "Auswandererserien" im TV schauen: sicherlich ist nicht alles für bare Münze zu nehmen, aber aus meinem Umfeld bekomme ich schon einiges mit. Das ist doch schon recht interessant, was ausländische Firmen tun um einem (deutschen) AN die Stelle schmackhaft zu machen ...
    Da ist es kein Wunder, daß die Elite D verlässt ...
     
  17. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Im Ausland ist auch nicht alles Gold was glänzt. Wenn man sich unser Sozialsystem hier anschaut, dann ist das immer noch besser als in anderen Ländern (USA, Canada...) wo man sich für jeden sch... privat Versichern muss.

    Zum Fachkräftemangel:

    Ich denke, dass dieser "Fachkräftemangel" zum größten Teil an den utopischen Vorstellungen der Personalbüros liegt. Da werden Ing und Techniker gesucht mit Stellenausschreibungen die so detailiert sind, dass sich einfach niemand davon angesprochen fühlt. Und wenn man dann über die Einarbeitung redet, dann heißt es "wenn Sie die Stelle haben wollen, dann setzen wir vorraus, dass Sie das können" oder "wenn wir Sie erst anlernen müssen, dann kommen Sie die ersten Monate ins Trainee-Programm" was dann heißt, du hast zwar die gleichen Aufgaben, wirst aber Praktikantenmässig bezahlt.

    Bei meinem Bruder in der Firma wurden bis Anfang dieses Jahres kein Sonderurlaub für Weiterbildung gewährt. Also ich denke mal, wenn sich schon jemand bereiterklärt sich beruflich Fortzubilden dann sollte der AG auch bereit sein etwas dazu beizusteuern.

    MFG

    Markus
     
  18. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Nun will ich auch mal meinen Senf dazu geben. :)

    Ich kann verstehen, dass die deutsche Wirtschaft einerseits händeringend nach "höchst"qualifizierten Frachkräften sucht um den technologischen Vorsprung zu halten. Andererseits muss man aber auch ganz klar sagen, dass in Deutschland immer noch genügend Fachkräfte auf Stellensuche sind, die bislang wohl nicht gut genug waren.

    Meiner Meinung nach will die Wirtschaft mit dieser Forderung nur den Druck auf die inländischen Arbeitskräfte hoch halten um besser ihre Tarifforderungen durchsetzen zu können. Folglich besteht auch kein Interesse, dass die Arbeitslosenzahlen weiter sinken, denn zum einen würden dann die Forderungen der AN wieder steigen (keine Angst mehr vor Arbeitslosigkeit) und zum anderen die Auswahl an Bewerbern.


    Ein Unternehmen hat doch am liebsten, wenn es aus 3-4 oder noch mehr Fachkräften auswählen kann und es nicht auf den einzigen Bewerber der von der Agentur für Arbeit geschickt wird angewiesen ist.

    Deshalb lautet mein Fazit:
    Es gibt genügend Fachkräfte in Deutschland, einzig die Auswahl für die Unternehmen ist nicht mehr so groß.
    Darum sollten die Unternehmen mehr in die Ausbildung und Förderung ihrer Mitarbeiter investieren um sich zukünftig solche selbstverschuldeten Situationen zu ersparen.
    Einzig wie schon aufgeführt, finde ich es sinnvoll die Tür für "höchstqualifizierte" offen zu halten.

    MFG
    Esuan
     
  19. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Hier meine Meinung!

    Habe 7 Jahre für eine große Firma (Siem...), als Maschinenbautechniker in der QM gearbeitet.
    Lohn: 37000€ im Jahr.

    Bin jetzt seit Anfang des Jahres, mit meiner Frau, in die Schweiz ausgewandert.
    Klar ist auch hier nicht alles aus Gold, aber bei meinem jetzigen Lohn von 110000 Franken (ca. 69000€), 25% Lohnsteuern, versichere ich mich gerne Privat!
    Die Privatversicherung kostet mich 220 Franken (ca. 135€) monatlich, bei einer Selbstbeteiligung von 1500 Franken (ca. 920€).
    Schaut doch mal auf euren Lohnzettel, was ihr da so abdrücken müßt bei der gesetzlichen Krankenversicherung (Kranker 2-ter Klasse).

    Da ist es mir nicht schwer gefallen, Deutschland "Auf wiedersehen" zu sagen.
    Eine Anstellung zu bekommen, war ein "Kinderspiel".
    Auch hier werden Fachkräfte gesucht und dringend gebraucht.

    Ich gebe allen Recht, die der Meinung sind, das in Deutschland die guten Fachkräftestellen absolute Mangelware sind.
    Bezahlung besch..., arbeiten für Drei, Fortbildung? Kein Thema, natürlich nur auf Privatbasis und am Wochenende, etc.

    Angst braucht glaube ich keiner In Deutschland haben, daß "plötzlich" die halbe Fachkräftewelt nur in Deutschland arbeiten will!

    Hier in der Schweiz lachen eh alle Deutschen aus, wenn sie erfahren, was man in Deutschland verdient und zu welchen Konditionen.

    Also keine Panik, der ausländische Fachkräfteansturm wird sich noch lange rauszögern!!!

    Hoffe ich habe keinem auf den "Schlipps getreten", mit meiner persönlichen Meinung.

    Ich kann nur sagen:

    Auf wiedersehen Deutschland und Grüezi Schweiz!
     
  20. AW: Fachkräfte- und Technikermangel

    Hallo leole! Wollte mal wissen wie alt du bist und wie deine Arbeit in der Schweiz so aussieht?? mfg aus Deutschland:) seefieber
     

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