Einstiegsgehalt während Weiterbildung

Hallo,
ich hoffe dieses Thema ist nicht verwerflich hier :)

Kurz zu meinem Lebenslauf: Abitur, danach Ausbildung zum Industriemechaniker, welche ich im Januar abschließen werden. Zudem habe ich vor 2 Monaten die Weiterbildung zum Techniker angefangen. Da mein Ausbildungsbetrieb auf Grund der wirtschaftlichen Lage niemanden übernimmt bin ich nun auf der Suche nach etwas neuem. Ich habe nun ein Vorstellungsgespräch in einem mittelständischem Unternehmen in der Abteilung Instandhaltung als Industriemechaniker.
Ich bin mir nur sehr unsicher was ich antworten soll, wenn ich nach einem Gehalt gefragt werde. Ich möchte natürlich nicht abschrecken mit einem zu hohem Gehalt aber mich auch nicht unter Wert verkaufen. Mein Ausbilder hat mir vorgeschlagen mich an EG7 IG Metall zu orientieren. (ca. 2740€) Kann ich eventuell mehr fordern wegen Abitur und angefangenem Techniker? Wie wird die Instandhaltung generell bezahlt?
Es handelt sich um ein mittelständisches Unternehmen aus NRW für Laser Bearbeitung.

Ich hoffe ihr könnt mir mit Erfahrungen helfen :)

Dankeschön und Liebe Grüße,
Alex
 
Ich denke mit den 2700 EUR wärst du schon sehr gut bedient. Du hast einfach noch keine Erfahrung, was auch nicht dramatisch ist, aber die angefangene Technikerausbildung bringt dir da auch nichts. Und sein wir mal ehrlich, was hast du denn da bis jetzt gelernt was du in deinem Job anwenden könntest und deinem Chef einen Mehrwert bringen könnte? Eine Interpretation zu schreiben, das simple past im Englischen anwenden, ein bisschen Mathe mit dem Taschenrechner rechnen? Nee nee, die Weiterbildung wird dir beim Gehalt erstmal nicht helfen können. Schmeiß mal die 2700 in den Raum und schau was passiert, aber wenn du so ein hohes Einstiegsgehalt möchtest, dann musst du dich auch daran messen lassen und es verkaufen können.
 
Wie entwickelt sich das Gehalt denn im "Normalfall"? Also wenn ich mit einem Gehalt von bspw. 2800€ einsteige, wann und wie steigt das Gehalt im Normalfall? Ich weiß, dass es wahrscheinlich von Firma zu Firma unterschiedlich ist aber es gibt doch sicher eine Faustformel oder Erfahrungen. Insbesondere Instandhaltung
 
Nach ERA-Punkteskala schlägt man als frischer Industriemechaniker in NRW eher in der EG 8 auf.
Aber, das gilt eben nur für Firmen, die nach IGM-Tarif bezahlen.
Eine meist kleinere Firma, die das nicht tut, wird dir das nicht geben.
Mit 2700€ könntest du dich, denk ich, dabei nicht beklagen.
Die EG 8 wären 2880€ Grundgehalt plus vielleicht 5% Leistungszulage nach der Probezeit.
Wenn du davon 90% in einem nicht tarifgebundenen Laden bekommst, kann sich das sehen lassen aber wetten würde ich darauf nicht.
Eher ist es weniger.
 
Wie entwickelt sich das Gehalt denn im "Normalfall"? Also wenn ich mit einem Gehalt von bspw. 2800€ einsteige, wann und wie steigt das Gehalt im Normalfall? Ich weiß, dass es wahrscheinlich von Firma zu Firma unterschiedlich ist aber es gibt doch sicher eine Faustformel oder Erfahrungen. Insbesondere Instandhaltung
Siehst du schon richtig, das kann man nicht verallgemeinern. Ein Bekannter von mir im Planungsbüro (Technischer Systemplaner) hatte in seinen letzten 4 Jahren als Geselle ganze 3 Gehaltserhöhungen bekommen, aber dafür auch echt was geleistet und sich immer wieder aufgedrängt und sich selbst weiter gebildet, ganz ohne Technikerschein. Er ist jetzt schon soweit, neuen Technikern/Ingenieuren in seinem Büro zu zeigen, wie die Programme richtig benutzt werden und bei irgendwelchen Problemen kümmert auch er sich auch drum. Er hat dazu die Normen regelrecht aufgesaugt und verinnerlicht, da ist der Chef dann ganz alleine auf ihn zugekommen. Sowas gibt es halt auch.
Dann weiss ich aus meiner Firma, dass es Leute gibt, die haben in den letzten 10 Jahren gar keine Gehaltserhöhung bekommen, sich aber auch nie drum gekümmert. Generell würde ich sagen, dass wenn man einen Job hat und die Probezeit abgelaufen ist, man sich frühstens nach 1,5 Jahren oder so mal schlau machen kann, wie es denn mit einer Erhöhung aussieht, ausser man ist halt wirklich ein Überflieger. Früher würde ICH es nicht versuchen.

Nachtrag: Ein wichtiger Punkt ist bei dir aber dennoch, die Firmen die dich einladen wissen wahrscheinlich das du nicht übernommen wirst, du kommst also aus einer Position der Schwäche, daher kann es schon sein, dass du einfach nicht auf deine gewünschten 2700-2800 kommen wirst. Es ist nunmal so, dass man bessere Karten in der Hand hält, wenn man freiweillig gehen möchte und mehr oder weniger "abgeworben" wird.
 
Siehst du schon richtig, das kann man nicht verallgemeinern. Ein Bekannter von mir im Planungsbüro (Technischer Systemplaner) hatte in seinen letzten 4 Jahren als Geselle ganze 3 Gehaltserhöhungen bekommen, aber dafür auch echt was geleistet und sich immer wieder aufgedrängt und sich selbst weiter gebildet, ganz ohne Technikerschein. Er ist jetzt schon soweit, neuen Technikern/Ingenieuren in seinem Büro zu zeigen, wie die Programme richtig benutzt werden und bei irgendwelchen Problemen kümmert auch er sich auch drum. Er hat dazu die Normen regelrecht aufgesaugt und verinnerlicht, da ist der Chef dann ganz alleine auf ihn zugekommen. Sowas gibt es halt auch.
Dann weiss ich aus meiner Firma, dass es Leute gibt, die haben in den letzten 10 Jahren gar keine Gehaltserhöhung bekommen, sich aber auch nie drum gekümmert. Generell würde ich sagen, dass wenn man einen Job hat und die Probezeit abgelaufen ist, man sich frühstens nach 1,5 Jahren oder so mal schlau machen kann, wie es denn mit einer Erhöhung aussieht, ausser man ist halt wirklich ein Überflieger. Früher würde ICH es nicht versuchen.

Nachtrag: Ein wichtiger Punkt ist bei dir aber dennoch, die Firmen die dich einladen wissen wahrscheinlich das du nicht übernommen wirst, du kommst also aus einer Position der Schwäche, daher kann es schon sein, dass du einfach nicht auf deine gewünschten 2700-2800 kommen wirst. Es ist nunmal so, dass man bessere Karten in der Hand hält, wenn man freiweillig gehen möchte und mehr oder weniger "abgeworben" wird.
Das stimmt natürlich. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Firmen im Moment nicht übernehmen und viele Firmen auf Grund der aktuellen Lage auch keine neuen Leute einstellen. Daher bin ich schon froh überhaupt eine Einladung zu bekommen, möchte mich aber natürlich trotzdem nicht unter Wert verkaufen. Die meisten Rückmeldungen waren leider, dass erst nach Corona neue Leute eingestellt werden.
 
Das stimmt natürlich. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Firmen im Moment nicht übernehmen und viele Firmen auf Grund der aktuellen Lage auch keine neuen Leute einstellen. Daher bin ich schon froh überhaupt eine Einladung zu bekommen, möchte mich aber natürlich trotzdem nicht unter Wert verkaufen. Die meisten Rückmeldungen waren leider, dass erst nach Corona neue Leute eingestellt werden.
Richtig, daraus folgt allerdings das Problem, dass die Bewerberanzahl wahrscheinlich relativ hoch ist und das Budget begrenzt. Klar gibt es "nette" Arbeitgeber, die von sich aus ein gutes Gehalt anbieten, aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass man sich einfach jemand Günstiges suchen möchte, daher lädt man halt jemanden ein, der gerade erst ausgelernt hat mit der Hoffnung, dass er den Job vielleicht unbedingt annehmen muss, da keine anderen Alternativen vorhanden sind. Ist gerade momentan noch etwas verzwickter als sonst, daher solltest, wenn du momentan auf ein festes Einkommen angewiesen bist, die Erwartungshaltung beim Gehalt vielleicht etwas runterschrauben, denn dafür muss man einfach auch etwas Glück haben. Wenn du es dir allerdings leisten kannst noch ein paar Monate zu suchen, dann bleib einfach bei deiner gelegten Grenze und frage beim Gespräch auch wie die Aufstiegsmöglichkeiten in der Firma sind.
 
Das würde ich ganz klar weglassen, es sei denn, ich werde explizit danach gefragt.
Der Arbeitgeber stellt niemanden ein, der noch nichtmal seine Stelle angetreteten hat, mit den Gedanken aber schon 1-2 Schritte weiter ist.
Das kommt nicht gut, bevor man nicht gezeigt hat, dass man was kann.
Kann man so auch nicht pauschalisieren. Er zeigt dem Arbeitgeber ja, dass er interessiert wäre dann auch in der Firma zu bleiben, der AG sieht es im Lebenslauf ja sowieso das er sich weiterbildet, daher wäre die Frage nach möglichen Aufstiegsperspektiven auch ganz klar zu erwarten gewesen, denn ein Geselle der den Techniker oder Meister macht möchte wohl kaum auf der Stelle treten. Dann hätte man sich die Weiterbildung auch sparen können.
 
Er macht anscheinend den Techniker in Teilzeit und ist auf die Berufserfahrung angewiesen. Bei meiner Schule sind 5 Jahre inklusive Ausbildungszeit vorzuweisen. Er hat zum Ausbildungsende dann 3,5 Jahre.
100 € und Aufstiegsmöglichkeiten hin oder her - er braucht eine Anstellung.

Danach kann man aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis immer noch weiter gucken, falls es nicht passt.
 
Bezahlt dein AG die Weiterbildung? Gibt er dir dafür auch "Freizeit" zum Lernen? Wahrscheinlich nicht, oder?
Das sind auch Argumente die du im persönlichen Gespräch ansprechen könntest.

Zum Gehalt: In NRW wäre bei einem Betrieb, der nach IG Metall Tarif bezahlt, EG 8 bzw. folgend EG 9 (?) vorgesehen.
 
Vielleicht sollte man auch bedenken das der AG einen Industriemechaniker sucht und keinen Techniker, in dem Fall ist die Weiterbildung vielleicht kein Pluspunkt. Da er davon ausgehen kann, dass du in 3 Jahren eine neue stelle suchst.
 
Vielleicht sollte man auch bedenken das der AG einen Industriemechaniker sucht und keinen Techniker, in dem Fall ist die Weiterbildung vielleicht kein Pluspunkt. Da er davon ausgehen kann, dass du in 3 Jahren eine neue stelle suchst.

Kleine Story aus meinem Leben:
nach der Facharbeiterausbildung ..... mein mit mir ausgelernte Kollege und ich beim Betriebsleiter.....

Betriebsleiter:"An welcher Anlage würden Sie den gerne arbeiten.... ?"
Kollege wollte sich brüsten :"In 2 Jahren mache ich den Techniker"
Betriebsleiter:"Ok, dann setz ich Sie als Springer und Urlaubsvertretung ein"

Ich habe meine Klappe gehalten und war 1 Jahr lang an einer festen Anlage mit festen Kollegen.....

@ Alexxx98
Vermutlich wirst Du als Industriemechaniker keine allzu großen Verhandlungsspielräume haben. Man wird Dir sagen, wo der Stundenlohn liegt und dann ist diese Verhandlung quasi beendet.
 
Welchen genauen Wert hast Du denn für deinen zukünftigen Arbeitgeber? Abitur und eine Berufsausbildung haut keinen vom Hocker.
@ Alexxx98
Vermutlich wirst Du als Industriemechaniker keine allzu großen Verhandlungsspielräume haben. Man wird Dir sagen, wo der Stundenlohn liegt und dann ist diese Verhandlung quasi beendet.
Ja, das sehe ich auch so.
 
Kann man so auch nicht pauschalisieren. Er zeigt dem Arbeitgeber ja, dass er interessiert wäre dann auch in der Firma zu bleiben, der AG sieht es im Lebenslauf ja sowieso das er sich weiterbildet, daher wäre die Frage nach möglichen Aufstiegsperspektiven auch ganz klar zu erwarten gewesen, denn ein Geselle der den Techniker oder Meister macht möchte wohl kaum auf der Stelle treten. Dann hätte man sich die Weiterbildung auch sparen können.
Siehe die weiteren Posts.
Von selbst in einer solchen Situation damit anzufangen ist wenig clever.
 
Top