Ablauf DAA-Technikerkurs

Guten Tag zusammen,
bestimmt gibt es schon viele Themen dazu, ich konnte allerdings nur sehr veraltete Themen finden.
Zu mir: Ich bin 25 Jahre jung, wurde im Oktober letzten Jahres Arbeitslos durch eine Produktionsschließung und habe mittlerweile wieder neue Arbeit. ( Industriemechaniker)
Ich war länger am überlegen was ich tun soll. Vollzeit-Techniker, Industrietechniker bei der IHK? Mit dem Meister kann ich mich irgendwie nicht so ganz auseinandersetzen. Macht einfach jeder & man bekommt auch schwer Arbeitsstellen.
Jetzt bekam ich ein Jobangebot welches ich erstmal annahm. Ich pendel jetzt etwa 75km eine Tour. Bedeutet es bleibt derzeit gar nicht genug Zeit um z.b. Abendschule zu machen.
Ich muss auch ehrlich zugeben dass ich etwas Angst vor der Techniker-Ausbildung habe. Ich war nie der große Schulgänger.
Kann mir vielleicht jemand Eindrücke mitteilen, der derzeit über die DAA den Kurs Maschinenbau belegt?
Gibt es jeden Samstag Präsenzunterricht? Wie viel Zeit muss man in der Woche einplanen ca.? Wie genau sehen die Prüfungen aus, gibt es hier auch praktische Prüfungen?
Zeitlich bin ich derzeit halt von 5.30-17:30 eingebunden für die Arbeit, durch das lange pendeln. Soll keine Dauerlösung werden, aber erstmal Probezeit etc. Vielleicht möchte ich irgendwann auch woanders hin.
Oder ist die bessere variante doch auf Vollzeit zu gehen? Hat mich zuletzt abgeschreckt: Aufstiegsbafög ist Vermögensabhängig. Durch die Abfindung müsste ich mich selbst finanzieren. ( inkl. Umzug etc. ).
 
Es gibt nur in den ersten 3 Semestern Samstagspräsenz. Dieser ist aber, wenn du kein BAföG beziehst, freiwillig.
Wieviel du wöchentlich lernen musst, hängt von jedem selbst ab. Wie gut ist deine Vorbildung? Wie schnell begreifst du neue Themen? Was ist dein persönlicher Anspruch an die Weiterbildung? Wenn du mit „4 gewinnt“ ran gehst, dann musst du sicher weniger machen als für einem soliden 2.0er Schnitt.
Prüfungen gibt es für jedes Fach nur eine und diese wird schriftlich abgelegt. Details dazu findest du auf der Website des DAA und im Studienhandbuch.
Aufstiegsbafög bekommt jeder, egal wie die Vermögensverhältnisse sind.
 
Danke für eure Antworten.
Ich komme mit einem erweiterten Realschulabschluss von der Realschule. Habe dann eine 3,5jährige Ausbildung zum Industriemechaniker gemacht, Fachrichtung Maschinen- und Anlagenbau. Ich arbeite seitdem in der Produktion Maschinenbau. Auch inkl. weltweiter Montagen. Habe ich bislang auch gerne gemacht.
Um an die Zukunft zu denken mache ich mir eben diese Gedanken. An der Technikerfortbildung stört mich eigentlich am meisten die lange Zeit. Auf Personalführung alias Meister habe ich persönlich nicht so die Lust. Ich stelle mir eher vor, wenn ich mal ins Büro gehen würde, in Richtung Projektleitung o.ä zu gehen.
Studium kommt vermutlich nicht in Frage!

Sind in den ersten 3 Semestern jeder Samstag als Präsenzunterricht eingeplant? Oder läuft dies eher 1x im Monat?
Welche Art der Fortbildung ist eurer Meinung nach denn überhaupt die Beste?
 
Zum Samstagsunterricht kann man grob(!) festhalten, dass dieser im ersten Semester 2-3x pro Monat stattfindet. Im zweiten Semester 1-2x pro Monat und im dritten Semester dann ca. 1x pro Monat (so als gaaaanz grobe Richtwerte). Danach (ab zweiter Hälfte drittes Semester) geht es dann in die Seminarwochen über, in denen 2x pro Semester je von Mittwoch bis Samstag ein Seminar (entweder am Studienort, oder wegen Corona eben virtuell) stattfindet.
 
Also aus meiner Klasse bin ich mit einer der Jüngsten und habe vom Stresslevel sowohl privat als auch beruflich noch relativ wenig um die Ohren
( 7-17 Uhr 5-Tage Arbeitswoche und Mitglied im Verein)
Meine Mitschüler sind schon teilweise Jahrzente im Beruf, haben bereits Kinder, müssen auch Pendeln und bauen teilweise ein Haus und machen dann noch den Techniker beim DAA. Somit eine enorme Stressbelastung. Aber die kommen auch alle durch und schaffen es strukturiert durchzukommen.

Ich denke auch, dass es auf deine Motivation ankommt und wie viel Zeit du bereit bist in die Fortbildung zu investieren.
Du wirst halt beim DAA nicht in den Allerwertesten getreten und kriegst zu hören, dass du etwas tun musst.
Sondern du bist dein alleiniger Lehrer. Im 1-3. Semester wirst du durch die Präsensveranstaltung noch ein wenig an die Hand genommen, aber danach musst du selber deine Prüfungen organisieren, die Seminare ein wenig vorbereiten und halt deinen eigenen Lernplan aufstellen.
Demnach ähnelt der Techniker beim DAA schon ein wenig an ein Studium, wo Selbstständigkeit an 1. Stelle steht.

Wenn du nicht so der Lerner bist, würde ich dir auf jeden Fall empfehlen die Präsenzveranstaltungen zu besuchen, gerade weil auch andere Mitschüler dort sind mit denen du dich auch zusammenschließen kannst zum Lernen und allgemein zum Austauschen.
Und man muss dazu sagen, dass 2-3 Mal höchstens im Monat einen Samstagvormittag/ -mittag an Zeit zu investieren, nichts ist im Gegensatz zu 3-Mal die Woche Abendschule und danach noch Lernen.

Also das Konzept vom DAA berufbegleitend ein Techniker zu absolvieren, finde ich sehr gut gelungen und ich persönlich komme das sehr gut mit klar und gehe da auch voll drin auf sich selber zu organisieren. Natürlich gibt es an jeder Schule und Lehrgang etwas zu meckern, aber im Großen und Ganzen ist es echt gut machbar mit dem DAA.

hast du bereits Infomaterial vom DAA angefordert ? Wenn nicht, würde ich dir das als erstes Mal empfehlen anzufordern und dich ansonsten auch mal vom mit der Studienberatung zu unterhalten. Die kann dir auch schon mal einige Ängste nehmen.

Gruß: Frozenjoghurt96
 
Wenn du in deiner Arbeitspause den Lernstoff anschaust und ggf. ne halbe bis Stunde zu Hause sollte das gut ausreichen. Ich habe 2 Kinder gehe Vollzeit arbeiten bis 17.00 Uhr und habe den Techniker mit einem guten zweier Schnitt beim DAA beendet. Wie RoH beschreibt war es bei mir 1tes bis mitte 3tes Semester auch alle zwei Wochenenden ca. Samstagunterricht Mathe, Deutsch,Englisch, Physik.
 
ach ja was ich vergessen habe: Besuche den Präsensunterricht und suche dir evtl. Mitschüler in deiner nähe. Ich war damals mit 5 weiteren Studiumskollegen in einer WG (bei Präsensterminen) und wir haben uns so gut es geht gegenseitig unterstützt. Somit fällt das lernen zusätzlich leichter und man fühlt sich nicht so alleine mit dem ganzen Stoff.:) An sich kann ich dir sagen war es eine richtig coole Zeit die ich nicht missen möchte. Habe viele nette Leute kennen gelernt mit denen ich heute noch in Kontakt stehe. Ich war übrigens in Würzburg und habe dort meine Präsenstermine wahrgenommen. Richtig nette Studentenstadt mit vielen Bars;)
 
Danke für eure Antworten! Das klingt erstmal sehr positiv.
Infomaterial habe ich bereits letzte Woche angefordert.
Man muss es sich für mich so vorstellen: ich Fahre 75 Minuten eine Tour derzeit zur Arbeit und dann würde zusätzlich am Wochenende die Tour 90 Minuten+ nach Hamburg dazukommen. Für mich klingt dies im ersten Gedanken sehr stressig.
Aber DAA scheint einem hier schon noch relativ viel Freiheiten zu lassen.

Da ich noch relativ jung bin und derzeit erst neue Arbeit gefunden habe werde ich wohl noch etwas warten um mich nicht zu überfordern.

Wie sieht’s bei euch aus, wenn ihr zu Hause etwas nicht versteht? Ich tat mich z.b in der Berufsschule immer schwer bei Werkstoffkunde.
 
Wie sieht’s bei euch aus, wenn ihr zu Hause etwas nicht versteht? Ich tat mich z.b in der Berufsschule immer schwer bei Werkstoffkunde.

Naja, es hindert ja niemand daran sich andere Wissensquellen zu suchen wenn man die Scripte nicht versteht. Das ist ja auch der große Vorteil von einem Fernstudium dass man sich selber organisieren kann wie man am Besten Lernen kann. Es gibt ja mittlerweile zig Möglichkeiten wie Youtube Kanäle, Foren, Internetseiten oder eben ganz klassisch mal ein Fachbuch zur Hand nehmen.
 
Wie sieht’s bei euch aus, wenn ihr zu Hause etwas nicht versteht? Ich tat mich z.b in der Berufsschule immer schwer bei Werkstoffkunde.

Entweder den Samstagsunterricht nutzen, oder in den höheren Semestern die Seminarwochen. Dafür sind die Dozenten dort.

Meistens gibt es dann eh eine Grüppchen-Bildung, sodass man sich selbst noch in Whatsapp-Gruppen, etc. organisiert und entsprechend abstimmt. Für die staatliche Prüfung hatten wir uns auch wegen Fahrgemeinschaft und Hotel abgesprochen - dann wird es ja meist auch günstiger. Genauso unterstützt man sich so beim Lernen, Verstehen und Motivieren. Jeder hat zwischendurch mal das Leistungstief und will alles einfach nur hinwerfen.

In manchen Fächern habe ich stark auf Youtube gesetzt (Mathe), in anderen hier aufs Forum oder auch einfach Google bemüht.
Es gibt ja auch diverse Nachhilfe-Seiten (manche mit gratis Content), auf welchen manche Lehrmaterialien nochmal anders oder besser (oder auch schlechter 🤣) erklärt sind.
 
Danke für eure Antworten! Das klingt erstmal sehr positiv.
Infomaterial habe ich bereits letzte Woche angefordert.
Man muss es sich für mich so vorstellen: ich Fahre 75 Minuten eine Tour derzeit zur Arbeit und dann würde zusätzlich am Wochenende die Tour 90 Minuten+ nach Hamburg dazukommen. Für mich klingt dies im ersten Gedanken sehr stressig.
Aber DAA scheint einem hier schon noch relativ viel Freiheiten zu lassen.

Da ich noch relativ jung bin und derzeit erst neue Arbeit gefunden habe werde ich wohl noch etwas warten um mich nicht zu überfordern.

Wie sieht’s bei euch aus, wenn ihr zu Hause etwas nicht versteht? Ich tat mich z.b in der Berufsschule immer schwer bei Werkstoffkunde.

Als ich angefangen habe, hatte ich auch solche Fahrzeiten. Diese habe ich mittlerweile halbiert. Während des Studiums selbst bin ich zum 2. Bzw 3. Mal Vater geworden. Es ist durchaus möglich dies durchzuziehen. Das a und o ist Selbstdisziplin und eine ordentliche Struktur zu haben.
 
Ich habe einen qualifizierten Realabschluss. und vor 8 Jahren eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin gemacht.
Zwar absolviere ich den Lehrgang für Holztechnik, trotzdem kenne aber einige die beim DAA den Maschinenbautechniker auch mit einem Hauptschulabschluss oder auch Realschulabschluss erfolgreich bestanden haben.

Das klappt schon :-)
 
Man macht sich wohl wirklich zu viel Angst.
Aber ich habe nach wie vor Respekt davor. Wie finanziert ihr die Schule?
So siehts aus! Einfach machen und dran bleiben!
Es gibt immer Durststrecken. Es gibt auch immer Leute, die in den ersten 2-3 Semestern merken, dass es nicht das ist, was sie erhofft haben. Wir haben in der Klasse auch ein paar Leute "verloren". Aber das hat man gewissermaßen in jeder Schule (auch FH, Uni, etc).
Ich selbst hab das DAA direkt nach dem Hausbau gemacht. Ein Kommilitone hat Währenddessen sein Haus umgebaut. Ein anderer hat ein Kind bekommen und wiederum ein anderer musste oft Prüfungen wegen Dienstreisen verschieben. Durchgekommen sind wir alle.

Finanziell hat mein AG etwas zugesteuert. Für die Projekt und Prüfungswoche wurde ich bezahlt freigestellt. Der Rest ging über Aufstiegs-Bafög
 
Top