Eisen Legierungen

Hallo, kennt jemand Eisenlegierungen, die einen sehr geringen Schmelzpunkt aufweisen also um die oder unter 500 Grad Celsius?
Danke
 
Denke nicht, dass es die gibt. Reines Eisen hat doch schon 1536°C.

Davon abgesehen hätte eine solche Legierung doch ein extrem hohes Erstarrungsintervall.

Wie kommst du denn dazu?
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
kennt jemand Eisenlegierungen, die einen sehr geringen Schmelzpunkt aufweisen also um die oder unter 500 Grad Celsius?
Natürlich: Man muss doch nur das Eisen mit einem sehr niedrig schmelzenden Metall legieren, z.B. mit Quecksilber.
Legierung könnte vielleicht sogar ein Eutektikum mit einem niedrigeren Schmelzpunkt als der niedriger schmelzende Bestandteil haben.
 
Legierung könnte vielleicht sogar ein Eutektikum mit einem niedrigeren Schmelzpunkt als der niedriger schmelzende Bestandteil haben.
Wüsste nicht, wie das gehen soll. Hab mir aber noch nie darüber Gedanken gemacht. Ich bin gespannt...

Ich hatte auch an Quecksilber gedacht. Aber wie soll man 1536°C auf unter 500 bringen? Selbst wenn das andere Metall einen Schmelzpunkt von 0 Kelvin hat?
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Schau dir mal z.B. ein Eisen-Kohlenstoff-Diagramm an:
Das reine eisen hat einen Schmelzpunkt von um die 1500°C,
aber wenn die Legierung 4,3 % Kohlenstoff enthält, schmilzt die schon bei 1147°C - immerhin über 350°C niedriger!
Insofern sind viele Legierungspartner vorstellbar - die müssen nur einen Schmelzpunkt von sagen wir mal max. 700°C haben.
Ich bin kein Metallurge, aber ich weiß, dass man z.B. Gold-Amalgam einfach herstellen kann,
indem man das Gold bei Raumtemperatur ins Quecksilber schmeißt - das löst sich da drin auf.
Solange da nicht SEHR viel Gold enthalten ist, bleibt das auch schön flüssig.
Vielleicht geht das ja mit Eisen auch so oder man löst´s in Natrium oder Aluminium oder was weiß ich auf!
Man kann die lustigsten Legierungen herstellen, manche z.B. nur im schwerelosen Zustand.
(Im Skylab haben´s die ulkigsten Leichtmetall-Legierungen gemacht!)
 
Es gibt eine große Auswahl an niedrigschmelzenden Legierungen - weshalb soll unbedingt Eisen beteiligt sein?
Zunächst könnte man - wenn unbedingt Eisen dabei sein soll - nachsehen, mit welchen Stoffen Eisen Legierungen bildet.
Dann kann man die in Frage kommenden Partner mit niedrigen Schmelzpunkten betrachten und deren Eutektikum erforschen.
Danach stellt sich die Frage, ob die Eigenschaften dieser Legierung für den angeträumten Einsatz geeignet sind.
Abgesehen von "Eisen drin" und "schmilzt bei 500°C" gibt es noch Dutzende weiterer Eigenschaften, die eine Legierung besitzt.
Also kläre vorab, was genau Du anstellen willst, bevor Du Dich selbst in eine Sackgasse schickst.
 
Wobei man dazu sagen muss, dass Kohlenstoff gar keine Schmelztemperatur hat. Es sublimiert bei ca. 3500°C. Prinzipiell schließe ich nicht aus, dass es möglich ist, eine Legierung zu erzeugen, deren Schmelzpunkt unter der des niedrigschmelzendsten Elementes liegt. Die Werkstofftechnik dahinter ist mir schleierhaft.

Insofern sind viele Legierungspartner vorstellbar - die müssen nur einen Schmelzpunkt von sagen wir mal max. 700°C haben.
Also z.B. Alu. Der TE kann ja nach verschiedenen Eisen-Alu-Legierungen suchen. Auf die Ergebnisse wäre ich gespannt.
 
Prinzipiell schließe ich nicht aus, dass es möglich ist, eine Legierung zu erzeugen, deren Schmelzpunkt unter der des niedrigschmelzendsten Elementes liegt.
Ich vermute Du wolltest sagen, dass der Schmelzpunkt der Materialmischung unter dem Schmelzpunkt des Rohstoffes mit der niedrigsten Schmelztemperatur liegt. Das ist völlig normal und passiert derzeit auf vielen Strassen:
Wasser hat einen Schmelzpunkt um 0°C - gemischt mit Kochsalz (Schmelzpunkt ca. 800°C) erreicht das Gemisch -20°C
Bei Metallen funktioniert das auch - und es darf auch ein Nichtmetall sein, das mit Metall legiert wird.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Prinzipiell schließe ich nicht aus, dass es möglich ist, eine Legierung zu erzeugen, deren Schmelzpunkt unter der des niedrigschmelzendsten Elementes liegt.
Damit schließt du nicht aus, dass es ein Eudektikum gibt: LINK
Eine der Eigenschaften eudektoider Michungen ist eben, dass ihr Erstarrungspunkt niedriger liegt als der der beteiligten Elemente.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe auch mit der Suchfunktion des Browsers den Begriff "Eudektikum" nicht gefunden.

Die charakteristische Eigenschaft des EUTEKTISCHEN Punktes ist, dass die Legierung einen festen Schmelzpunkt und kein Schmelzintervall hat. Aber ja, im Wikilink steht, dass diese Temperatur tiefer liegt als bei reinen Komponenten. War mir so nicht bekannt/bewusst. Die Begründung liegt in der niedrigeren Bewegungsenergie und den kürzeren Wegen der Atome.

Es gibt eine große Auswahl an niedrigschmelzenden Legierungen - weshalb soll unbedingt Eisen beteiligt sein?
Ich vermute, dass es eine gestellte, theoretische Aufgabe ist. Dann ist das halt so. Aber vielleicht kann sich @PlasmaFire dazu äußern.

Fe und Hg, wie willst du zusammenbringen?
Guter Punkt.


Diese kurze Zusammenfassung sagt eigentlich alles aus, was man dazu wissen muss. Vielleicht will der Fragesteller aber der Erste sein, der ein Fe - Hg -Diagramm erstellt.

Ansonsten muss er halt ein paar Zweistoffdiagramme durchsuchen, ob es da eine passende Legierung gibt. Das verlinkte Buch scheint da sehr geeignet zu sein.

Bezweifle aber immer noch, dass man mit mind. 50% Eisen (sonst wäre es keine eisenbasierte Legierung) so weit runterkommt.
 

derschwarzepeter

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derschwarzepeter

Mitarbeiter
Diese Definition ist mir nicht bekannt - bitte verlinken!
(Da hat der Chrom-Nickel-Stahl aber Glück gehabt: FAST wäre der KEINE Eisenlegierung gewesen!)
Ich habe auch mit der Suchfunktion des Browsers den Begriff "Eudektikum" nicht gefunden.
Eigenartiger Browser - MEINER findet mittels Google z.B. Wikipedia
und genau DAS hab ich im Beitrag 11 verlinkt:

Fe und Hg, wie willst du zusammenbringen?
Manche arbeiten sogar mit Eisen-Amalgam: LINK (<= Da muss man draufklicken und dann macht der Browser das entsprechende Fenster auf.)
 
Diese Definition ist mir nicht bekannt - bitte verlinken!

Wo ist da eine Legierung mit unter 50% Eisen?

(Da hat der Chrom-Nickel-Stahl aber Glück gehabt: FAST wäre der KEINE Eisenlegierung gewesen!)
Ja, aber eben nur fast.

Eigenartiger Browser - MEINER findet mittels Google z.B. Wikipedia
und genau DAS hab ich im Beitrag 11 verlinkt:
Meine Güte, machst du das mit Absicht?
Ich meinte, dass in dem von dir verlinkten Wikilink das Wort "Eudektikum" nicht vorkommt. Es heißt Eutektikum. Vielleicht spricht man es in deinem Dialekt (falls du einen hast) so aus (ein ehemaliger Dozent hat z.B. immer "Alumnium" gesagt; mir schaudert es noch immer, wenn ich das höre), ist aber falsch.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Tiefzerknirscht ersuche ich um Entschuldigung,
dass sich mir in den Begriff "Eutektikum", den ich (Elektrofips) in den letzten 40 Jahren nicht verwendet habe,
statt dem richtigen "t" fälschlicherweise ein "d" eingeschlichen hat. :sick:
Auch wenn es im ggstl. Fall nichts an der Aussagekraft meines Beitrages geändert hat,
weil ich ja glücklicherweise ins Wikipedia verlinkt hab, wo auch Leute, die den Begriff nicht kennen, nachlesen können,
findet MEIN Browser (bzw. die dort eingestellte Suchmaschine) die entsprechenden Seiten selbst mit diesem sinnverzerrendem Rechtschreibfehler.

Vielleicht solltest du DEINEN Browser (bzw. die dort eingestellte Suchmaschine) wechseln?

Wo ist da eine Legierung mit unter 50% Eisen?
Also eine Tabelle mit irgendwelchen beispielhaften Legierungen ist KEINE Definition:
Dass da aus irgendwelchen Gründen keine Legierung mit weniger als 50% Eisen vorkommt,
sagt definitiv NICHT aus,
dass eine, in der nur 49% Eisen enthalten ist, KEINE Eisenlegierung ist.
Wenn du aber einen Link zur Definition postest,
lerne ich gern dazu!
 
Vielleicht solltest du DEINEN Browser (bzw. die dort eingestellte Suchmaschine) wechseln?
Wir haben einander vorbeigeredet. Ich meinte die ganze Zeit: Wenn die Wikiseite aufgerufen ist, kann man mit Strg und F die Website durchsuchen. Davon habe ich geredet. Und da gab es das "Eudektikum" nicht. Das hat nix mit irgendwelchen Suchmaschinen zu tun.

Nein, ich finde auch keine Definition, die das sagt. Habe es aber so in Erinnerung. Aber der Begriff "Eisenlegierung" ist eh ungebräuchlich. Man redet von "Stahl" oder "Gusseisen" (oder "Stahlguss"). Das soll aber nicht weiter stören.

Der Fragesteller ist uns noch schuldig, worum es überhaupt geht und wozu das Ganze. Bis dahin sehe ich den Sinn nicht, weiter Sachen in die Fragestellung reinzuinterpretieren.
 
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