Die Bundeswehr und der staatliche geprüfte Techniker

Bundeswehr Minus Karriere DE

Ich kann und möchte beidhändig davon abraten als staatlich geprüfter Techniker eine Laufbahn in der Bundeswehr ins Auge fassen zu wollen.

Begründung folgt prompt:

Zuerst einmal zu meiner Person und weshalb du davon ausgehen kannst dass mein Erfahrungsbericht dir eine große Hilfestellung sein könne.

Ich habe nunmehr mehrere Jahre in beiden Tätigkeitsbereichen gearbeitet. Nachdem ich zivil den Bautechniker überzeugend zum Abschluss bringen konnte wurde ich sozusagen von der Schulbank direkt als Bauleiter in meinem Fachgebiet eingestellt. Gleich vorweg, mit einem Einstiegsgehalt welches Brutto über dem Lag welches ich als Einstieg bei der BW erhalten habe.

Der zivile Arbeitsmarkt, gerade im Bereich Bau, gibt zwar sehr viel Stellen her. Jedoch ist die Arbeitsdichte auch enorm hoch. Gerade in den ersten Jahren der zivilen Karriere kommt es durchaus zu einer über alle Maßen hohen Belastung in den Bereichen Arbeitszeit und auch Mobilität. (Heute in Düsseldorf, morgen Berlin, übermorgen Hannover)
Die Aussichten sind jedoch vielversprechend, Gewinnbeteiligung (ganz großer Faktor), Firmenwagen und weiter Gratifikationen
sind in einem erfolgreichen Unternehmen keine Seltenheit.
Kurzum der zivile Arbeitsmarkt versteht es über das Maß der Bezahlung hinaus Anreize zu setzen, in meinem Fall konnte ich mit gezeigter Leistung soweit überzeugen dass mir das Vertrauen für die Betreuung internationaler Großbaustellen ausgesprochen wurde (ein plus an Karriere und persönlicher Entwicklung)


Über die Jahre hinweg versuchte ich mich über mein Fachgebiet hinaus weiter zu entwickeln und "stolperte" sozusagen über die Werbungen der Bundeswehr. Nach Rücksprache mit dem Karrierecenter sei der Bedarf an Bautechnikern tatsächlich vorhanden und es dauerte nicht all zu lang und ich befand mich mit Personalnummer im Dienstverhältnis.

Und jetzt kommt der große Punkt. Du bist und du bleibst Nummer. Nach dem absolvieren der Probezeit, welche davon geprägt ist dir eine militärische Grundausbildung zukommen zu lassen, und dem absolvieren vieler weiterer Lehrgänge kommst du irgendwann mal auf deinen Dienstposten. Dort machst du dann die Erfahrung dass es s....egal ist ob du den Techniker gemacht hast oder nicht.

Warum? Weil du nicht ansatzweise als Techniker eingesetzt werden wirst. Deine Tätigkeit entspricht überhaupt nicht deinen erlernten Fähigkeiten und liegt weit, weit unter dem was Techniker im zivilen abbilden.

Darüber hinaus und das ist wohl einer der wichtigeren Punkte. Die Bundeswehr stellt den staatl. geprüften Techniker auf dieselbe Bildungsebene wie beispielsweise den Bachelor und den Meister, was auch durchaus der Realität entspricht und justiziabel ist. Behält für sich jedoch vor Bachelor in die Offizierlaufbahn zu stecken und den Techniker ohne wenn und aber in die Feldwebellaufbahn. Letzteres ist im zivilen Arbeitsmarkt etwa dem Werkstattmeister bzw. Polier zuzuschreiben, aber sicherlich nicht Ebene Bauleiter.

Du wirst als staatl. geprüfter Techniker einfach auf einen Dienstposten abgewiegelt werden, ein Dienstposten der aus Sicht der Personalführung zu besetzen sei. Das führt zu dem wie oben schon erwähnten Differenzen zwischen was du gelernt hast und dem was du von nun an zu verrichten hast. Das führt unweigerlich, und das ist der nächste größere Punkt, zu einer schlechten Bewertung. Du wirst als Neuling betrachtet und in dieser zu 100% von den Beziehungsverhältnissen zu deinem Disziplinarvorgesetzten abhängigen Beurteilungssystem welches gefühlt aus dem vorletzten Jahrhundert stammt, hast du wenig Chancen auf eine angemessene Beurteilung. Darüber hinaus werden ja selbst Kompaniechefs entgegen Ihrer Ausbildung der Einheit wesensfremd eingesetzt. Das führt dazu dass selbst bei technisch hervorragendem Verständnis dein Vorgesetzter einfach nicht weis dass du dein Handwerk verstehst.

Eine schlechte Beurteilung führt ferner dazu dass du bei den Beförderungen zurückgestellt wirst. Dir entstehen sogar wirtschaftliche Nachteile wenn du als Fachmann geworben wurdest. Bei mir kam erschwerend hinzu dass noch Fehler in dem Beschluss meiner anzurechnenden Erfahrungszeiten seitens der Bundeswehr gemacht wurden, was dazu führte dass mir nach 3 Jahren Dienst eine Rechnung von über 2000 Euro aufgemacht wurde. Welche ich in abgeminderter Form Stand heute von mir zurückerstattet wurden. Ein Vorgang der gelinde gesagt frech ist.

Ich könnte noch viele viele Textblöcke füllen, das können Sie mir glauben. Die Moral von der Geschichte soll aus meinen Augen bleiben.

Bundeswehr = Degradierung per Einstellung

Vernichtung einer bürgerlichen Existenz hinein in ein zeitlich begrenztes Verhältnis von 12 Jahren welches dich im schlimmsten Fall zivil untauglicher erscheinen lässt als an dem Tag deiner Einberufung.

Sollte jemand Fragen haben so scheuen Sie sich nicht mich anzuschreiben.

Hochachtungsvoll und mit kameradschaftlichen Grüßen,



ein fast 40 jähriger Soldat mit dem Dienstgrad eines 23 jährigen.
 
In meinem Zeugnis nach dem Grundwehrdienst steht "hat versucht, die ihm gestellten Aufgaben nach besten Wissen zu erledigen"

Ist aber absolut ungerecht in der Bewertung, ich habe es nämlich nicht einmal versucht.....:ROFLMAO::LOL:
 
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