440V 60Hz Motor an 230V 50Hz betreiben?

Hallo,

ich würde gerne eine alte (aber sehr feine) Tischsäge in meiner Garage betreiben die einen 440V 3-Phasen Motor hat der für 60 Hz ausgelegt ist (USA Gerät).

Das dumme ist jedoch dass unser Haus z.Z. nur einphasigen 230V/50Hz Strom hat. Ich dachte zunächst ich könnte das mit einem Frequenzumrichter machen, jedoch scheinen die meist nur bis 2.2KW ausgelegt zu sein. Die Maschine hat 5 PS (was etwa 3700 Watt entspricht wenn ich mich nicht täusche).

Gibt es noch eine andere Möglichkeit die Maschine zu betreiben, oder muss ich mir einen 400V Anschluss legen lassen?

Vielen Dank schon mal :)
 
Was ist mit einem "YASKAWA V1000 - CIMR-VCBA0018BAA" ?

Der sollte den Motor mit einphasiger Zuleitung in Dreieckschaltung betreiben können.
 
Ich dachte zunächst ich könnte das mit einem Frequenzumrichter machen, jedoch scheinen die meist nur bis 2.2KW ausgelegt zu sein. Die Maschine hat 5 PS (was etwa 3700 Watt entspricht wenn ich mich nicht täusche).
Es gibt natürlich Frequenzumrichter in nahezu jeder Leistungsklasse. Die sind dann nur entsprechend teuer. Ich würde mal bei Ebay(-Kleinanzeigen) nach einem gebrauchten suchen. Bei der Leistung würde ich etwas Reserve einplanen.

Allerdings spricht m.M.n. auch nichts dagegen den Motor an 400V, 50Hz zu betreiben. Also wenn dir ein Elektriker den Anschluss günstig legen kann, würde ich diese Option wählen. Bei Umrichtern ist oft das Problem, dass diese einen RCD Typ B erfordern und die kosten ca. 200€ aufwärts. Außerdem muss dir den auch der Elektriker installieren.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Billige Lösung für reduzierte Leistung* und 1/6 geringere Drehzahl:
Ich würde nachsehen, ob der Motor im Stern geschaltet ist und auf Dreieck umschaltbar ist
- mit über 3 kW sehr wahrscheinlich - und dann eine Steinmetzschaltung bauen.

*) Gerade bei einer Kreissäge ist das unkritisch,
weil wurscht ist, wie schnell oder wie langsam die hochläuft
und man auf Überlastung durch verringerten Vorschub reagieren kann.
 
Steinmetz geht bei über 3kW nicht mehr sinnvoll. Siege Strom und Belastbarkeit einer Schukosteckdose. Ganz abgesehen von den 210müF des Kondis bei 3kW.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Steinmetz geht bei über 3kW nicht mehr sinnvoll.
Naja, im Rahmen:
Im konkreten Fall tu´s ein sehr viel kleiner Kondensator
- und wenn der nur 33 µF hat, dann läuft das halt langsamer hoch* -
und die volle Leistung nimmt der Motor ja nur auf, wenn maximal "angedrückt" wird.
Drum hab ich ja geschrieben:
Für den professionellen Einsatz in einer Tischlerei für Akkord-Arbeit ist das eher nicht geeignet,
aber in der Bastel-Tischlerei zuhause würde ICH das einfach mal probieren,
bevor ich hunderte Euerlein ausgebe.

*) Für solche Kreissägen, Ständerbohrmaschinen usw.
d.h bei Allem, wo ein Bediener durch manuellen Vorschub Einfluss auf die benötigte Motorleistung hat,
ist die Steinmetzschaltung sehr unkritisch zu dimensionieren,
weil ein zu kleiner Kondensator ausschließlich das Anlaufmoment verringert.
Bei Lüftern oder Pumpen ist das eine ganz andere Geschichte.
 
Vielen Dank für die Antworten, es gibt ja anscheinend doch noch Hoffnung :)

Ich habe von der Tischsäge leider kein Bild des Motor-Typenschildes (Maschinen werden gerade umgezogen), aber ich weiß vom Vorbesitzer, dass die Säge auch mit 220V betrieben werden kann. Ich nehme aber an, dass damit 220V Drehstrom gemeint ist, was, soweit ich das verstehe, in US Haushalten reinkommt. Meine Frage ist, ob dies schon darauf hindeutet dass der Motor in der vorgeschlagenen Dreiecksschaltung betrieben werden kann?

Um die Sache noch etwas interessanter zu machen... ich habe noch eine zweite Maschine (eine Abrichte), die einen sehr ähnlichen Motor hat. Davon hier angehängt das Typenschild.

Meine Frage zur Steinmetzschaltung:
- Muss ich mir da nicht Sorgen machen dass die Sicherung durchgeht? Ich denke mal ein 15A Automat wird es sein.
- Ist es für den Motor in Ordnung mit 50Hz zu laufen? Es wird nahezu unmöglich sein für mich den Motor auszutauschen bei einem Schaden...!

Eine andere Lösung die ich woanders gesehen habe, allerdings sehr viel aufwändiger, wäre ein Drehstromgenerator der von einem 1-phasigen Motor betrieben wird. So könnte ich theoretisch gleich die richtige Frequenz und Voltzahl haben (oder?), und auch beide Maschinen gleichzeitig anschließen (jedoch besser nicht gleichzeitig betreiben). Jedoch ist die Frage ob der 1-phasen Motor nicht zu stark belastet werden würde?

Bin gespannt auf weitere Meinungen :)
 

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Austauschen ist sicherlich nicht so einfach, es ist ein direkt-Antrieb, wo die Hobelwelle direkt mit dem Motor verbunden ist...

Umschalten wäre also möglich, das heißt umschalten auf Dreiecks-Schaltung, richtig? Und die 50 statt 60 Hz machen dem Motor nichts?
 
Und die 50 statt 60 Hz machen dem Motor nichts?
Die machen nichts, wenn man die Spannung im gleichen Verhältnis reduziert. Ich habe mal während des Studiums in einer Motorenwickelei gearbeitet. Da hatten wir das gleiche Problem: Um einen 440V 60Hz Motor an 400V 50Hz anschließen zu können, ohne einen Totalausfall zu riskieren, muss man die Spannung um 10% reduzieren, denn diese Motoren arbeiten an der Sättigungsgrenze, die den Strom über die Maßen erhöht, wenn man mehr als die erlaubte Überspannung anlegt.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Doch:
Damit hat der Motor 1/6 weniger Drehzahl
und hält 1/6 weniger Spannung aus.
Letzteres KANN sich ausgehen - muss man probieren:
Laufen lassen und gucken, ob der Motor im Leerlauf heiß wird.
Im Zweifelsfall einfach einen Spartrafo davorschalten.
 
Ich glaube zur Sicherheit würde ich lieber einen Spartrafo davor schalten. Der würde vor die 230V Leitung geschaltet werden, ist das richtig? Wie man den richtigen Spartrafo errechnet müsste ich noch wissen, das verstehe ich nicht so ganz.

Mein Plan wäre somit wie folgt:
- Prüfen ob der Motor der Tischsäge in Dreieckschaltung geschaltet werden kann.
- An der Tischsäge eine Steinmetzschaltung mit passendem Kondensator einbauen (welche Größe ist mir noch etwas unklar)
- 230V Hausstrom an einen Spartrafo anschließen, den Ausgang dessen an die Tischsäge in Steinmetzschaltung anschließen.

Dann dürfte die Säge laufen. Zwar mit geringerer Leistung, aber der 5 PS Motor ist ja schon weit überdimensioniert, sollte kein Problem sein (ich glaube meine alte Säge hatte 3 PS, und das war immer ausreichend).

Dies wäre eine temporäre Lösung, später werde ich mir einen Drehstrom Anschluss legen lassen und die Säge neu verkabeln.

Macht das Sinn? Kann mir jemand mit den Kondensator und Spartrafo Werten helfen?
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Kann mir jemand mit den Kondensator und Spartrafo Werten helfen?
Kondensator
- und wenn der nur 33 µF hat, dann läuft das halt langsamer hoch
In so einem Fall guckt man in der Bastelkiste nach
und probiert, was man da findet!
Laufen lassen und gucken, ob der Motor im Leerlauf heiß wird.
FALLS der Spartrafo nötig wäre, dann sollte der für 3 kW ca. 15A und -30...40V können.
Ich denke aber nicht, dass der wirklich notwendig ist:
(440 V + 10%) * 50 Hz / 60 Hz = 403 V sollte der Motor aushalten.
 
Was willst du mit einem 230V Spartrafo? Der Motor geht schon nicht gleich kaputt, wenn du ihn in Dreieckschaltung und Steinmetz betreibst. Den Kondi einfach so wählen das der Motorstrom im Rahmen bleibt. Kondi in der Regel 7müF je 100W. Also mindestens so um die 200müF.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Er braucht nicht soviel - der ist nur sauteuer:
Mit einem kleineren Ko ist nur das Anlaufmoment geringer,
und das wird bei einer Kreissäge im Hobbybereich egal sein.
Das Moment bei Nenndrehzahl ist auch mit einem viel kleinen Ko gegegeben.
(Pingelig ist das nur bei Motoren mit einem "Schwerlast-Anlauf" wie z.B. einem Kompressor.)
 
Ein 3,7kW Motor ist keine Hobbykreissäge. Ohne vernünftigen Ko läuft die nicht an und der Motor geht hops. Alternative wäre eine Anlaufschaltung mit Anlass.- und Betriebskondi.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Mit einem 5µF braucht man´s natürlich gar nicht probieren,
aber ein 33 µF wäre den Versuch wert und wenn´s damit zu madig beschleunigt, dann halt mal 50µ.

Die getrennten Anlass- und Betriebskondensatoren haben nicht unbedingt mit der Leistung zu tun,
sondern weil der Motor mit dem großen Anlass-Ko zwar ein gutes Anlaufmoment hat, doch bei Nenndrehzahl deutlich brummt.
Mit dem kleinen Betriebs-Ko läuft er dann im Betrieb leise und "rund", aber hat schlechte "Beschleunígung" aus dem Stand.

P.S.: Nachdem der serienmäßige Asynchronmotor (Widerstands-Hilfsphase) meiner Ständerbohrmaschine verröchelt ist,
hab ich einen DS-ASM (im Dreieck) aus dem Fundus drangebaut und die Größe des nötigen Steinmetz-Ko ausprobiert.
Letztendlich hab ich den kleinsten Ko montiert, mit dem die Bohrmaschine noch hinreichend schnell hochdreht
und ich bohr damit dennoch problemlos 25 mm-Löcher in Stahl.
(Völlig OHNE Ko hab ich´s auch probiert - bis ein bissl verspielt. Da lief das natürlich gar nicht an,
aber man konnte das über die Pinole als Anwurfmotor links- ODER rechtsrum anschubsen und trotzdem bohren.)
 
Ich bedanke mich nochmal herzlich für all die gute Antworten und Diskussionen.

Ende des Jahres werde ich die Säge in der Garage aufstellen können, und mich dann mal dran wagen. Melde mich dann nochmal, könnte dann auch ein Foto des Motor Typenschildes machen.

Wünsche noch einen schönen Tag :)
 

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