Brückenbau: Vierkantprofil

Hallo Community,

ich würde gerne meine Holzbrücke mit Hilfe von zwei Verkanntrohren (Hohlprofile oder auch Rechteckform) bauen.
Nun ist es wichtig für mich zu wissen, welches Rechteckrohr ich dafür nutzen kann, damit es sich so wenig wie möglich durchbiegt.

Beiläufige eventuell wichtige Daten:

Länge der Brücke : 3 Meter
Auflage : rechts und links je 10 cm


Ich hoffe Ihr könnt mir helfen. :)

mfg. Nixkoenner1
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
AW: Brückenbau: Vierkantprofil

Hi Niko!
Die Durchbiegung ist NICHT das relevante Kriterium:
Ich habe eine 8 m lange Brücke über meinen Teich, bestehend aus 2 Stk. 120x120x12mm Vierkantrohren,
die terrassenseitig auf einem ebensolchen ca ebensolangem Vierkantrohr aufliegt,
welches wieder den teichseitgen Teil de Holzbelages trägt:
Die Durchbiegung beim Begehen oder auch wenn 3 Erwachsene draufstehen, ist nicht der Rede Wert,
aber wenn da EIN Kind drüberläuft, schwingt die Geschichte derartig,
dass an Liegen auf der Terrasse nicht zu denken ist.
Ich habe die Sache beruhigt, indem ich jeweils ein Spannwerk aus 10 mm Stahldraht druntermontiert habe;
es wurde dadurch deutlich besser, aber so RICHTIG steif und ruhig ist´s immer noch nicht:
Es geht grad so (nicht zuletzt, weil meine Tochter schon anderswo rumfliegt).

Zu deinem Problem:
Nachdem du kein professioneller Brückenbauer bist
und deshalb weder 100 Brücken, noch eine 100 m lange Brücke bauen wirst,
ist maßlose Überdimensionierung mit Trägern vom Schrottplatz genau das Richtige:
Schau dich dort mal um - so um die 100 mm Höhe müssen das schon sein!
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
AW: Brückenbau: Vierkantprofil

Ja sicher
und man kann das als Geländer verwenden/tarnen,
aber das wollte ich aus optischen Gründen nicht:
Drum hab ich unten das Spannwerk gebaut
und drum gibt es bei mir kein Geländer;
wer da reinfällt, muss schwimmen.
(Ist ja auch ein Schwimmteich.)
 
AW: Brückenbau: Vierkantprofil

Mit einer anständigen Durchbeigungsbegrenzung macht man die Brücke steifer. Schon ein geeignetes Bemessungkriterium ...
Schwingungen, Eigenfrequenzen, Durchbiegungen steht ja alles im Zusammenhang.

Anbei mal ein Auszug aus Leitfaden für die Bemessung von Fußgängerbrücken: (näheres siehe dann da)
Die Gebrauchstauglichkeit einer Brücke mit Fußgängerverkehr sollte untersucht werden, wenn Eigenfrequenzen fi in folgenden Bereichen liegen:
• bei Vertikal- und Längsschwingungen:
1,25 Hz ≤ fi ≤ 2,3 Hz​
• bei seitlichen Schwingungen:
0,5 Hz ≤ fi ≤ 1,2 Hz​
Bei Fußgängerbrücken mit Eigenfrequenzen der vertikalen und Längschwingungen im Bereich von
2,5 Hz ≤ fi ≤ 4,6 Hz​
ist es im Prinzip möglich, dass durch die 2. Harmonische der Fußgängerschrittfrequenz Resonanzeffekte auftreten. In diesem Fall vergrößert sich das Frequenzband für die kritischen für die Eigenfrequenzen der vertikalen und Längschwingungen auf:
1,25 Hz ≤ fi ≤ 4,6 Hz​
Seitliche Schwingungen sind von diesen Effekt nicht betroffen.
Anmerkung: Es ist theoretisch möglich, dass vertikale Schwingungen durch die zweite harmonische der Schrittfrequenz auftreten. Bis heute ist jedoch in der Literatur kein Hinweis darauf zu finden, dass aufgrund dieses Effektes wesentliche Schwingungen aufgetreten sind.

Zum Praktischen:
Bei 3 Meter Spannweite kann man eine Brücke einfach mithilfe der anzusetzenden Verkehslast bemessen. Dann hat man eine hinreichend schwingungsarme Konstruktion.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
AW: Brückenbau: Vierkantprofil

Ja, ich bin eben DOCH eher ein Elektrofips,
aber das praktische Beispiel (besonders, wenn´s Schwierigkeiten gab)
ist ein guter Lehrmeister (besonders wenn die Schwierigkeiten jemand anderer hatte und man selbst draus lernt).

Nachträglich betrachtet war das in meinem Fall klar ein Fall von Anregung der Eigenresonanz durch darüberlaufende Kinder
und der 1 cm Amplitude war der verdienten Erholphase auf der Sonnenliege definitiv abträglich.
Der Schluss ist naheliegend, dass bei gleicher Trägerstärke die 4-fache Eigenfrequenz auftritt
und die dann nicht mehr angeregt würde. (Den selben Effekt hab ich im Endeffekt durch meine Spannwerke erreicht,
aber ein zuvor zuhülf gerufener Maschinenbauer hat das nur festigkeitsmäßig nachgerechnet: "Paaaaasst.")
 

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