Abschätzung des Marktwertes als Techniker in der AV

Hallo zusammen,

aufgrund von Coronakrise bin ich arbeitslos geworden.

Kurz zu mir, bin 33 Jahre alt wohne in NRW und habe 2,5 Jahre an Berufserfahrung als Maschinenbautechniker.

Habe vorher bei einem Mitteständischen Unternehmen mit ca. 300 Mitarbeitern in der Produktionsplanung gearbeitet.

Auf meine Jobsuche habe ich mich bei einem sehr guten Unternehmen bei uns in der Gegend beworben.

Die Firma hat ca. 3.000 Mitarbeiter Weltweit und zahlt nach IG Metalltarif, was mein alter Arbeitgeber nicht hatte.

Mein letztes Gehalt lag bei 3.750 € / Monat bei 40 St./Woche.

Da ich nie mit IG Metalltarifverträgen zu tun hatte, tue ich mich schwer mein Wunschgehalt entsprechend zu definieren.

Möchte mich nämlich nicht unterm Wert verkaufen aber auch nicht als geizig rüberkommen.

Dachte mir so an 4.150 € im Monat, was meint Ihr dazu?

Hier ist die Aufgabenbeschreibung:

- Festlegen der Fertigungsabläufe
- Fertigungsgerechtes Erstellen von Arbeitsgängen und folgen
- Ableiten von Planungsdaten
- Ermittlung von Vorgabezeiten
- Disponieren von Teilen und Materialien
- Bearbeiten von Einzelaufträgen

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten
 
Hallo PietVanHolmen,

danke für deine Antwort.

Hab den Artikel durchgelesen sind paar nützliche Tipps. Also meinst du ich soll lieber mein Altes Gehalt verlangen. Das habe ich aber vor 2,5 Jahren ausgehandelt und seit dem ist auch vieles passiert, konnte viel dazulernen und entsprechend Erfahrungen sammeln. Werde dann einfach im Vorstellungsgespräch 3.750 - 4.100€ angeben. Mal gucken was dann kommt.
 
Deine Situation ist natürlich nicht so rosig, aktuell bist Du Vermutlich nicht der einzige Fachmann auf dem Markt.
Das verschafft natürlich dem Arbeitgeber die luxuriöse Ausgangslage, den zu nehmen, der am wenigsten für seine Arbeit verlangt, auch wenn nach Tarif bezahlt wird.
Etwas Spielraum hat man dort trotzdem, das fängt schon bei der Einstufung an..
Zumal der Arbeitgeber weiß; dass der ein oder andere auf den Job angewiesen ist und vielleicht die ein oder andere Kröte notgedrungen schluckt

Daher weder in der Bewerbung noch im Gespräch betonen; dass man wegen Corona arbeitslos ist.
Auch die Tips von Herrn Mell bzgl. Des Arbeitszeugnis sind sehr gut...


Ich würde mir den potenziellen Arbeitgeber anschauen und hinterfragen.
In welcher Branche ist er tätig?
Warum suchen sie gerade jetzt neue Mitarbeiter?
In der aktuellen Situation warten viele Firmen erstmal mit Neueinstellungen ab.
Natürlich gibt es Ausnahmen: die Branche, in der die Firma unterwegs ist, läuft aktuelle richtig gut
Möglich ist aber auch, dass „dein“ Vorgänger schon das Weite gesucht hat, weil die Luft langsam dünn wird...
Natürlich kann er aber auch nur in den Ruhestand gegangen sein

Vielleicht kennst Du ja jemand, der bei dieser Firma arbeitet. Dort könntest Du erstmal diskret die aktuelle Stimmung vorfühlen...
 
Ich kenne seid Jahren die Firma, das Unternehmen hat einen guten Ruf bei uns in der Gegend, ist ein Maschinenbauunternehmen. Ein Bekannter von mir Arbeitet dort, allerdings in der Produktion. Er hat mir von der Stelle erzählt. Die Auftragslage ist sehr gut da. Und der Bekannte ist dort sehr zufrieden. Warum der Vorgänger dort weggegangen ist weiß ich nicht, werde das im Vorstellungsgespräch fragen. Mit meinem Arbeitszeugnis ist alles in Ordnung allerdings steht dort das ich wegen der schwierigen Wirtschaftlichen Situation im Unternehmen gekündigt worden bin. Ich bin auch friedlich mit meinem ehemaligen Arbeitgeber auseinander gegangen und habe bis zum letzten Tag meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Aber trotzdem danke für deine Antworten.
 
Das verschafft natürlich dem Arbeitgeber die luxuriöse Ausgangslage, den zu nehmen, der am wenigsten für seine Arbeit verlangt, auch wenn nach Tarif bezahlt wird.

Wie kommst Du darauf ?
Ein Arbeitgeber wird niemals einem AN, der sehr gut auf die Stelle passt zugunsten eines schlechteren AN, der weniger verlangt, absagen.
Dachte mir so an 4.150 € im Monat, was meint Ihr dazu?

Was sollen wir jetzt konkret dazu sagen ?
Du hast doch eine Vorstellung, warum Du wechseln möchtest, oder ?

Möchtest Du bei dem neuen Arbeitgeber auf jeden Fall einsteigen und bist bereit zum gleichen Gehalt weiter zu arbeiten (damit Du später dann ein höheres verhandeln kannst ?) ?? Oder wechselst Du nur, wenn Du auf jeden Fall mehr Geld bekommst ?

Wenn Du für dich entscheiden hast, dass Du unter 50.000 EUR Jahresgehalt nicht wechseln wirst, was hast Du dann verloren, wenn Du eine Absage bekommst, da der AG nur 40.000 zahlen wollte ?

Hatte letzte Woche ein VG über Zoom bei einem Unternehmen, wo ich mich vor 2 Jahren schon mal beworben hatte mit 65.000 EUR Jahresgehalt. Die suchen jetzt wieder und ich hab halt 80.000 EUR angegeben.... War wohl kein Problem. Bei einem anderen habe ich 72.000 EUR angegeben, die haben mich eingeladen und im Gespräch dann gesagt, dass sie eigentlich max. 65.000 zahlen wollen..... Dennoch Gespräch bekommen.

Da hängen so viele Faktoren mit drin, denk doch nicht immer bei einer Absage "Oh je, ich hab ein zu hohes Gehalt verlangt....."
 
@immie

Nirgendwo steht, dass sie den schlechteren AN nehmen.
In der aktuellen Lage sind einige, auch gut ausgebildete, Fachkräfte auf dem Markt und es gibt mit Sicherheit auch genug, die zwar aktuell noch einen Job haben, aber schon ihre Fühler austrecken, weil es in ihrer Firma gerade nicht so läuft. (Stichwort: Kurzarbeit, Auftragsrückgang, usw.)

Daher ist es durchaus möglich, dass es mehrere Kandidaten gibt, die von ihrem Profil gut auf eine Stelle passen.
Sollte dies der Fall sein, kann (!!!) das Wunschgehalt ausschlaggebend sein.

Weiterhin besteht die Gefahr, dass sich Bewerber, die Familie, Hauskredit, etc. haben und daher dringend auf einen Job angewiesen sind, sich unter Wert verkaufen bzw. sich vom neuen AG nach unten drücken lassen.
Daher den neuen AG nicht unbedingt darauf hinweisen, dass man wegen Corona arbeitlos ist und dringend einen Job braucht (--> siehe dazu meinen Link in Post 2!)

Aber wir wollen jetzt nicht alles schwarz malen und drücken @Maxat87 die Daumen, dass das mit dem neuen Job klappt.
 
Hallo Piet,


Zumal der Arbeitgeber WERBUNG weiß; dass der ein oder andere auf den Job angewiesen ist und vielleicht die ein oder andere Kröte notgedrungen schluckt

Auch da wäre ich vorsichtig, denn die meisten AG haben einen entsprechenden Weitblick..... Was nützt es mir, wenn ich jemanden unter Marktwert einstelle, weil der unter Druck steht und im Moment nach jedem Strohhalm greift und dieser dann in 2-3 Jahren aus ungekündigter Stellung sich in Ruhe was besser bezahltes sucht ??

Auch schon erlebt, dass ich eigentlich bereit gewesen wäre auf etwas Gehalt zu verzichten, da das Vertriebsgebiet kleiner gewesen wäre als mein damaliges, der AG aber mich nicht genommen hat mit der Begründung, dass er befürchtet, ich könne bei nächster Gelegenheit bei einem besseren Angebot wieder weg sein. (wo er vermutlich auch Recht hatte)

Grundsätzlich geht es doch um die eigene Motivation. Wechsle ich, weil ich mehr Geld verdienen möchte, dann nutzt es nichts, ein geringeres Gehalt anzugeben, nur um keine Absage zu bekommen.
 
@immie

Es gibt aber auch genug Firmen, die genau anders herum ihr Glück versuchen.
Frei nach dem Motto: Wir nehmen erstmal den "Günstigsten" und schauen mal, ob er es hinbekommt. Wenn ja, alles richtig gemacht, wenn nein, endet mit der Probezeit das Arbeitsverhältnis und das Spiel geht von vorn los.

Zumal:
Was heißt den jemanden unter Wert einzustellen?
Als AG sollte ich natürlich wissen, wieviel ich für die ausgeschriebene Stelle ausgeben möchte und was der aktuelle Marktwert dieser Position im Allgemeinen ist.
Wenn der Bewerber in seiner Bewerbung einen niedrigeren Gehaltswunsch angibt, als für die Stelle vom AG eingeplant, wird der AG im Gespräch ja kaum ein (viel) höheres Gehalt anbieten.

Weiterhin ist natürlich die Frage, warum verkauft sich der Bewerber unter Wert?
Weiß er einfach nicht, was er bzw. seine Arbeit Wert ist?
Braucht er dringend einen Job und verkauft sich daher unter Wert?
Pflegt er einen einfachen & bescheidenen Lebensstil und benötigt einfach nicht mehr Geld?
Verdient der Ehepartner mehr als genug und die Arbeit ist für den Bewerber eher Hobby, weil ihm sonst Daheim die Decke auf den Kopf fällt?



Die Gefahr, dass sich jemand - aus welchen Gründen auch immer - etwas Anderes sucht, ist immer da und hängt nicht immer mit dem Gehalt zusammen.



Gerade in diesem konkrten Fall geht es ja genau nicht darum, aus einer ungekündigten Stellung heraus auf einen neuen Job mit höheren Gehalt zu pokern.
 

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