Automatisierung einer Werkzeugmaschine Frage

Dieses Thema im Forum "Automatisierung" wurde erstellt von Bug77, 10 Feb. 2013.

  1. Hi zusammen,
    ich hoffe ich bin in diesem Forum richtig bei den Experten hier :).

    Kurze Frage:
    Wenn eine Werkzeugmaschine die Teile manuell herstellt, dass heißt jedes Teil wird manuell vom Bediener eingelegt, wobei ein Teil ca 7 Minuten läuft und diese dann mithilfe eines Beladersystems automatisiert wird, welche Einsparung erzielt das Unternehmen dann?

    Natürlich spart das Unternehmen Personalkosten und die Maschine läuft Konstant ohne ständigem Eingriff eines Arbeiters.
    Meine Frage ist nun:
    Kann man die Stillstandszeiten während den Pausen und nach jedem Teil bis der Arbeiter an die Maschine hinläuft und ein neues Teil einspannt auch rechnen (1-3 'Minuten)?
    Kann man als Hilfe z.B die Bearbeitungszeit eines Auftrags vor und nach der Automatisierung vergleichen? Oder gelten Stillstandszeiten (1-3min) bis ein Arbeiter das neue Teil einlegt als nicht rechenbar, da im Arbeitplan von einer kontinuierlichen Bestückung ohne Pausen gerechnet/ausgegangen wird?

    Das ist halt Theorie und Praxis, auf dem Papier wird alles knapp gerechnet aber wenn die Maschine Jahrelang mehr Zeit für einen Auftrag benötigt (wegen Bestückungspausen und Mittagspausen) hat als wie vorgegeben ist, was ist dann richtig ?

    Ich hoffe einer von euch kann mir das erklären und vielleicht seine Aussagen mit einer Quelle nachweisen.

    Gruß
     
    #1 Bug77, 10 Feb. 2013
    Zuletzt bearbeitet: 10 Feb. 2013
  2. AW: Automatisierung einer Werkzeugmaschine Frage

    Hallo Bug

    Die Antwort auf deine Frage ergibt sich aus der Verfügbarkeit bzw. der Vorhaltung von Maschinen und Personal.
    Wenn eine bisher handbeschickte Maschine automatisch beschickt wird, entfällt nicht automatisch der Bediener vollständig. Irgendjemand muss die Material Magazine füllen, die fertigen Teile abführen, Werkzeuge und Betriebsmittel wechseln usw.
    Das wird i.d.R. von einem Einrichter übernommen; ist aber die Zeit der vorhandenen Einrichter ausgelastet, muss man eine neue Stelle schaffen.
    Das könnte bei entsprechender Eignung der bisherige Bediener machen. Wenn nicht gibt das eine neue Stelle für einen Einrichter und die Sorge um die Stelle des bisherigen Bedieners.
    Die Spanne reicht also von ca. 70% Einsparung bei Einbindung vorhandener Einrichter bis ca. 100% Mehrkosten bei Neu Einstellung.
    Die einmaligen Merkosten der Maschinen Umrüstung werden auf die zu erwartenden Stückzahlen umgelegt und dürften hier nicht besonders ins Gewicht fallen.

    Ich glaube, dieses Dilemma löst nur eine korrekte und unabhängige REFA Studie vor Ort.
    Noch etwas zu den Stillstandszeiten; wir müssen unterscheiden zwischen den Fertigungszeiten und den Verfügungszeiten.
    Im ursprünglichen Fall gilt: die Maschine und der Bediener sind den ganzen Tag vorzuhalten und damit nicht für andere Arbeiten verfügbar.
    Es gibt in der Branche die Vorgabe: Maschinenarbeit zuerst. Das bedeutet, die (meist teurere) Maschine muss den ganzen Tag bezahlt werden, egal ob sie 1 Std arbeitet oder 7 Std.
    Die angefragten Stillstandszeiten gehören in jedem Fall zur Bearbeitungszeit als Nebenzeit.

    Gruß
    Rochus
     
  3. AW: Automatisierung einer Werkzeugmaschine Frage

    Hi, danke für deine Ausführungen.
    In diesem Beispiel ist der Einsteller gleichzeitig der Bediener. Durch die Automatisierung ändert sich Personell nichts, es werden sogar mehr Maschinen gekauft.
    Es gilt die Mehrmaschinenbedienung, deswegen kam es zu Stillstandszeiten beim Nachbeladen.

    Danke für den Tip mit der Nebenzeit, kann man das irgendwo offiziell rauslesen?
    Das ist genau die Antwort die ich suchte, nur sollte ich das nun nicht nur als Behauptung haben, sondern auch schriftlich.

    Gruß
     
  4. AW: Automatisierung einer Werkzeugmaschine Frage

    Es ist ja so, das man nicht Feststellen oder Rechnen kann ob die Madchine zwischen der Bestückung 1 oder 5Minuten steht. Jedoch kann man es an der Gesamtlaufzeit mit gleicher Stückzahl vor und nach der Umrüstung erkennen, oder?
    Ist diese Differez/Zeiteinsparung abzüglich der Vesperzeiten dann als Nebenzeit der Gesamtlaufzeit anzuerkennen?
     
  5. AW: Automatisierung einer Werkzeugmaschine Frage

    Hallo Bug

    Wie ich schon schrob, eine REFA Analyse wäre das Beste.
    Man kann aber folgendermaßen rechnen:
    Die Hauptzeiten der Maschine sind als bekannt voraus gesetzt. Beginn Einspannen bis Ende auswerfen.
    Dann kommen die Rüstzeiten, das sind Werkzeugwechsel etc; die können regelmäßig oder unregelmäßig auftreten.
    Tageslänge in Stunden minus (Hauptzeiten mal Stück) minus Rüstzeiten gleich Nebenzeiten.
    Die Tageslänge ist die Nettozeit, d.h. regelmäßige Pausen sind schon abgezogen.

    Gruß
    Rochus
     

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