Arbeitssuche während Corona

Moin, ich bin noch relativ neu hier.
Ich habe eine Frage an die Allgemeinheit.
Zu meiner Situation. Ich bin im Mai 2020 fertig geworden. Corona war schon bei uns angekommen. Ich habe mich natürlich auf freie Stellen beworben. Ich hatte auch zwei Vorstellungsgespräche, aus denen jedoch kein neuer Job entstanden ist. Nun zu meinem Problem. Ich bin jetzt seit Mai auf Job suche und habe meinen Techniker auf Vollzeit abgeschlossen (Industriemechaniker gelernt). Allerdings finde ich einfach keinen Job. Ich bekomme nur absagen. Ich kann mir gut vorstellen dass, es den Firmen nicht gut geht usw. aber ich habe auch schon erlebt dass, durchaus Leute eingestellt werden. Ich habe jetzt, da ich keine Lust auf Harz 4 habe, einen Job angenommen als Bauhelfer. Den hat mir ein Freund organisiert, der momentan eine Lehre zum Maurer macht. Für die lange Ausschweifung entschuldige ich mich. Es geht jetzt darum, da ich so lange schon keinen Einstieg gefunden habe und dann auch noch eine Tätigkeit annehme, die mal so garnichts mit Maschinenbau zu tun hat. Bekomme ich denn dann bei zukünftigen Arbeitgebern überhaupt noch eine Chance oder verspiele ich mir damit alles? Anderer Seits will ich auch nicht weiter zuhause rum sitzen und bin froh, dass ich zu Corona Zeiten einfach wieder Geld verdienen kann, anstatt dann vom Staat nur das Existenz Minimum zu bekommen.
Ich dachte mir kann ja vielleicht jemand eine andere Sicht aufweisen oder mich vom Gegenteil überzeugen. An sich weiß ich momentan halt einfach nicht ob die Entscheidungen richtig sind. Allerdings bleibt mir auch nicht wirklich viel übrig. Wie gesagt bevor ich ALG 2 beziehe gehe ich dann doch lieber irgend einer Arbeit nach.
Ich bedanke mich schonmal für die Antworten im Voraus und wünsche allen noch einen schönen Abend.
 
Ich habe mich natürlich auf freie Stellen beworben. Ich hatte auch zwei Vorstellungsgespräche, aus denen jedoch kein neuer Job entstanden ist.
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Ich kann mir gut vorstellen dass, es den Firmen nicht gut geht usw. aber ich habe auch schon erlebt dass, durchaus Leute eingestellt werden.
Die wenigsten Firmen veröffentlichen Stellenanzeigen aus Spass. D.h. wenn du dich auf eine Anzeige bewirbst, ist dort auch eine Stelle frei.

Die Konkurrenz dürfte aber größer geworden sein, die sich auf eine Stelle bewirbt, da wie du schreibst, es manchen Firmen nicht so gut geht und die dortigen Arbeitnehmer sich ggf. auch bewerben.

Hast du deine Unterlagen gegenprüfen lassen?
Hast du dich auch auf die richtigen Stellen beworben? Mit der richtigen Begründung?
War dein Auftreten beim Vorstellungsgespräch i.O.?

Was ich sagen will: Prüfe dich und deine Unterlagen, denn die allgemeine Situation kannst du nicht ändern. Aber indem du dich hinterfragst kannst du deine Chancen steigern.
Prinzipiell finde ich es gut, dass du arbeiten gehst. Du solltest dich aber weiter aktiv bewerben. Ggf. kannst du in einem Vorstellungsgespräch (je nach Situation) einfließen lassen, dass du nicht arbeitslos bist, sondern arbeitest. Aber eben branchenfremd, damit du Geld verdienst.
 
Also bei uns droht mal wieder für einige Abteilungen Kurzarbeit. Problem:
Wenn einige Abteilungen in Kurzarbeit sind, dürfen auch die, welche Bedarf hätten, niemanden einstellen. Selbst unsere Zeitarbeiter wurden nicht verlängert. Da stellt der Betriebsrat sich quer.
Insofern dürfte es gerade bei größeren Firmen mit Betriebsrat und Kurzarbeit im Moment tatsächlich nicht viel zu holen geben
 
Also bleibt mir erstmal nichts anderes übrig als ab zuwarten und mich weiter zu bewerben. Die Angst keinen Einstieg zu finden ist also auch nicht wirklich begründet dadurch, dass ich nicht untätig bin? Ich habe prinzipiell nicht vor dort zu bleiben. Ich würde am liebsten wieder in die Industrie. Erstmal egal ob ich als Mechaniker oder als Techniker eingestellt werde. Mir persönlich ist halt dieses Branchen fremde ein kleiner Dorn im Auge. Aber irgendwie immer noch besser als gar nichts. Denn momentan ist das halt die einzige Wahl die ich habe.
Zum Thema Unterlagen gegenprüfen. Wer soll die denn gegenprüfen? Ich habe zwar Leute Korrekturlesen lassen, aber es ist ja auch so, dass wenn man 10 personaler fragt, von jedem eine andere Aussage kommt. Zumindest in Bezug auf die Wichtigkeit verschiedener Aspekte. Ich habe beispielsweise im Lebenslauf zu jedem Abschnitt ab der Zeit, in der ich als Facharbeiter tätig war, 3 Strichpunkte zu den erlernten Fähigkeiten oder den nachgegangenen Tätigkeiten eingetragen.
 
Ich habe zwar Leute Korrekturlesen lassen, aber es ist ja auch so, dass wenn man 10 personaler fragt, von jedem eine andere Aussage kommt.
Sicherlich.
Sind aber verschiedene Aussagen immer wieder deckungsgleich, dann weißt du, dass da ein Fehler vorliegt.
Beim Gegenprüfen lassen geht es ja auch darum, dass die Unterlagen jemand (es muss nicht mal ein Personaler sein) von außen sieht. Der wirft einen anderen Blick drauf und dem fallen ggf. Fehler schneller auf wie dir.
Ob du die Tipps dann annimmst: Das liegt an dir, denn du musst dich damit wohl fühlen.
 
Also,
da Du schon Vorstellungsgespräche hattest, würde ich mal davon ausgehen, dass Deine Bewerbungsunterlagen an sich schon mal nicht komplett schlecht sind. Was nun wichtig wäre ist, Deine Unterlagen weiter zu optimieren.

Letztendlich sieht ein Personaler sich Deine Vita an und beurteilt draus erst einmal, ob Du überhaupt zu dem Stellenprofil passt. Wenn der Personaler nun mal strikte Vorgabe hat, jemanden mit mind. 5 Jahren einschlägiger Erfahrung zu finden, dann kannst Du bunte Blümchen auf die Bewerbung malen, Du wirst als Einsteiger ohne weitere Berücksichtigung aussortiert.

Es muss für Dich darum gehen möglichst oft in die Vorstellungsgesprächsrunde zu kommen. D.h., gerade dann, wenn das schon 2-3 "Spitzenkandidaten" feststehen, evtl. die Nummer 4 oder 5 zu sein, die noch mit eingeladen wird. Und hier kann dann das Anschreiben das Zünglein an der Waage sein.

Weckst Du mit Deinem Anschreiben Aufmerksamkeit oder fängt es mit einer 0815-Einleitung an wie "mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige in der Süddeutschen Zeitung gelesen", wie sie der Personaler jede Woche hundertfach liest ??

Stellst Du im Anschreiben anhand der relevanten Punkte mit belegbaren Beispielen dar, warum genau Du der richtige Kandidat bist ??
Oder gibst Du nur Deinen Lebenslauf nochmal wieder ohne Bezug auf die Stellenanforderungen ?

Das ist so eigentlich das Wichtigste, was ich dazu sagen kann.....
 
Also in der Regel gucke ich mir die Ausschreibung an und versuche Bezug auf die geforderten Wünsche zu nehmen, die dort genannt werden. Ich starte oft mit dem satz „aus folgenden Gründen denke ich der richtige für die von ihnen ausgeschriebene Stelle zu sein“. Dann kommen Punkte am besten mit Beispiel falls ich welche nennen kann. Außerdem versuche ich die Person so oft wie möglich mit der höflichen Anrede anzusprechen, anstatt dauernd „ich bin, ich kann, ich habe“ usw. zu sagen
 
Ich starte oft mit dem satz „aus folgenden Gründen denke ich der richtige für die von ihnen ausgeschriebene Stelle zu sein“. Dann kommen Punkte am besten mit Beispiel falls ich welche nennen kann.
Denke, hier kann man schon was optimieren. Wieso denkst Du nur, dass Du der Richtige bist ? Warum schreibst Du nicht, dass genau Du der Richtige bist weil.......

"Sehr geehrter Herr/Frau XXXX,
für die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Produktionsleiter bringe ich mehr als 2 Jahre Erfahrung als .......... und ......... mit, daher kann ich Ihr Team schnell und bestens verstärken."

Außerdem versuche ich die Person so oft wie möglich mit der höflichen Anrede anzusprechen, anstatt dauernd „ich bin, ich kann, ich habe“ usw. zu sagen
Was meinst Du mit "höflicher Anrede" ?
 
Mit der höflichen Anrede meine ich „Sie, Ihnen“. Ich versuche diese beiden Wörter häufiger zu verwenden um meine Person zu beschreiben, anstatt jedes Mal mit „ich bin“ oder dergleichen anzufangen. Ein Satz könnte lauten „Sie werden merken, dass Sie durch mich ein aufmerksames und selbstständig arbeitendes Team Mitglied für sich gewinnen“ (habe mal in einem Video zu Bewerbungstips gesehen dass man die Person, um die es geht am besten immer direkt ansprechen soll. Das soll wohl einen sympathischeren Eindruck machen im Gegensatz zur „ich-Perspektive “
 
Ok, auch hier würde ich Verbesserungspotenzial sehen.
Zum einen wäre der Satz, wenn Du diesen auch so in der Bewerbung stehen hast, Platzverschwendung, da Du hier anstatt mit nachweisbaren Fakten, welche für Dich sprechen einen 0815 Allgemeinplatz einbaust.

Zum anderen möchte der Leser das nicht erst merken wollen, wenn er Dich eingestellt hat, sondern von Anfang an das Gefühl haben, dass es so ist....

selbstständiges Arbeiten -> wie und wo schon unter Beweis gestellt ?
Teamarbeit -> wo bisher so gemacht (-> ist das explizit in der Stellenausschreibung gefordert ??)
 
Ich bin auch mal gespannt wie schwierig es wird einen Job zu finden. Ich mache gerade meinen Techniker im Maschinenbau in Vollzeit und habe Ende Mai meine Abschlussprüfungen. Ich kann also ab Juni anfangen zu arbeiten. Mein Plan ist es ab Februar Bewerbungen zu schreiben. Einige Unternehmen habe ich in den letzten Wochen und Monaten schon herausgesucht.
 
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