Drehstrommotor 18,5kW

Dieses Thema im Forum "Elektrotechnik" wurde erstellt von Karl, 6 Feb. 2013.

  1. Hallo zusammen,

    ich habe ein Problem mit einem Drehstrommotor.

    Dieser wurde im August vorübergehend an einen 22kW Sanftanlauft angeschlossen um ein Rührwerk in einer Biogasanlage anzutreiben. Damals funktionierte alles auch einwandfrei. Seit Oktober stand dieser dann wieder still bis jetzt... Der Sanftanlauf wurde ca 80m weiter entfernt vom Motor installiert und hab nun folgendes Problem: beim Einschalten und nach der Hochlaufphase hab ich auf einem Außenleiter eine Belastung von ca. 45A und auf den beiden anderen bis zu ca. 200A. Ich hab den Wicklungswiderstand der drei Wicklungen gemessen, der bei allen gleich ist, 0,7Ohm. Von der Herstellerseite kann mir niemand sagen wie hoch der Widerstand eigentlich ist.

    Kann mir hier vielleicht jemand für die Lösung meines Problems helfen?

    Gruß
     
  2. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    Da die Widerstände der Wicklungen recht gering sind, kann man mit herkömmlichen Multimetern Windungsschlüsse nicht herausfinden.

    Entweder man macht einen Widerstandsvergleich mittels einer Brückenschaltung aus zwei engtolerierten 1 Ohm-Widerständen und je 2 der drei Wicklungen oder misst die Induktivität sofern man ein Messgerät dafür besitzt.
     
  3. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    Das interessante ist das, daß der Wicklungswiderstand bei jeder Messung anders ist. Ich hab ihn mittlerweile 6mal gemessen und jedes mal einen anderen Wert zwischen 0,3 und und 1,2Ohm erhalten. Die Anlage ist mit nur einen Schalter zu bedienen.
     
  4. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    Das Problem an deiner Messung ist, dass dein Messgerät eine Spannung oder einen Strom durch die Drosseln schickt. Durch die Induktion wirst du dann aber nur Mist messen. Und Hersteller wissen so was nicht, die warten mit Widerstandswerten etc. bis irgendwelche Firmen das bestimmen/vermessen...

    Vielleicht kannst du dein Ergebnis mit einer Konstantstromquelle mit 10 A verbessern...

    Was hast du denn für eine Spannung im Normalbetrieb? Ich mein 200 A ist schon ein Wort, da könnte man ein kaputten Motor schon fast riechen...
     
  5. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    ich hab das normale Drehstormnetz, sprich 400V. Man riecht es auch, das komische ist nur im Herbst hat er einwandfrei funktioniert und jetzt nicht mehr, mit den selben Bauteilen...
     
  6. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    Also hast du grob 80k W an einem Strang? Also ich würde sagen, er muss sofort außer Betrieb genommen werden und entsprechend Ersatz besorgt werden. Es geht ja auch um Brandsicherheit etc...

    Bzw. wie würdest du jetzt vorgehen?
     
  7. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    Er ist schon ausser Betrieb, der Kunde meint noch immer er ist feucht und er trocknet ihn jetzt, was aber nichts bringt... Der Hersteller des Rührwerks hat einen neuen lagernd...
    Was mich noch immer etwas stört, dass er bis zum ausschalten im Oktober einwandfrei lief...
     
  8. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    Das kann viele Gründe haben, wenn er 4 Monate lang feucht war, dann könnte die Isolierung spröde geworden sein... Aber warum ist er feucht!?
     
  9. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    er war Wind und Wetter ungeschützt ausgesetzt. Der Isolationswiderstand liegt bei 3MOhm
     
  10. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    So einen Fall hatte ich letzes Jahr:

    Der E-Motor war über Winter draussen - Wasser ist in die Lager gekommen und die Achse ist ganz einfach festgerostet. Hatte einige Probleme, dem Kunden klarzumachen, dass der Motor kaputt sei, obwohl er doch vor einem halben Jahr noch einwandfrei ging.

    Glücklicherweise gab es einen Motorschutzschalter, so dass neue Lager genügten. Wicklungsschmurgel ist meist wirtschaftlicher Totalschaden.
     
  11. AW: Drehstrommotor 18,5kW

    3 MOhm ist durchaus noch ein brauchbarer Wert. Als Mindestanforderungen für Isolationswiderstände kann man 1000 Ohm/Volt annehmen. Das wären im 400V Netz also 400 kOhm. Damit würde sich ein Fehlerstrom von 1 mA ergeben, der eigentlich unter allen Bedingungen tragbar ist. (Wir würden einen Motor bei 400 kOhm allerdings auf jeden Fall neu wickeln lassen, denn dann ist schon klar das da was nicht ganz tacko ist). Normal sind Werte > 30MOhm bis >100MOhm.
    Womit wurde denn nun der Wert bestimmt? Mit einem Isolationsmessgerät? Denn das ist für eine eindeutige Aussage unabdingbar. Die Prüfspannung muss mind. 500V betragen, wir messen Motoren immer mit 1000V Prüfspannung - das sind bei einem Isolationsmessgerät übliche Einstellwerte.
    So, nun zurück zu den 3Mohm. Wie gesagt, nicht perfekt aber brauchbar. Allerdings müssen 6 Werte bestimmt werden:
    3 x jeweils zwischen den Wicklungen (Wicklungsschluss)
    3 x jeweils Wicklung->PE (Erdschluss)
    Ausserdem kann man mit einem Isolationsmessgerät auch die niederohmigen Wicklungswiderstände gut messen, die Geräte sind üblicherweise dafür ausgelegt (ausser man findet irgendwo noch einen 30 Jahre alten Kurbelinduktor, aber der sollte dann im Museum abgeben werden;-). Die Tücke liegt hierbei im Detail: da die Widerstände sehr gering sind, muss bei dieser Messung sehr genau auf die Übergangswiderstände beim Anschließen der Messleitung geachtet werden.
    Vielleicht besteht ja die Möglichkeit sich ein entsprechendes Gerät zu leihen, wenn grad keins zur Verfügung steht. Wer öfter mit Asynchronmotoren im Industriebereich zu tun hat kommt um die Anschaffung nicht herum, das gehört zur Grundausrüstung, nur damit kann man schnell und zuverlässig eine Fehleranalyse machen.
     

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