Den staatl. geprüften Techniker machen, wenn man die Stelle schon hat?

Hallo zusammen,

ich möchte mir hier mal Meinungen von Außen einholen, da diese völlig unabhängig sind (im Vergleich zu den Meinungen aus meinem Freundes- und Familienkreis).

Ich (26 Jahre) habe meine Ausbildung als Elektroniker hinter mir (seit einem Jahr) und war immer ein Freund von der Idee, später Mal noch eine Weiterbildung zum Techniker zu machen. Nun bin ich in der Situation, dass ich ohne Weiterbildung eine Stelle bekommen habe, für die eigentlich ein staatlich geprüfter Medizintechniker Pflicht wäre.

Jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich den staatlich geprüften Medizintechniker in zwei Jahren noch drauf setzen soll, obwohl ich bereits eine Stelle inne halte?

Mein Gedankengang geht dabei in die Zukunft. Wenn ich in einigen Jahren das Unternehmen wechseln möchte, was ich statistisch gesehen machen werde, könnte ich mir vorstellen, dass ich ohne Weiterbildung keine Chance auf eine Stelle als Medizintechniker habe.

Ich freue mich auf eure Sichtweisen!
 
Ich denke das Bildung und ein guter Abschluss nie falsch sind.
 
Jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich den staatlich geprüften Medizintechniker in zwei Jahren noch drauf setzen soll, obwohl ich bereits eine Stelle inne halte?

Mein Gedankengang geht dabei in die Zukunft. Wenn ich in einigen Jahren das Unternehmen wechseln möchte, was ich statistisch gesehen machen werde, könnte ich mir vorstellen, dass ich ohne Weiterbildung keine Chance auf eine Stelle als Medizintechniker habe.
Du hast dir die Frage selbst beantwortet.
 
Stimmt... :D Deshalb wollte ich die Sichtweisen von außerhalb. Danke!
Hast du jetzt wirklich gehofft, dass jemand schreibt: Nein, da du jetzt eine Stelle als Medizintechniker hast, kannst du dir das auf jeden Fall sparen?

Klar, die Chance besteht, dass die eine oder andere Firma sagt, dass das Arbeitszeugnis ausreicht. Aber viele Firmen wollen auch einen Nachweis in Form eines Zeugnisses sehen. Je größer die Firma, desto mehr Nachweis.
 
Hast du jetzt wirklich gehofft, dass jemand schreibt: Nein, da du jetzt eine Stelle als Medizintechniker hast, kannst du dir das auf jeden Fall sparen?

Klar, die Chance besteht, dass die eine oder andere Firma sagt, dass das Arbeitszeugnis ausreicht. Aber viele Firmen wollen auch einen Nachweis in Form eines Zeugnisses sehen. Je größer die Firma, desto mehr Nachweis.
Nope, habe ich nicht gehofft...:unsure: Im Gegenteil! Ich wollte lediglich neutrale Sichtweisen von Menschen die sich mit der Thematik auskennen.
 
Dein jetziger AG dürfte sich freuen, einen Mitarbeiter zu haben, dem sie nicht so viel Gehalt, wie einem "echten" Medizintechniker zahlen müssen :sneaky:

Wenn Du Dich entwickeln willst, dann packe die Fortbildung an. Ob Du Deinen AG um Unterstützung/Finanzierung bitten solltest, würde ich davon abhängig machen, ob Du dort bleiben willst. Ich persönlich würde es auf meine Kosten machen, dann bist Du niemandem etwas schuldig!
 
Eine Weiterbildung schadet nie. Gerade, wenn du deine Stelle irgendwann wechseln möchtest, dann fängst du quasi bei Null an und kannst nur Zeugnisse vorlegen.

Mit Förderung ist das auch nicht so teuer in Eigenfinanzierung.

Gerade in der aktuellen Situation sieht man in einigen Branchen, dass sich das Arbeitsumfeld sehr schnell ändern kann.

Als Techniker bist du schonmal besser dran als die ganzen Facharbeiter.

Das Gehalt liegt meistens in deiner eigenen Hand. Vordergründig sehe ich ganz einfach eine persönliche Weiterentwicklung, bessere Aufstellung am Arbeitsmarkt und zumindest einen Aufstieg in der Firmenhierarchie.

Eventuell solltest du die Wahl der Fachrichtung überdenken. Mit Elektronik/Elektrotechnik bist du vielleicht besser aufgestellt? Das ist nur eine Vermutung, da ich den Arbeitsmarkt für Medizintechnik nicht so genau kenne.
Mit Erfahrung als Medizintechniker und einer anderen Fachrichtung sollte man aber trotzdem im Bereich der Medizintechnik eine Stelle finden können.
 
Wichtig fände ich noch, falls du dich für die Weiterbildung zum Techniker entscheidest, dass du davon selber auch überzeugt bist. Wenn du 3 1/2 Jahre lang parallel zur Arbeit den Aufwand betreibst, dann willst du den Abschluss auch schaffen und wenn möglich auch gute Noten erreichen. Motivation ist gerade hier wichtiger denn je, denn eigentlich hast du ja schon die Stelle die du willst bzw mit dem Techniker bekommen würdest und bräuchtest ja theoretisch die Quali nicht.

Ich an deiner Stelle würde mich für den Techniker entscheiden, da ich nicht nur den offiziellen Titel dadurch erlange sondern auch eine ganze Menge Wissen mitnehmen kann. In meiner Firma ist oftmals ein Titel die Tür zu einer Stelle. Hier gehts meist mehr um Formalquali als um die Inhalte. Dennoch muss ich sagen, habe ich es zu schätzen gelernt in gewissen Fächern tiefergehendes Wissen erlangen zu können. Teilweise waren auch Inhalte dabei, die in meinem Umfeld und meiner Ausbildung kein Stück thematisiert wurden. Entsprechend konnte ich dadurch mein Wissen auch auf diese Inhalte erweitern.
 
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Eventuell solltest du die Wahl der Fachrichtung überdenken. Mit Elektronik/Elektrotechnik bist du vielleicht besser aufgestellt? Das ist nur eine Vermutung, da ich den Arbeitsmarkt für Medizintechnik nicht so genau kenne.
Mit Erfahrung als Medizintechniker und einer anderen Fachrichtung sollte man aber trotzdem im Bereich der Medizintechnik eine Stelle finden können.
Ich bin mir bei der Fachrichtung noch nicht 100 % sicher aber die Tendenz geht schon in die Medizintechnik, da ich Interesse an der Medizintechnik habe und ich die Nische einfach spannend finde. Auch beim Medizintechniker ist die Elektrotechnik ein Bestandteil, so dass ich als Elektroniker auf meine Kosten komme und noch etwas aus anderen Gebieten dazu lerne. Allerdings muss ich dir Recht geben, dass man bestimmt auch als s.g.T - Elektrotechnik in den Bereich kommen kann - hat bei mir ja auch geklappt ohne den Techniker zu haben.

Wäre es evtl. die bessere Alternative, da man in mehrere Richtungen gehen kann und nicht in eine spezifische gedrängt wird, wenns hart auf hart kommt? Was meint ihr? Gibt es hier vllt. Medizintechniker die bestätigen können, dass es auch andersrum der Fall sein kann?
 
Eine Weiterbildung ist im Prinzip nie falsch, auch in Hinblick auf deine Zukunft im Beruf. Wenn du eine Technikerstelle schon besetzt hast, ist das zwar toll, aber wenn es mal um das Thema Lohnerhöhung geht, oder ggf. mal eine leitende Position zu übernehmen, wirst du wahrscheinlich vom HR oder deinem Vorgesetzten genau diesen Punkt vorgehalten bekommen. Deswegen meine klare Empfehlung, diesen Schritt zu machen. Und ganz so schlimm ist es nicht. Klar, es gehört Fleiß dazu, aber bei weitem nicht so schlimm wie bei einem Studium. Das gesunde "Mittelmaß" wenn man sich ein Studium nicht zutrauen sollte.
Viel Erfolg.
 
Danke für eure Meinungen! Ich war gestern an einer Schule und habe mich dort beraten lassen. Ich werde den Techniker noch dieses Jahr anfangen.
Jetzt muss ich das nur noch meinem Chef stecken...
 
So eine Frage hätte ich doch noch. Und zwar versprechen die Schulen ja, dass man, nach erfolgter Weiterbildung, die Möglichkeiten hat in Entwicklung und Forschung usw. arbeiten zu können. Wenn ich jetzt aber meine derzeitigen Kollegen dazu befrage höre ich was anderes.

Wie siehts bei euch aus? Konntet ihr in diese Bereiche aufsteigen, oder wäre es prinzipiell möglich gewesen?
 
Wenn du als normaler FA mit 55k bezahlt wirst, dann wird es wohl ein größeres Unternehmen sein, in welchem du arbeitest.
Da wirst du als Techniker nur mit Glück in die F&E reinkommen.
Normalerweise gibts dort keine Techniker in der richtigen Entwicklung, eher in der Zuarbeit.
F&E besteht ansich aus den 3 Zweigen Konstruktion, Berechnung und Versuch.
In der Konstruktion kann es klappen, wenn man damit einen Job vorm CAD meint.
Wirkliche Konstruktion bedeutet z.B. auch hartes Fachwissen in technischer Mechanik, Maschinenelemente und Fertigungstechnik.
Berechnung ist ohne Studium unmöglich, da kommt man meist nur mit Master oder Promotion rein.
Im Versuch wirds auch schwierig.
Insgesamt kann man wohl sagen, dass echte F&E das Theoriegerüst eines Technikers fast immer deutlich übersteigt.
Die Schulen möchten ja Nachwuchs haben.
Da wirbt man eben mal mit Sachen, die zwar grundsätzlich eintreten können aber selten sind.
Typische Einsatzbereiche vom Techniker sind eher Arbeitsvorbereitung, Fertigungsplaner, Ausbilder (falls AE), Vertriebler oder im QM.
F&E ist in gewissen Bereichen möglich aber defintiv nicht das Kerngebiet, da haben deine Kollegen Recht.
 
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