Entgeltgruppe iGZ/BAP für Techniker als Konstrukteur

Dieses Thema im Forum "Berufsleben und Gehalt" wurde erstellt von bademeister22, 21 März 2018.

?

In welcher EG seid ihr Konstrukteure?

  1. EG 6

    0 Stimme(n)
    0,0%
  2. EG 7

    1 Stimme(n)
    33,3%
  3. EG 8

    2 Stimme(n)
    66,7%
  1. Hallo zusammen,

    ich schließe in Kürze mein Maschinenbaustudium ab und möchte anschließend als Konstrukteur arbeiten. In den Stellenanzeigen der Ing.-Dienstleister steht als Voraussetzung meist abgeschl. Studium oder Technikerabschluss. Ich gehe davon aus, dass dann auch Leute mit abgeschlossenem Studium in die Technikerentgeltgruppen eingeordnet werden.

    Frage:
    Wird man als Konstrukteur mit Technikerabschluss beim Ing.-Dienstleister mit igZ-Tarif eher in die EG 6 oder EG 7 eingeordnet. Die Beschreibung der der Entgeltgruppen ist ja sehr allgemein.

    Über eure Erfahrungen wäre ich dankbar.

    Grüße
     
    hakufu97 gefällt das.
  2. Bundesland?

    Und die Einstufung geht nicht nach Abschluss, sondern nach Tätigkeit. Der Abschluss spielt nur eine untergeordnete Rolle.
     
  3. Das ist und bleibt falsch. Zwischen sgT und Bachelor, zwischen Bachelor und Master und auch zwischen Master und Doktor gibt es (unterschiedlich hohe) gläserne Hürden. Und die zu überspringen ist nicht ganz einfach.
    Ich sage es immer wieder (gerne)... wir stellen bei uns für gewisse Aufgabenbereiche keine sgT ein, Bachelor ist Mindestanforderung...

    Bei den Einstufungen nach ERA steht im Übrigen auch dabei, für welchen Abschluss die jeweilige Einstufung empfohlen wird...

    Die Katze beißt sich in den Schwanz. Natürlich hängt die Einstufung von der Tätigkeit ab. Aber die Tätigkeit definiert wiederum, welcher Abschluss dafür empfohlen bzw. vorausgesetzt wird. Insofern hängt die Eingruppierung selbstverständlich auch vom Abschluss ab...
     
  4. http://www.bw.igm.de/downloads/arti...ndustrie_ERA_Tarifvertrag_Niveaubeispiele.pdf

    Unter Punkt 1.2.1 wird die Ausbildung berücksichtigt. Hier hat die Firma einen gewissen Spielraum.
    Bei manchen Stellen gibt es natürlich Mindestanforderungen (ich denke, die Vorraussetzung sollte bekannt sein, dass z.B. die Stelle eines Entwicklungsingenieurs nicht von einer Person ohne entsprechende Ausbildung besetzt wird (könnte die Firma zwar, macht sie aber nicht )), bei manchen nur Empfehlungen. Und über die Ausbildung werden die entsprechenden Punkte vergeben und ggf. noch ein wenig mit der Stufe gespielt. Deshalb ist es nicht falsch, dass die Ausbildung eine untergeordnete Rolle spielt :)
     
  5. Hallo.

    erstmal danke für die Antworten. Also in den Beschreibungen der Entgeltgruppen des igZ-Tarifs wird sich vorallem auf den Abschluss bezogen:

    EG 6:
    Selbstständige Ausführung von Tätigkeiten, für die eine abgeschlossene, mindestens dreijährige Berufsausbildung, entsprechende aktuelle Arbeitskenntnisse und Fertigkeiten sowie zusätzliche spezielle Qualifikationsmaßnahmen wie Meister- oder Technikerausbildung erforderlich sind.
    EG 7:
    Ausführung von speziellen Tätigkeiten, für die eine Meister-, Techniker- oder Fachschulausbildung erforderlich ist, bei denen die Arbeitnehmer Verantwortung für Personal und Sachwerte zu tragen haben oder selbstständig komplexe Aufgabenstellungen bewältigen müssen.
    EG 8:
    Ausführung von speziellen Tätigkeiten, für die ein
    abgeschlossenes Fachhochschulstudium erforderlich ist, bei denen selbstständig komplexe Aufgabenstellungen zu bewältigen sind.
    ( https://www.ig-zeitarbeit.de/system..._igz-dgb-tarifwerk_2017-2019_doppelseiten.PDF )

    Also wenn beim Ing.-Dienstleister in der Stellenanzeige steht, dass ein abgeschlossenes Studium oder eine Weiterbildung zum Techniker gefordert ist, hätte mich interessiert ob man eher mit EG 6, EG 7 oder EG 8 eingestuft wird wenn mein abgeschlossenes Studium besitz. Wenn nur die Tätigkeit zählt, wird es wohl auf 6 oder 7 hinauslaufen.

    Ich weiß, dass das sehr unterschiedlich sein kann und von vielen Faktoren abhängt. Deshalb hätten mich halt eure Erfahrungen interessiert.

    @masls : Warum ist das Bundesland wichtig? (werde mich deutschlandweit bewerben)

    Grüße
     
  6. Eine Fachschulausbildung ist aber kein Fachhochschulstudium. Somit wirst Du mit einem abgeschlossenen Maschinenbaustudium natürlich mit EG8 und höher als ein Techniker eingestuft, wäre auch komisch wenn dem nicht so wäre. Ein Bachlorstudium ist deutlich tiefgreifender also so ein schnöde Technikerausbildung und das ist wirklich so. Bei der Technikerausbildung fängt man z.B. wieder mit Binomen an und das Thema wird länger als eine Woche durchgekaut...
     
    bademeister22 gefällt das.
  7. @Duke711 ...das hoffe ich natürlich, will ja schließlich nicht umsonst studiert haben. Allerdings hab ich Sorge, dass man quasi unterhalb seiner Qualifikation eingestuft wird wenn die Stelle prinzipiell auch für Techniker ausgeschrieben ist.
     
  8. :angelic:

    Hatte den Zusatz, dass deine Frage auf den igz-Tarif zielt, nicht gelesen und bin von IG-Metall Tarif ausgegangen. Dort gibt es je nach Bundesland verschiedene Tarifstrukturen.

    Dann sorry für die nicht wirklich zielführende Diskussion, die zwischendrin von mir mit geführt wurde.
    Warum willst du unbedingt zu einem Ingenieurdienstleister? Ist das ein Ziel von dir (z.B. möglichst viele verschiedene Firmen kennen lernen um Erfahrung zu sammeln) oder hast du Angst, nichts zu finden?
     
  9. Ich werde mich natürlich auch bei Nicht-Dienstleistern bewerben, allerdings sind die Chancen beim Dienstleister genommen zu werden halt deutlich höher. Die geforderte Flexibilität würde mich als Berufseinsteiger nicht stören und man hat die Chance bei großen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Jetzt bin ich dabei Best-Case und Worst-Case-Szenarien in Bezug auf das Gehalt zu überschlagen (deswegen dieser Thread).
    Gerade die Branchenzuschläge (M+E für mich relevant) lassen das Gehalt gar nicht so schlecht aussehen.
    Hier mal ein Paar Rechenbeispiele von mir:

    Voraussetzungen:
    ANÜ, iGZ-Tarif ( West, ab 01.04.2018 ), 40h Woche, 250 Arbeitstage pro Jahr, Branchenzuschläge M+E, alle weiteren Zuschläge unberücksichtigt

    Einsatzdauer beim Entleiher 6 Monate (Gehalt ist Durchschnitt über die gesamte Projektdauer):
    EG 6: 3.058,75€ pro Monat, 36.705€ p.a.
    EG 7: 3.572,08€ pro Monat, 42.864,96€ p.a.
    EG 8: 3.843,61€ pro Monat, 46.123,32€ p.a.

    Einsatzdauer 9 Monate:
    EG 6: 3.276,02€ pro Monat, 39.312,24€ p.a.
    EG 7: 3.825,86€ pro Monat, 45.909,96€ p.a.
    EG 8: 4.116,30€ pro Monat, 49.395,60€ p.a.

    Vorallem in der EG7 und EG8 wäre das Gehalt durchaus OK, da bekommt man beim KMU zum Einstieg auch nicht mehr.

    Vielleicht hat ja jemand Erfahrung und kann sagen wie realistisch meine Berechnungen sind. Klar spielen da noch viele Faktoren rein, deshalb sollen das nur grobe Richtwerte sein um bei Gehaltsgesprächen nicht vollkommen im Dunkeln zu tappen.
     
  10. Um das mal wieder aufzugreifen:

    Mag sein das ein Studium tiefgreifender ist, als eine "schnöde" Technikerausbildung.

    Kommt aber nicht nur auf das Aufgabengebiet an, sondern auch und vor allem wie sich der betreffende Konstrukteur in seinem Fachbereich verhält. Ich habe unzählige Kollegen die zwar einen Bachelor oder Master haben, aber sich nicht fortlaufend weiterbilden wollen. Was nutzt mir ein Master der vor Jahrzehnten studiert hat aber jetzt keine FEA anwenden kann...

    Oder ein Dipl.Ing. 2 Jahre vor der Rente, dem ich seine Teile konstruieren muss, weil er ganz erstaunt über Methoden wie Buttom-Up, Middle-Out oder, noch verrückter, Top-Buttom ist...

    Im prinzip geht es doch einfach darum, welchen Mehrwert man der Firma bietet. Das wird dann auf Gehalt umgelegt und fertig.
     
  11. Der ist aber nur über die Namen erstaunt. Der wendet die Methoden an ohne dass man denen einen Namen geben muss.
    Nur weil etwas einen englischen Namen hat, muss es nicht unbedingt eine innovative Methode sein ;)
     
  12. FEA ist übrigens nichts neues und heißt übrigens auf deutsch "Berechnungsing." und den gibt es schon seit Ewigkeiten. Mal davon abgesehen das (zu deutsch) FEM und CAD in einem Maschinbaugrundstudium schon seit Jahrzehnten fest integriert ist und spätestens bei der Master-Arbeit wird es wohl kaum jemanden geben der ohne den Einsatz von Simulationswerkzeug auskommen wird. Spiegelt sich auch z.B: in den FEM Foren wieder, viele Fragen von Studenten sind dort zu finden.
    Ganz anders als bei einer Technikerausbildung: CAD wird im heutigen Lehrplan immer noch nur ganz kurz angeschnitten und das Thema FEM und CFD wird überhaupt nicht behandelt.
    Bitte keine OPAs von einem Studium vor 1970 als Vergleich heranziehen die sich nie weitergebildet haben, der Vergleich hinkt gewaltig.
     
    #12 Duke711, 19 Nov. 2018
    Zuletzt bearbeitet: 19 Nov. 2018
    hakufu97 gefällt das.
  13. Wenn Techniker etwas von CFD und FEM verstehen, das ist eher eine Ausnahme. Dann wurden diese Techniker von einen FEM Kurs zum nächsten gejagt, nur sind diese Kurse nicht gerade günstig und oder hatten noch einen erfahrenen Mentor zur Seite. Das ist aber eher ein Glücksfall, denn ein Posten als Berechnungsing. wird in der Regel als letzter Posten an einem Techniker vergeben. Wenn Techniker einen Ing. Posten ergattern können, dann in der Regel in der Konstruktion als "Leitungs- und Strippenzieher", also eher einfache Arbeiten.
     
  14. Wer sagt denn das es um die Begrifflichkeiten geht? Es geht um die Anwendung. Für mich 1x1 der CAD-Konstruktion.
    Ich habe auch ganz viele tolle bunte Zertifikate wo etwas von REFA- Prozessorganisator oder REFA-Blabla steht..
    Nur weil ich den Wisch habe, heißt nicht, das ich es auch (noch) sachgemäß anwenden kann.
     
  15. Das hast du nicht geschrieben, dass es dir nicht um Begrifflichkeiten ging, obwohl du gleich mit welchen argumentiert hast:

    Hättest du geschrieben, dass der Dipl. Ing. 2 Jahre vor der Rente das CAD nicht mehr bedienen kann, weil er sich bei der Anwendung der CAD Software nicht weitergebildet hat, ist das eine andere Aussage.
    Und auch dann muss das nicht falsch sein. Ich sehe die älteren Herren eher als Entwickler, d.h. sie geben mit ihrer Erfahrung einen ersten Input und/oder greifen auch mal beratend in die Konstruktion ein. Die Umsetzung als Konstruktion können durchaus auch die Jungspunde machen - und dabei noch umsonst ganz viel Wissen abgreifen.

    Sofern deine unzähligen, aber formal besser qualifizierten Kollegen sich nicht weiterbilden wollen, wird das sicher deinem Chef mal auffallen. Die Konsequenzen muss er dann ziehen (dich über die Kollegen setzen oder die Kollegen kündigen und wieder Frischfleisch holen).

    Keine Ahnung, wo genau gerade dein Problem ist.
     
  16. Vermutlich projiziere ich grade meine Unzufriedenheit über Kollegen mit mangelndem Weiterbildungswillen in den Beitrag.
    Die letzten Master die mich unterstützen sollten waren... naja, sagen wir mal nicht sonderlich gut.
     
  17. Kein Wunder, welcher Masterabsolvent geht schon in die Konstruktion? Wahrscheinlich die Resterampe des Jahrgangs, die nichts Besseres gefunden hat. Wenn ich persönlich in die Konstruktion gewollt hätte, hätte ich eine Lehre gemacht und den Techniker draufgesattelt. Dafür benötigt man sicher keinen akademischen Abschluss und schon gar keinen Master.
     

Diese Seite empfehlen