Berechnung max. Anziehmoment einer M22-Verbindung

Dieses Thema im Forum "techn. Mechanik" wurde erstellt von Traxtormer, 18 Mai 2017.

  1. Hallo zusammen,

    in dem Link seht ihr eine Welle mit einem Außengewinde: http://help.autodesk.com/cloudhelp/...GUID-EA94F6CB-AFF8-4EEF-AA35-0E17DA32DCB1.png
    In meinem Fall hat diese nun noch eine 12mm Bohrung und das M22-Außengewinde geht (mit Freistich) bis zur Schulter. -> Eigentlich eine Hülse.
    Der ganze Teil wird dann noch galvanisch verzinkt.

    An dieser Schulter soll ein 4mm Stahlblech (mit einem Loch ~22,2mm) fixiert werden. Das Stahlblech wird über das M22-Aussengewinde geschoben und dann soll es mit einer M22-Mutter sowie U-Scheibe (beide galvanisch verzinkt) mittels Drehmomentschlüssel (ungeölt) fixiert werden.
    Mir geht es um das Drehmoment, das lt. dieser Tabelle bei M22 & 8.8 ~573 Nm= 142kN wäre: http://www.schrauben-normen.de/anziehmomente.html
    In meinem Fall wird die Hülse aber aus dem Automaten-Stahl 1.0718 gefertigt (Rm 460 N/mm²) und ist von der somit unter der Zugefstigkeit der Mutter selbst. Aufgrund des Gewindefreistichs & der 12mm-Bohrung der o.a. Welle ergibt sich ein minimaler Ring-Querschnitt von ~200mm², der dann theoretisch beim Festziehen der M22-Mutter einer Zugkraft von ~700 N/mm² ausgesetzt ist, was eindeutig über der Streckgrenze der Hülse ist. Die Verbindung ist nicht wirklich einer sonderlich großen Belastung oder Vibrationen ausgesetzt, allerdings darf sie sich auch nicht lösen -> Ich werde deswegen eine Loctitet-Schraubensicherung verwenden.

    Was sagt ihr zu dem Drehmoment:
    • Ist das Nenndrehmoment "verpflichtend" bzw. wie kann ich das für diesen Fall erforderliche Drehmoment berechnen?
    • Muss die Material-Paarung Mutter / Hülse gleich sein oder sind unterschiedliche Festigkeiten zulässig (sprich muss ich auf ein festeres Material für die Hülse wechseln)?
    LG
     
  2. Hast du eine Vorstellung, wie viel Drehmoment 570 Nm sind?

    Man MUSS NICHT jede Verschraubung so fest anziehen, wie sie´s gerade noch aushält;
    man zieht so fest an, wie´s nötig ist, damit sie sich nicht löst!
    (... und heutzutage wird dafür mit einem Gewindesicherungsmittel gesorgt.)
     
  3. Genau das ist der Punkt schwarzer Peter! Meiner Meinung nach ist das auch viel zu viel, und ich verwende in jedem Fall einen Loctite 243 und fertig.
    Meine Frage ist allerdings wie man rechnerisch auf das benötigte Drehmoment für diesen Fall kommt, weil es meiner Meinung nach ja nicht sein kann nach dem Motto vorzugehen "Nach Gefühl". Kann man das nicht berechnen?
     
  4. Hallo
    bei den Schraubentabellen (wie in deinem Link), wird davon ausgegangen, dass die Vergleichsspannung der Schraube 90% der Streckgrenze beträgt. Die Schrauben werden so hoch vorgespannt, damit im Betriebsfall eine hohe Restklemmkraft vorhanden ist, damit sich die Schraubenverbindung nicht löst.
    In deinem Fall ist die zulässige Vergleichsspannung 0,9* 370 = 330 N/mm² (Rp0,2 =370 je nach Datenblatt).
    Für das Anziehdrehmoment benötigst du die zul. Vorspannkraft, die du aus der Vergleichsspannung über die Torsionsspannung und Zugspannung ermitteln kannst.
    Siehe den Link zur Berechnung der Vergleichsspannung
    http://www.schweizer-fn.de/maschinenelemente/schraube/schraubenverbindung.php#zugspannung
    Als Näherungsformel kannst du auch nehmen Fv = 0,7 * 0,9 * Rp0,2 * As
    Mit dieser Vorspannkraft lässt sich dann das Anziehdrehmoment wie folgt berechnen:
    http://www.schweizer-fn.de/maschinenelemente/schraube/schraubenverbindung.php#ma
     
    Mapriex gefällt das.
  5. Das MAXIMALE Anzugsdrehmoment, aber das MUSS u.U. gar nicht sein!
    Was soll denn die Mutter halten?
    Welches Drehmoment wird von der Welle auf das 4mm-Blechstück übertragen?
    Ist der Reibschluss die EINZIGE monentübertragende Verbindung?
     
  6. Das Ziel soll ein festes Andrücken des Stahlblechs an die Schulter sein, dass diese beiden Teile zueinander immer rechtwinkelig zueinander sind.
    Ich sehe kein Problem mit einem max. Drehmoment, da es zulässig ist und die sicherste Methode.
     
  7. Du hast KEIN Problem mit den zu übertragendem Drehmoment,
    sondern willst die Teile nur rechtwinkelig zueinander anordnen
    und willst das dazu mit FÜNFHUNDERTDREIUNDSIEBZIG Netwonmeter anknallen?:confused:
    Dafür reicht EIN Newtonmeter!
     
  8. Ja irgendwie stimmt's ja....ist schon übertrieben. Mir ist einfach wichtig ein Lösen/Lockern zu verhindern...aber da reicht weit weniger und man verwendet einfach eine Loctite-Schraubensicherung. Danke!
     

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