Bearbeiten von 0,5mm Kunststoffplatten (pp)

Dieses Thema im Forum "Kunststofftechnik" wurde erstellt von lukaas123, 6 Feb. 2019.

  1. Hallo zusammen,

    ich versuche aus einer 0,5mm Polyproylen-Platte ein Rahmen zu fräsen. Der Rahmen soll außerdem vertiefungen (Taschen) von 0,15-0,3mm tiefe besitzen.
    Im Anhang findet ihr zwei Bilder, zum einen, wie das ganze einmal aussehen soll (CAD) und zum anderen einen ersten Fräsversuch mit unbefriedigendem Ergebnis.

    Bisher habe ich es mit Fräsen probiert. Das Ergebnis (siehe Anhang) hat mich jedoch bis jetzt nicht überzeugt. Habe einen einschneidigen Fräser benutzt, einen Vorschub von 450mm/min und eine sehr hohe Drehzahl (nicht exakt bekannt). Gekühlt wurde mit Luft.

    Habt ihr tipps was die Einstellungen angeht?
    Oder ist das ganze einfach nicht zum Fräsen geeignet ? Sollte ich evtl. ein anderes Fertigungsverfahren nutzen? Ideen?
    Das ausschneiden des Rahmens könnte ich beispielsweise mit einem Tangentialmesser machen, aber die Taschen von (0,15-0,3mm) weiß nicht genau.. evtl. mit einem Laser ?

    Bin über jeglichen Tipp dankbar :) !
     

    Anhänge:

  2. Die Reibungswärme des Fräsers läßt das Material schmelzen! Mehrschneidiger Fräser, Wasserkühlung und geringer Vorschub könnten helfen!
     
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  3. Gleiches Problem! Der Schnitt schmilzt hinter dem Laserstrahl gleich wieder zusammen. Hab das selber schon versucht, ganz ekeliges Zeugs! Wasserstrahlschneiden sollte noch am besten gehen!
     
  4. Hm ... mit PP hab ich´s noch nicht versucht,
    aber z.B. Plexiglas lasern wir bis 10 mm Dicke wunderprächtig - je dünner, umso leichter -
    und mit ein bissl spielen an Leistung und Vorschub kann man auch TEILWEISE durchschneiden
    oder auch gravieren - nur so richtig schön glatt werden da die Flächen nicht.
     
  5. Plex geht aber mit PP hatte ich nicht wirklich Erfolg!
     
  6. Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass du die Fräsbearbeitung überdenken solltest: Werkzeug, Schmierung, Schnittwerte. Wie vorher schon von Motmonti erwähnt.

    Du kannst vielleicht auch einfach mal eine Mail an einen der großen Werkzeughersteller schreiben.

    Man könnte als letztes Mittel probieren die Platte eventuell mit einer oder zwei andere Platten zu spannen. So, dass du quasi das ganze "Sandwich" bearbeitest.
     
  7. 3D-Druck wäre auch eine Alternative! Es gibt ja auch transparentes Filament.
     
  8. Ich würde auch überlegen, ob man das Ganze nicht konstruktiv anders lösen kann.
     
  9. Vielen Dank für die ganzen Antworten :)!
    Momentan spiele ich etwas an den Parametern herum, Vorschub, Drehzahl, Anderer Fräskopf etc. Und es wird besser.
    Lasern hört sich sehr vielversprechend an, da muss ich mich aber ersteinmal umhören ob wir so eine Maschine besitzen :D.. sowas würde man mit einer Laserschneidanlage machen, oder ?

    Zum Wasserstrahlschneiden, damit bekomme ich ja aber keine Taschen hin oder bin ich falsch informiert ?
    LG
     
  10. Was mir bis jetzt auch aufgefallen ist, viel hängt glaube ich vom einspannen der PP Platte ab. Sobald diese nur etwas spiel hat fängt das ganze an zu vibrieren und das ganze schmilzt. Habt ihr Tipps wie man Kunststoff richtig einspannt?
    Aktuell schraube ich das ganze auf MDF Platten, ideal finde ich das aber nicht, gerade bei dünnen platten führt das zu hohen Verspannungen im Material.
     
  11. Zwecks Spannen erwähnte ich die Option es einfach mit einer anderen Platte zu spannen. Die Platte verlierst du zwar als Abfall aber du willst ja nicht in Serie gehen.
     
  12. Ja, danke das Sandwich werde ich aufjeden Fall probieren:).
     
  13. Wie schon anfangs erwähnt ist das Hauptproblem die Wärme am Fräser. Ein Sandwich macht das nicht unbedingt besser!?
     

  14. Natürlich nicht, deswegen wurde es von mir im ersten Post als letztes zu probierendes Mittel vorgeschlagen!?

    Die Wärme bekommt er mit den Schnittwerten auch weg bzw. Kühlung mittels Druckluft etc.
    Wie schon erwähnt, es wird wohl keine Serie werden.

    Ich vermutete anfangs schon, dass ebenfalls die Aufspannung nicht ideal sein wird und habe deswegen diesen Voschlag noch mit angebracht.
    Werkzeug, Schnittwerte und Aufspannung sind meiner Meinung nach die Hauptkategorien für Fehler in der Zerspanung
     
    motmonti gefällt das.

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