Alles eine Frage der Motivation!?

Hallo Zusammen,

mein Name ist Daniel. Ich bin 26 Jahre alt und bin momentan im 7. Monat (SGD) zum Staattlich geprüften Maschinenbautechniker.

Ich habe dieses Thema eröffnet um Erfahrungen auszutauschen. Erfahrungen mit eventuellen Motivationsproblemen,-hilfen und -gegenständen.

Ich bin noch nicht mal bis zur Hälfte der 42, vorgesehenen, Monaten vorgedrungen, wurde aber schon öfters mit Motivationsfragen konfrontiert. Ich denke (und irgendwie hoffe ich es auch), dass ich damit nicht alleine stehe. Doch beim Fernstudium kann man nicht verwirrt zum Nachbarn blicken und er erwidert den Blick mit einem müden Schulterzucken, dass auch sein Unwissen bestätigt. Es ist nun mal das Internet, mit dem man sich bei Fragen auseinandersetzen muss.

Es kam schon vor das es mir gedanklich leichter vorkam die „Kündigung“ einzureichen, als die nächste Aufgabe durchzuarbeiten oder zu lösen. Und genau da brauch man dieses Männchen auf der Schulter, diese Umkehrfunktion des Schweinehunds („Schweinekatze“?), die einem immer wieder erklärt wieso man das alles tut. Wieso man neben Job und Familie sich in der Freizeit noch an den Schultisch setzt. Bei mir waren es unterschiedliche Dinge…

Zunächst einmal möchte ich es mir selber beweisen, dass ich es schaffen kann, dass ich den oft gehörten „langen Atem“ habe. Dieses Argument verfällt am schnellsten…

Dann möchte ich mir durch diese Weiterbildung eine Art Sicherheit für die Zukunft erarbeiten. Ich bin gelernter Zerspanungsmechaniker, arbeite momentan aber als Ultraschallprüfer (UT2), da die Weichbearbeitung bei uns im Betrieb immer weiter ausstirbt.

Die Thematik „Maschinenbau“ ist nicht wirklich etwas wo ich mich gerne mit ungezwungen in der Freizeit beschäftige. Ich liege nicht Sonntags auf der Couch und denke: „Boah, ich glaub ich lese mal ein bisschen über Maschinenelemente!“ Aber es ist doch faszinierend etwas mehr über die Welt zu erfahren. Auf den Spuren alter gelehrter (Archimedes lässt grüßen). Aber auch wie sich Dinge um mich herum entschlüsseln. Ich auf einmal Begriffe kennenlerne, die ich vorher nur von Tafeln in der Arbeit kannte. Das Lernen an sich, ist es, dass mir Spaß macht.

Ich erhoff ich mir irgendwann eventuell einen „Normalen“ Job. Normal? Was ist schon normal. Damit meine ich einen Job in dem ich nicht mehr in 3 Schichten arbeiten muss, ich nicht mehr Sonntagabend zur Nachtschicht antreten muss und am Samstag zur Spätschicht etc.! So einen öden Job im „mittleren Management“ , wie es so schön heißt.

Aber was mich irgendwie am meisten motiviert hat, sind Leute aus meinem Umfeld. Ein ehemaliger vorgesetzte glaubt nicht an das System der SGD und co. Und hat deswegen mein Scheitern vorhergesagt. Der andere behauptete das es zu schwer sei (weil er selbst nach 2 Monaten aufgab). Wieder ein anderer, jemand den ich ewig nicht mehr gesehen habe und dann wieder traf, erzählte mir das er vor kurzem selbst eine Weiterbildung an einer Abendschule anfing. Und wenn der das schafft, schaff ich das doch auch!? Vielleicht hab ihr auch sowas oder sowas ähnliches gehört?

Aber eine Sache motiviert, denke ich, am besten…Erfolg! Erfolg beim Erledigen von Aufgaben. Aber genauso gut demotiviert es, eine Aufgabe nicht im Handumdrehen zu schaffen. Ich rege mich da teilweise richtig stark auf. Vielleicht weil ich es gerne hätte, alles direkt zu verstehen und zu erledigen. Das Nicht-verstehen regt mich am meisten auf und wenn es dann nur auf einen Fehler im Studienheft zurückzuführen ist noch mehr! ;)

Aber bei all diesen Dingen fallen mir immer die Worte eines Kollegen ein der den Techniker in der Abendschule gemacht hat:

„Du hast doch auch die Schule geschafft und wahrscheinlich auch die Ausbildung. In all diesen Dingen, wie oft hast du da an die Abschlussprüfung gedacht? Hast dich schon in der 7. Klasse verrückt gemacht, weil ja „bald“ die 10. Vor der Tür steht? Hast du im ersten Ausbildungsjahr dir Sorgen gemacht, weil du nicht wusstest wie du das alles später in der Abschlussprüfung abrufen sollst? Also ich nicht. Bei so festen Institutionen wie Schule oder Ausbildung stellt sich einfach nur selten die Frage: „Brech ich ab?“, weil es ein viel zu komplexer Vorgang wäre und man möchte schließlich diesen Beruf erlernen. Natürlich gibt es auch Abbrüche, aber das ist meistens darauf zurückzuführen das man sich vorher einfach nicht richtig mit dem Job beschäftigt/informiert hat. Bei einer Weiterbildung die man selbst bezahlt ist es meistens anders. Man hat sich gut überlegt was man macht, aber der der Ausgang ist näher. Es ist leicht zu sagen, ich hab’s versucht oder es ging halt nicht neben dem Job. Niemand würde dir in’s Gesicht sagen, dass er es vorher wusste. Aber alleine bei uns in der Klasse sind 60% schon in dem ersten Jahr ausgestiegen und nach den 3,5 Jahren bereuen sie es immer noch. Immer wenn ich einen von denen treffe sagen sie mir, hätte ich es doch einfach durchgezogen.“

Und ich glaube genau das ist einer der Schlüssel…einfach durchziehen. Natürlich gibt es Fächer die man nicht mag, die man schwer versteht, bei denen man Google um Hilfe bitten muss, bei denen man den Tutor alles abverlangt und man dann bei den ESA doch nur ne 3 oder 4 bekommt. Aber wie hat man früher in der Schule darauf reagiert? Auf jeden Fall weniger selbstzerstörerisch als man es vielleicht jetzt tut. Man war vielleicht froh ein befriedigend zu kriegen und man wusste das man sich später ja noch vorbereiten kann. Man hatte eine Lässigkeit, vielleicht, weil man jünger war und man nicht Schule mit Geld und Sicherheit verbunden hat.

Nehmen wir uns alle nicht so einen Druck mit auf den Weg. Dass man alles immer absolut versteht, bewältigt und mit einem Durchschnitt von 1,0 bewältigt sollte kein Ziel sein, denn genauso gut könnte es das Ziel sein aus dem Fenster zu springen und zu fliegen. Mit genau dem selben Ergebnis. Man fällt auf die Nase.


Wir sollten uns also immer wieder vor Auge halten warum wir das machen. Und wenn es hilft auch, wen wir verblüfft sehen wollen, wenn wir es schaffen. Aber um es zu schaffen müssen wir erstmal bis dahin kommen. Also ist diese Motivation „überlebenswichtig“. Und wenn es nur bedeutet das man sich sagt das man die gleichen Probleme hat.


So, ich hoffe ihr verzeiht mir den Verlust des ominösen „roten Fadens“ und könnt vielleicht eure Erfahrungen teilen.


Solltet ihr auch bei der SGD den Ma.Techniker machen oder wollt irgendetwas anderes loswerden schreibt mir einfach! Ich verspreche auch, es ist nicht die Regel, dass ich so viel Text tippe.


Gruß Daniel
 
Hallo Daniel,
allein schon sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist viel Motivation. Bei unserer Truppe ging es dadurch, dass wir vom TME1 an uns kennenlernten und viel zusammengearbeitet haben, anfangs locker aber dann zog der/die eine die anderen mit. Richtig interessant wurde dann die Projektphase. Aber beruhige Dich, in einem Paralellteam ist einer ausgestiegen kurz vor der Projektpräsentation / -verteidigung und keiner weiss warum. Wir waren auch bei der SGD.
Sehr wichtig sind die Präsenzseminare, da diese sehr gut (Mechatronik) auf die staatliche vorbereiten. Der Bearbeitungsstatus der Lehrbriefe war nicht zulassungsentscheidend.
 
Hallo Daniel,

einen für mich interessanten Beitrag hast du da verfasst, da ich mich auch weiterbilden möchte und ein Studium bei der SGD in erwägung ziehe. Warum ich das machen möchte? Verbesserte berufliche Perspektiven, raus aus der Schicht (?), Sicherheit für die Familie. Allerdings habe ich auch Zweifel da ich zum Beispiel überhaupt nicht einschätzen kann, wie schwierig die ganze Thematik wird, ob ich es durchhalte neben Beruf/Schicht und Familie (2 Kinder). Dazu kommen dann Aussagen wie "Techniker, sehr sehr schwierig" - was meine Zweifel auch nochmal bestärken.

Im Umkehrschluss denke ich mir aber auch, dass der Stoff ja vermittelt wird, es auch Vögel gibt die es gepackt haben ... und ich MÖCHTE ja auch lernen.


Wie findest du denn den "Online-Campus", taugt der ?
Und auch noch wichtig wäre, bekommt man die Seminartermine recht Zügig,
ich muss das ja auch passend mit dem Urlaub regeln können.


Ich danke dir !
 
Hi! Also den online Campus kannste vergessen. Die Foren da sind ziemlich unterfrequentiert, aber auf den Seminaren wirst du wahrscheinlich Kontakte knüpfen, Mit denen man sich über WhatsApp austauschen kann.
Die Termine für die Seminare werden immer so im Oktober/november für das Folge Jahr bekannt gegeben.
Ich habe keine Kinder und kann dir deswegen dazu nichts sagen. Ich Kenn aber Leute die es trotzdem machen. Anstrengend ist es sicherlich, aber eine gute Organisation (Stundenpläne,...) sollten dabei helfen. Wer will, der findet einen Weg.

Viel Erfolg
 
Hallo erst einmal :happy: also erst Mal kurz an Thor2k17: falls du deinen Techniker über ein Fernstudium in Erwägung ziehst, mach ihn beim DAA. Da hast du einfach mehr Material von 3. Zur Verfügung und das grenzt und erleichtert dir Sache doch erheblich (ein)! Just my 2 Cents ;)

So, jetzt an die ursprüngliche Thematik:
Ich bin gelernter Industriemechaniker und tatsächlich auch Ultraschall Prüfer ("nur" UT1M2). Ich habe mir auch gedacht dass diese Tätigkeit einfach nichts für ein ganzes Leben sein kann! Bin nun am Ende meines Fernstudiums (beim DAA). Wobei hier das Institut ja zweitrangig ist. Der Punkt ist der: solange man keine festen Fortschritte sieht, ist das alles mega ätzend und demotivierend! Jetzt kommt das aber: Feste Fortschritte, damit meine ich Prüfungen... Sobald du deine ersten abgelegt hast, zündest du den Turbo! Mit ersten festen Ergebnissen kommt einfach der Wille auf die nächste und dann wieder die nächste Prüfung abzulegen! Und das ist dann wirklich Motivation ;) Ich weiß natürlich nicht wie das bei euch (SGD) geregelt ist, aber ich denke das dürfte sich nicht arg davon unterscheiden von uns. Irgendwann anmelden und schreiben.

Also glaub's mir, hier wird sich kaum einer finden der es als Hobby ansieht, nach 8h teils harter Arbeit sich zu Hause nochmals auf den Arsch zu hocken und weiter zu arbeiten..das kann noch so interessant sein, aber es geht faktisch einfach auf den Sack!:whistle: also lass dir gesagt sein: das alles was du durch machst ist vollkommen normal.

Lass dich nicht entmutigen, zieh die Scheisse durch und das Endergebnis entschädigt hinterher für alles :cigar: es ist einfach eine Investition für die Zukunft :angelic:

Grüße ;)
 
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