Drehtechnik - Maximaler Vorschub beim Schruppen

Hallo zusammen,

wie der Titel schon verrät geht es um den maximalen Vorschub beim Schruppen an der Drehmaschine.

Folgendes ist Gegeben:
Werkstoff: 34CrMo4
Ursprungsdurchmesser: 52mm
Enddurchmesser: 45,2mm
Werkzeug: Hartmetallmeißel, unbeschichtet
Die Leistung der Maschine liegt bei 20kW auf 100%

Wie hoch ist der maximale Vorschub beim Schruppen wenn die Schnittgeschwindigkeit über das Tabellenbuch bestimmt wird.

Wie geht man da am besten vor? Durch raten und rumprobieren kamen wir auf f = 4,6mm
 
Hallo,
also ich nehme an, dass ihr die ca. 3,5 mm in einem "Durchgang" weg-geschrubbt habt und die 4,6 mm wahrscheinlich pro Umdrehung gemeint sind.
Also mein Metalllehrer würde sagen, dass ihr da eure Drehbank ganz schön gefordert habt.
Wie man es genau ausrechnen kann, weiß ich auch nicht, aber so lange sich das Gestänge nicht verbiegt, der Meißel nicht zu glühen anfängt oder der Motor es nicht mehr schafft, das Werkstück noch zu drehen, kann man mit dem Vorschub hochgehen. Natürlich wenn man dann mit der entsprechend entstehenden Oberfläche noch zufrieden ist.
Genauigkeit wird man so nicht hin bekommen. Aber ich nehme an, dass ihr das einfach nur schnell machen wollt.
Und wenn das in einer Serienproduktion ist, sollte der Meißel sehr gut gekühlt sein, sonst braucht ihr schnell Neue.
 
Wie hoch ist der maximale Vorschub beim Schruppen wenn die Schnittgeschwindigkeit über das Tabellenbuch bestimmt wird.

Wie geht man da am besten vor? Durch raten und rumprobieren kamen wir auf f = 4,6mm
Ein Vorschub von 4,6mm??? Wollt Ihr ein Gewinde schneiden?
Nach meinem Tabellenbuch komme ich auf einen Richtwert für den Vorschub von 0,1 ... 0,5 mm für beschichtete Hartmetallwerkzeuge und für Stähle mit Rm > 800 N/mm²
 
Wir „wollen“ die Welle nur auf 45,2 drehen von 52 aus.
Uns wurde gesagt, dass wir über die spezifische Schnittkraft und dem Drehmoment auf das Ergebnis kommen aber wir kommen ja nicht mal auf einen Lösungsansatz

Was ich oben vergessen habe zu erwähnen:
Der Einstellwinkel ist 90 Grad
 
Ein Vorschub von 4,6mm??? Wollt Ihr ein Gewinde schneiden?
Nach meinem Tabellenbuch komme ich auf einen Richtwert für den Vorschub von 0,1 ... 0,5 mm für beschichtete Hartmetallwerkzeuge und für Stähle mit Rm > 800 N/mm²
Ähnliche Werte haben wir auch ermittelt.
0,6 als Vorschub bei einer Schnittgeschwindigkeit zwischen 35 & 55 m/min

Wenn wir jetzt aber einen Vorschub von 0,6 nehmen und ap = 3,4 dann erreichen wir niemals eine Auslastung der 20kW die die Spindel aufbringen kann.
Um also den maximalen möglichen Vorschub herauszufinden muss man doch die 20kW einbeziehen und da wäre die Spindel mit einem Vorschub von 4,6mm komplett ausgelastet.
Ich bin mir aber so unsicher mit der Antwort und mit der Methode „einfach irgendwelche Werte ausprobieren“, deshalb frage ich nach einer exakten Berechnung.
 
Ich bin mir aber so unsicher mit der Antwort und mit der Methode „einfach irgendwelche Werte ausprobieren“, deshalb frage ich nach einer exakten Berechnung.
Schaut Euch mal die Schnittkraftberechnung nach Kienzle an.
Demnach ist die Schnittkraft Fc das Produkt aus Spanungsquerschnitt und spezifischer Schnittkraft:
[tex] F_{c}=A\cdot k_{c} =b\cdot h\cdot k_{c} [/tex]
Die spezifische Schnittkraft ist abhängig vom Werkstoff und von der Spanungsdicke h.
Da ihr einen Einstellwinkel von 90° habt, entspricht die Spanungsdicke gerade dem gesuchten Vorschub.

Die spezifische Schnittkraft kann nach folgender Formel berechnet werden:
[tex] k_{c} =k_{c1.1}\cdot h^{-m} [/tex]
wobei [tex] k_{c1.1} [/tex] die spezifische Schnittkraft für eine Spanungsbreite b=1 mm und eine Spanungsdicke h=1 mm ist, und [tex] m [/tex] ist eine Werkstoffkonstante.
Für den Werkstoff 34CrMo4 gibt mein Tabellenbuch die folgenden Werte vor:
[tex] k_{c1.1} [/tex] = 1550 N/mm²
[tex] m [/tex] = 0,28

Lt. meinem Tabellenbuch wird eine Schnittgeschwindigkeit [tex] v_{c} [/tex] = 100 ... 200 m/min vorgeschlagen.
Jetzt muss man nur noch die Schnittleistung berücksichtigen:
[tex] P_{c}=v_{c}\cdot F_{c} [/tex],
dann die Gleichungen ineinander einsetzen, und nach h auflösen (welches in diesem Fall dem gesuchten Vorschub entspricht).
Wenn man [tex] v_{c} [/tex] = 200 m/min ansetzt, komme ich auf h = 0,0816 mm (wenn ich mich nicht verrechnet habe.

Ich hoffe, das hilft Euch etwas weiter.
 
Also ich sehe nichts schlimmes daran, wenn man der Vorschub so schnell wie moeglich machen moechte, vor allem keinen Grund fuer Disqualifikationen.
 
....dann hast du die Aufgabe und bahus Beitrag nicht ganz verstanden
Scheinbar. Aber ich stand schon an einigen Drehbaenken. Das "Beste" was ich gesehen habe, war wie ein 15 mm Fraeser mit 5 mm Vorschub in einen ST450-Block reingerauscht ist, ohne abzubrechen!
Das war zwar nur ein "Versehen" von einem Mitlernenden und hat sicher der Maschine nicht sehr gut getan, aber was sind ein paar mehr Wartungskosten, wenn ich die Produktion so verdoppeln kann?
 
. Das "Beste" was ich gesehen habe, war wie ein 15 mm Fraeser mit 5 mm Vorschub in einen ST450-Block reingerauscht ist, ohne abzubrechen!
Das war zwar nur ein "Versehen" von einem Mitlernenden und hat sicher der Maschine nicht sehr gut getan, aber was sind ein paar mehr Wartungskosten, wenn ich die Produktion so verdoppeln kann?
Klar, wenn einem eine solche Werkzeugmaschine nicht ghört, sind einem evtl. Folgeschäden/Kosten völlig egal.
 
Ich glaube, Du verwechselst Vorschub mit Vorschubgeschwindigkeit!
Der Vorschub f, von dem oben beim Drehen die Rede ist, ist der Vorschub pro Umdrehung, und nicht pro Minute.
Nein, ich weiss, dass der Vorschub bei Drehmaschinen pro Umdrehung angegeben ist.
Aber wenn wir was ganz schnell runter drehen wollten, haben wir auch "gebastelt".
Das ging natuerlich sehr auf die Genauigkeit, aber fuers Schrubben hat es ausgereicht.

Klar, wenn einem eine solche Werkzeugmaschine nicht ghört, sind einem evtl. Folgeschäden/Kosten völlig egal.
Egal wem die Maschine gehoert, ich zumindest habe immer auf das Werkzeug aufgepasst.
Und in vielen Vertraegen steht im Kleingedruckten, dass man dafuer verantwortlich gemacht werden kann.
 
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