Enthalpie bei einem isothermen Prozess

Hallo Leute,

ich beschäftige mich gerade mit thermodyamischen Prozessen und da ist mir folgendes unklar:
also was die Enthalpie ist und deren Herleitung ist bei isobaren bzw. isochoren klar...ich betrachte das gerade bei einem isothermen Prozess:

bei einem solchen wird ja das bsp. gas komprimiert und weil das System nicht adiabat ist ist die bei diesem Prozess austretende Wärme Q gleich der für die Kompression zugeführten Arbeit und die Innere Energie konstant:
[TEX]dU=0 -->Q=-pdV[/TEX]

soweit so gut.
Betrachte ich nun die Änderung der Enthalpie kommt es zu:

[TEX]dH=0+d(pV)=pdV+Vdp [/TEX]

an dieser Stelle wird in den Fachbüchern immer mit dem idealen Gasgesetz gerechnet und wegen

[TEX]\Delta T=0 [/TEX]

kommt es zu dH=0.

Wie schaut das eigentlich bei inkompressiblen Medien aus...hier kann der d(pv)-Term ja nicht wegfallen oder?..dann müsste

[TEX]dH=pdV+Vdp [/TEX]

gelten wenn das Medium nicht kompressibel ist oder?
..was für ein Prozess wäre das überhaupt bei dem in inkommpressibles Medium eine Volumenänderung und eine Druckänderung erfährt..hat da vl. jemand von euch ein anschauliches Beispiel parat?

danke schonmal für eure Hilfe!!!

lg
maggie
 
Bei idealen Gasen sind Isothermen immer Isenthalpen. Deshalb könnte man z.B. mit einem idealen Gas keine (drosselbasierte) Kompressionskältemaschine betreiben.
Bei einem inkompressiblen Medium ist dV = 0. Im isothermen Fall bleibt also nur noch dH = Vdp und damit H2-H1 = V(p2-p1) übrig. Neben Gleichdruckprozessen hat die Enthalpie auch bei Strömungsprozessen Relevanz. Ein typisches Beispiel hierfür ist eine Flüssigkeitspumpe. Um ein Volumen V vom Druckniveau p1 auf p2 zu fördern, ist die Energie V(p2-p1) aufzuwenden (bei Vernachlässigung äußerer Energien). Interessant ist hier der Vergleich mit einem Gas: Die notwendige spezifische Energie um ein Gas auf p2 zu komprimieren ist um ein Vielfaches höher (Vgl. Speisewasserpumpe eines Dampfkraftwerkes und Verdichter einer Gasturbinenanlage: thermischer Wirkungsgrad!).
 
Hey danke für die detaillierte Antwort und den Input mit der Gasturbine...sehr anschaulich.
Bei einer Kompression des Fluides:
Wenn ich mir jetzt jedoch das p-v-Diagramm von einem isothermen Prozess an einem inkompressiblen Medium anschaue...dann wird das doch zum isochoren p-v-Diagramm weil das Volumen ja konstant bleibt..oder betrachte man dann hier den realen Fall..da ja jedes Medium bis zu einem finiten Teil kompressibel ist (dV <<1)?

Beförderung eines Fluides
Heist das jetzt, dass das Befördern eines Fluides von einem Druckniveau auf ein anderes ist ein isothermer Vorgang ist? (Druckänderung ungleich null, und das Volumen des Fluids im Rohr wird auch größer) Die Reibungswärme im Rohr würde ja an die Umwelt abgegeben werden..also wäre dT=0.

Danke schonmal
 
Inkompressibilität ist natürlich eine Idealisierung. Wenn man einfach rechnen will und nicht an hoch genauen Ergebnissen interessiert ist (was meist sowieso nichts bringt), dann macht diese Idealisierung Sinn. Dadurch gilt dann dv = 0 (Zustandsänderungen im pv-Diagramm im allgemeinsten Fall Vertikalen).
Auch eine isotherme Zustandsänderung ist eine Idealisierung, die es so in der Realität nicht gibt. Die Flüssigkeit in einer Pumpe wird sich natürlich erwärmen, was man aber für einfache Rechnungen meist vernachlässigt. Betrachtet man den nicht isothermen Fall, dann muss das Medium nicht nur inkompressibel (v=v(T)), sondern dichtebeständig (v=konst.) sein, damit weiterhin dv = 0 gilt.
 
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