Arbeitslosengeld nach der Technikerschule

Hallo,

ich bin 25 Jahre und habe vom 01.09.2014 - 06.07.2016 die Technikerschule für Automatisierungstechnik in Reutlingen besucht. Ich habe hier im Forum eine Frage zum Arbeitslosengeld. Ich hoffe mir kann hier jemand weiterhelfen.

Mein Antrag auf Arbeitslosengeld wurde mir auf Grund der Anwartszeit nicht genehmigt. Genaue Aussage vom Arbeitsamt: Sie sind in den letzten 2 Jahren vor dem 07.07.2016 weniger als zwölf Monate versicherungspflichtig gewesen und habe die Anwartszeit nicht erfüllt.

Mein Arbeitsvertrag ist bis zum 15.09.2014 gelaufen, da ich ab dem 17.09.2014, 2 Jahre die Technikerschule Vollzeit bis 06.07.2016 besucht habe, wäre ich somit für den 16.09.2014 Arbeitslos gewesen. Die Firma KMS kam mir entgegen und verlängerte meinen Vertrag bis einschließlich 16.09.2014 (1 Tag länger), sodass ich keine Lücke wegen einem Tag Arbeitslosigkeit in meinem Lebenslauf habe.

Telefonisch wurde mir damals von einem Mitarbeiter der Agentur für Arbeit gesagt, dass es sich für 1 Tag nicht lohnt, sich Arbeitslos zu melden. Wir sind davon ausgegangen, dass ich nach der Schule direkt einen Job finde, was ich aber nicht genau wissen konnte, da der genaue Zeitpunkt für das Ende der Schulzeit während der Schule bekannt wurde. Somit habe ich erst ab dem 01.09.2016 einen neuen Job begonnen. Mir fehlt somit der Zeitraum vom 07.07.2016 – 31.08.2016, in dem ich kein Geld verdient habe.

Wer zahlt mir diesen Zeitraum? Ich bin jetzt mit der Weiterbildung (2 Jahre) 8 Jahre berufstätig und hab immer mein Geld eingezahlt und bekomme die ca. 2 Monate nicht bezahlt?

Wenn Ich durch die Verlängerung (16.09.2014) nicht arbeitslos war, wann hätte ich mich dann arbeitslos melden sollen, wenn ich 2 Jahre auf der Schule war? War ich während der Schule arbeitslos? Wenn dies der Fall sein sollte, wurde ich zu diesem Punkt, telefonisch ebenfalls falsch aufgeklärt.

Ist ein persönliches Gespräch mit der Agentur für Arbeit nützlich? Hatte bis jetzt nur Telefonate.
Was haltet Ihr von einem Gespräch mit einem Anwalt?

Bin um jede Antwort dankbar.

Freundliche Grüße
 
Du hättest dich arbeitslos melden dann hättes du noch ein Rest Anspruch von 364 Tage. Man könnte noch argumentieren das die dich im Job Center falsch beraten haben, aber deren Interesse ist es ja die eigenen Kosten schön niedrig zu halten.
 
War ich während der Schule arbeitslos? Wenn dies der Fall sein sollte, wurde ich zu diesem Punkt, telefonisch ebenfalls falsch aufgeklärt.
Nein, da warst du in einer Fortbildung. Ja, du wurdest falsch aufgeklärt.

Ist ein persönliches Gespräch mit der Agentur für Arbeit nützlich? Hatte bis jetzt nur Telefonate.
Was haltet Ihr von einem Gespräch mit einem Anwalt?
Das wird dir alles nichts mehr nützen. Wie willst du beweisen, dass du falsch aufgeklärt wurdest. Ich denke, du musst dich mit der Situation abfinden wie sie ist.
Wenn jemand auf eine Vollzeitschule geht, sollte man sich vorher immer mindestens 1 Tag arbeitslos melden. Somit verliert man seine Anwartschaft nicht - wird hier immer wieder geraten. Durch das Entgegenkommen der Firma und der falschen Beratung durch das Arbeitsamt hast du dich genau falsch entschieden. Hilft dir jetzt nicht mehr, aber ggf. anderen.
 
Ich danke Euch für die schnellen Antworten. Ist wohl dumm gelaufen. Werde trotzdem nochmal ein persönliches Gespräch mit der Agentur für Arbeit führen.
 
Dass jemand für einen Zeitraum X überhaupt keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, gibt es nicht. Wenn es kein Arbeitslosengeld I gibt, dann steht dir zumindest Arbeitslosengeld II zu...

Problem hierbei. Du musst dich beim Amt bis zu 3 Monate vor Beginn deiner Arbeitslosigkeit melden. Das gilt natürlich nur, wenn du weißt, dass du arbeitslos sein wirst. Da das Ende deiner schulischen Ausbildung feststeht, hättest du 3 Monate vorher schon einen Antrag auf Arbeitslosengeld (1 oder 2) stellen müssen.
Ich kann mich noch gut dran erinnern, dass bei uns (Fachhochschule) viele Absolventen zur Sicherheit 3 Monate vor ihrem Abschluss diese Arbeitslosen-Anträge ausgefüllt haben...

Das heißt, selbst wenn man dich falsch beraten hätte, du bist deiner Meldepflicht nicht nachgekommen, daher hätte man dir ohnehin kein ALG gezahlt...
 
Das ist ja komisch. Natürlich lohnt sich die Arbeitslosmeldung für einen Tag, da hat der Mitarbeiter der Agentur für Arbeit dich "falsch" beraten. Ich denke der Mitarbeiter wollte sich den Schreibkram ersparen der dadurch entstanden ist.

Wenn du vor der Technikerschule zwei volle Jahre gearbeitet hast, dann hast du Anspruch auf 365 Tage ALG1. Während der Technikerschule hast du sicherlich Schülerbafög bekommen und du bist unabhängig von der Agentur der Arbeit gewesen. Und ab dem bestehen der Abschlussprüfung hast dann wieder Anspruch auf das restlichen ALG1. Voraussetzung: du hast dich mind. 3 Monate vor Bekanntgabe der Ergebnisse arbeitssuchend gemeldet.

So ist es jedenfalls bei mir gewesen.

Aber da du bis jetzt alles telefonisch geklärt hast, ist es schwierig es nachzuvollziehen. Ich würde erstmal versuchen etwas schriftliches zu bekommen. Einfachste wäre ein Termin oder schriftlich mit der Post/E-Mail. Wenn du dann immer noch eine Absage von der Agentur für Arbeit bekommst, dann würden rechtliche Schritte evtl. helfen. Falls du Mitglied einer Gewerkschaft bist (z.B. IG Metall), dann würde ich im Vorfeld bei denen mal vorbeizuschauen. Es könnte sein, daß die deine Anwaltskosten übernehmen, wenn du nicht rechtsschutzversichert bist.

Ich wünsche dir viel Glück!
 
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