Beruf als Produktdesigner als Maschinenbauingenieur ausüben?

Hallo,
ich habe kürzlich mein Maschinenbaustudium abgeschlossen. Vorher habe ich Abitur gemacht.
In meinem Wohnungsumkreis ist es momentan schwer einen Job zu bekommen, nun hat mich eine Firma zu einem Vorstellungsgespräch als Produktdesigner eingeladen.

Meine Frage ist nun, ob meine Qualifikation für die Ausübung eines solchen Berufs ausreicht. Als Übergangsjob würde ich diesen vorerst mal machen wollen. Die Aufgaben sind mir bewusst, jedoch kenne ich mich nicht damit aus wie stark versiert ein ausgebildeter Produktdesigner in bestimmten Bereichen ist. Gerade mit dem professionellen Umgang mit CAD.

Kann mir jemand eine Einschätzung geben? Danke!
 
Was wären denn deine Aufgaben?
Sprechen wir von einem Produktdesigner oder techn. Produktdesigner?
Welche CAD Programme kennst du und würdest du auf das dortige eingelernt (Schulung) werden?
 
Ja, der technische Produktdesigner wäre das.
Grundsätzlich Detaillierungsaufgaben mit SolidWorks.
Im Studium hat man natürlich mit CAD- Programmen intensiv gearbeitet, insbesondere mit SolidWorks.

Ich frage mich nur ob ein Produktdesigner grundsätzlich noch in Qualifikationen ausgebildet ist, die ich nicht erfüllen kann.
 
Ja, dir fehlen die Grundlagen um normgerechte Zeichnungen zu erstellen. Das wird bei der Ausbildung bis zum Erbrechen gelernt, im Studium aber maximal mal kurz angeschnitten. Die Leute, die bei uns nach dem Studium direkt anfangen, denen müssen erst die Grundlagen der Zeichnungserstellung beigebracht werden (auf einem anderen Blatt steht, ob es sinnvoll ist, dass Ingenieure die 2D Zeichnung auch erstellen). Das hört sich auf den ersten Blick immer trivial an, da ein CAD wie SW einen da ein Stück weit anleitet. Aber wie Maßlinien gesetzt werden, wie Oberflächenzeichen gesetzt werden müssen oder Form-Lagetoleranzen vergeben werden müssen ist nicht immer so trivial.
Falls du den Job beginnst: Besorge dir den Hoischen, das ist die Bibel des techn. Zeichnens.

Des Weiteren ist das ein ziemlicher Rückschritt. Warum solltest du nach einem abgeschlossenen Studium einen Beruf ausüben, der eigentlich "nur" ein Ausbildungsberuf ist? (Bin selber gelernte techn. Zeichner, deshalb darf ich da abwertend darüber schreiben ;) ).

Auch wenn du während dem Studium mit SW gearbeitet hast, hattest du keine Schulung darin. Meiner Erfahrung nach kann man nur mit einer Schulung effektiv arbeiten. Ja, ich kann mir jedes CAD beibringen und bringe Modelle zustande. Aber wie man für das jeweilige CAD korrekt und effektiv arbeitet, das vermittelt einem nur die Schulung. Deshalb frage nach, ob du auch geschult wirst. Wenn nein, hört es sich für mich eher so an, als ob man dich ausnutzen will (überqualifiziert und dann noch zu geizig für eine Schulung mit dem Arbeitswerkzeug).
 
Ok, danke sehr für diese brauchbare Antwort.
Du sprichst genau das an was ich vermutet hatte. Als Ingenieur bin ich im Ganzen überqualifiziert, allerdings unterliege ich in der "handwerklichen" Fähigkeit der CAD- Anwendung, die doch die Kernkompetenz in diesem Beruf ausmacht.
Eine Firma, die mich dennoch einlädt müsste dies aber auch wissen.
Ich werde es jetzt einfach mal ansehen und dann entscheiden.
 
Hallo,
ich habe kürzlich mein Maschinenbaustudium abgeschlossen. Vorher habe ich Abitur gemacht.
In meinem Wohnungsumkreis ist es momentan schwer einen Job zu bekommen, nun hat mich eine Firma zu einem Vorstellungsgespräch als Produktdesigner eingeladen.
Da hilft meines Erachtens mittel bis langfristig nur eines, weg ziehen wo es Ingenieur-Jobs gibt.
Interessant wäre natürlich wie es überhaupt zu dieser Situation gekommen ist.
Die Situation in deinem Wohnungsumkreis ist ja nicht erst gestern entstanden, meist kann sowas bereits in der
Mitte vom Studium abgeschätzt werden, man schaue sich nur die offenen Stellenanzeigen an.

Da dich die Firma eingeladen hat, hast du dich wohl vorher auf diese Stelle mangels Alternativen beworben?

Um ehrlich zu sein: Wenn du nicht gerade familiär extrem stark eingespannt bist, dann solltest du
in anderen Gegenden dein Glück versuchen. Und dich noch intensiver weiter weg bewerben.
Wie lange suchst du schon? Welchen Abschluss hast du Bachelor oder Master?
Je nach dem könnte auch eine Anstellung an einer FH eine bessere Übergangslösung sein.

Die Situation in der du dich befindest, ist mir aber gut bekannt. Es werden viel zu viele Akademiker ausgebildet, die auf dem
Arbeitsmarkt leider wenige entsprechende Stellen vorfinden. Also bewerben sich einige nach "unten", d.h. unter ihrem formellen Qualifikationsniveau.
Satteln komplett um, machen eine Ausbildung oder resignieren einfach und dümpeln so vor sich hin mit Gelegenheitsjobs.

Andererseits stelle ich mir es schwierig vor, deine Motivation im Vorstellungsgespräch glaubhaft rüber zu bringen.
Normalerweise ist der Weg genau umgekehrt.

Jemand schließt die Lehre zum techn. Produktdesigner ab, macht den Techniker und steigt dann z.B. als Konstrukteur ein.
Oder er geht danach studieren und steigt als Ingenieur ... ein.
Oder er macht gleich ein duales Studium um steigt als Ingenieur ein.
oder eben Einstieg in andere höherwertige Stellen und Tätigkeiten.
 
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