Chemietechniker in Leuna als PhyLab

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Nicole1980

Gast
Hallo!
Nach langem Ringen, geht es bei mir nun los: 20.08.07 in Teilzeitform.
Ich war heute in der Schule und habe es mir mal angeschaut.
Ein bischen "ostig" ist es noch in ein paar Ecken, aber qualitativ hat das ja nichts zu sagen. (neue Labor/Werkstätten etc.)
Wegen "langem Ringen": mir als Physiklaborant bleibt keine Chance mehr, ausser E-Technik, und das ist mir zu schwierig vom "handling". Und Physiktechnik ist sowieso tot, siehe Engeler-Schule in BaWü.
Ausserdem bin ich in 4 Jahren auch schon ein "alter Knacker", mein Chef sagt, ich soll es machen, wenn ich noch "jung" bin.
Leuna hat mich in sofern positiv überrascht, dass die Klassestärke max. 14 Mann stark ist. Ich war ganz schön erschrocken hier bei Euch was von Klassen 25-30Mann gelesen zu haben.
Schule kostet 141 Eur pro Monat, FH bekommt man "mit" (die dafür nötigen Prüfungen werden vor den eigentlichen Prüfungen untergebracht)

Stimmt es denn wirklich, das der Chemietechniker auch auf der Roten Liste steht? (Haidi?) Das ist schade, mit Chemie habe ich zwar bisher auch kaum zu tun, ich brauche nur den Abschluß um im TvöD aufzusteigen. Als Facharbeiter bin ich schon am dead-end angelangt.

Oh, falls es Euch interessiert: in Leuna kommt in nächster Zeit der Biotechniker! Die Anträge müssen nur durch das Kultusministerium, damit alles seine Ordnung hat.

Ich bin schon total aufgeregt....vor allem, wegen der Chemie!!
Ich werde übrigens meine 100%Stelle auf 70% herabsetzen, weil ich Angst habe, den Lernstoff nicht zu bewältigen. Vielleicht ist es nicht nötig, aber mal schauen. Gürtel halt enger schnallen :)

Tschüss, ich freue mich, dass es dieses Forum gibt!
Nicole
 
AW: Chemietechniker in Leuna als PhyLab

Oh, noch eine Physiklaborantin :D

Ich bin auch einer, aber in die Biologie abgewandert - wir Physiklaboranten sind nämlich totale Überflieger und schaffen alles *g*

In meiner Schule werden auch Labor- bzw Produktionstechniker ausgebildet (2 Fachrichtungen inder Chemietechnik) und tot sind die noch lange nicht. Ganz im Gegenteil, die Schule hat recht großen Zulauf, für die nächste Generation soll es sogar wieder Auswahltests geben.

Der TvöD kennt im allgemeinen übrigens keine Techniker (zumindest in Hessen und auf Bundesebene) - im besten Fall wirst du wie ein technischer Assistent bezahlt, das finde ich reichlich empörend. Das ist ähnlich übel wie mit FH Ingenieuren. Mit dem bestandenen Techniker solltest du dich nach einer Stelle in der freien Wirtschaft umsehen, gerade in Fimen, die nach dem Chemietarif bezahlen, ist das finanziell ein riesen Unterschied.

Ich arbeite übrigens 80% und komme mit der Zeit gut hin - ohne Kinder wäre das auch mit 100% zu schaffen, dann gehen aber eben die Wochenenden drauf.

liebe Grüße von Messknecht zu Messknecht

Minerva
 
AW: Chemietechniker in Leuna als PhyLab

Hallo Nicole,

Schön, dass ich einen Leidensgenossen gefunden habe, der wie ich sich nach langem hin und her dazu entschlossen hat auf den Zug zum Chemietechniker aufzuspringen. Werde auch am 20.08.07 in Leuna anfangen. Arbeite als Chemikant bei Total Raffinerie Mitteldeutschland und freu mich ein wenig, neue Verantwortung zu übernehmen.
Ich denke mal, die Ausbildung bringt uns beruflich weiter, sie wird einem nicht geschenkt, aber was wird das schon im Leben.
Hoffe nur, ich fuchse mich wieder in die Materie, werd im August 30 und arbeite schon paar Monde seit der Lehre.
Was die Chancen auf dem Arbeitsmarkt angeht, so bin ich ganz zuversichtlich. Zumindest im eigenen Unternehmen wird man eigens gebildetes "Gut" nicht fallen lassen oder verschwenden. Gut vermarktet ist schon halb gewonnen.
So, hab jetzt mal wild drauflosgeschrieben, deine Fragen nicht beantwortet, aber so bin ich eben.
Muss mich die Tage noch anmelden, das OK des Betriebes hab ich endlich, und dann gehts los.
*freu*
Meld dich mal

Klaus:)
 
H

haidi

Gast
AW: Chemietechniker in Leuna als PhyLab

Die Einschätzung von Netzindianer ist ganz richtig: die besten Chancen hat man im Betrieb, in dem man schon vor der Technikerausbildung gearbeitet hat.
Extern ausgeschriebene CT-Stellen sind rar aber es gibt Betriebe, die die Fortbildung ihrer Mitarbeiter durchaus zu schätzen wissen. Sei es "nur" finanziell oder auch durch Schaffung entsprechender Stellen wenn sie es bis dahin nicht gegeben hat (erweitertes Aufgabengebiet, Personalverantwortung etc.).

Der CT ist kein Auslaufmodell, gerade der Labortechniker wird aber nicht wie andere Techniker (Masch, Elektro) vom Ingenieursmangel profitieren (Verfahrenstechniker schon eher). Der hohe Zulauf an meiner ehem. Schule ist teilweise übrigens auf die Unterrichtszeiten zurück zu führen: da der komplette Unterricht am Fr. nachmittag und Sa. stattfindet ist das Einzugsgebiet entsprechend größer. Ich selbst wäre mit Sicherheit nicht auf die Schule gegangen wenn der Unterricht Mo/MI/FR-Abend stattgefunden hätte: ich wohne 200 km vom Schulort entfernt !

Die Geschichte mit "wie schwer wird die Chemie" empfindet jeder sehr subjektiv. Ich hatte fast 10 Jahre nix mehr mit Organik zu tun gehabt.......das war dann schon happig. Man hat dann zwei Möglichkeiten: dahinterklemmen oder "durchwurschteln". Da für mich die Priorität immer 1. Arbeitsplatz 2. Fortbildung war und man ja auch noch ein Privatleben hat habe ich mich für durchwurschteln entschieden ("4 gewinnt").
Für mich hat es sich gelohnt: ich leite jetzt ein F&E-Labor, eine Position die heutzutage praktisch ausschließlich von Akademikern besetzt wird.
Das hätte mit Sicherheit nicht geklappt wenn ich mich voll auf die Fortbildung konzentriert hätte und "auf Arbeit" ne ruhige Kugel geschoben hätte.
Was ich damit sagen will: wenn ihr auf eurer jetzigen Arbeit Aussicht auf Aufstieg habt, lasst die Arbeit nicht unter der Fortbildung leiden. Vielleicht hätte ich 3 oder 4 Zehntel besser abgeschnitten wenn ich die Priorität auf die Schule gesetzt hätte und auch mal während der Arbeitszeit was für die Schule gemacht hätte....die Stelle, die ich jetzt habe hätte ich dann aber nicht.


Ich wünsche Euch Viel Spaß bei der Fortbildung und sende Grüsse ins Chemiedreieck
 
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