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Dieses Thema im Forum "Berufsleben und Gehalt" wurde erstellt von defender89, 13 Juni 2016.

  1. Hallo zusammen,
    ich würde gerne von euch hören wer eventuell Erfahrungen in den Bereichen Toleranzmanagement oder Arbeitsvorbereitung hat.

    Zu mir, ich beende demnächst die Techniker Schule habe auch 2 Stellen in Aussicht, zu einem ist es eine Stelle als Arbeitsvorebereiter
    Aufgaben: hauptsächlich Zeitaufnahme, Prozesse optimieren usw.
    Firma: Automobilzulieferer, 3000 Mitarbeiter Weltweit,
    Weiterbildung: REFA-Techniker wird angeboten dort zu machen

    zweite Stelle Toleranzmanagement:
    Aufagaben: Toleranzen berechnen, Dokumentation erstellen, usw
    Firma: 90Mitarbeiter, 20jähriges bestehen, Ingenierudienstleister
    Weiterbildung: interne Weiterbildungen, Aufstieg: Projektmitarbeiter > Projekttechniker > Projektmanager

    In welchen Bereich gibt es bessere Möglichkeiten Aufzusteigen bzw. ein größeres Aufgabengebiete zu haben, damit es nach einiger Zeit auch nicht langweilig wird, wichtig wäre auch in welchem Bereich man finanziell auch eher etwas steigen kann.

    Wäre cool wenn jemand mit Erfahrungen in den genannten Bereichen mir Informationen geben kann.

    gruß
     
  2. Hallo,

    grundsätzlich würde ich rein aus persönlicher Erfahrung in die kleinere Firma gehen, dort hast du zwar meist schlechtere Chancen, schnell in eine besser bezahlte Position zu rutschen, ABER dafür die Möglichkeit, den Erfolg der Firma selbst voran zu treiben. Ergo kannst du aus deiner Anstellung bei einem Mittelständler sicher mehr deiner eigenen Ideen und Vorstellungen einbringen, das hilft dir aber nur, wenn du dich voll mit deinem Job identifizierst und wirklich hart arbeiten möchtest. Falls es dir nur um ein gutes Auskommen geht und gemütlich die Zeit absitzen, dann ist das größere Unternehmen sicher die bessere Wahl.

    Zu Toleranzmanagement kann ich gar nichts sagen, Arbeitsvorbereitung ist in vielen Firmen "relativ" eintönig, da du meist eben nur das SAP/Oracle und unzählige Exceltabellen pflegst. Wenn du routinierte Prozesse und PC-Arbeit magst, sicher keine schlechte Wahl.

    Grüße
     
  3. Servus,

    da weder die Firmen noch die Jobs zu vergleichen sind ist das recht schwer zu beurteilen...
    Ich versuche es trotzdem mal.

    Firma 1: Wenn Du darauf stehst dass Du bei denen Vorgesetzten glänzen kannst aber die Leute in der Fertigung dich hassen, dann nimm den Job ;-). REFA-Leute, vor allem wenn sie mit der Stoppuhr dastehen, sind nicht sooo beliebt...
    Ich habe selber den REFA Grundkurs gemacht. Arbeiten wollte ich in dem Bereich nicht. Immer das selbe, monotone Tabellenausfüllen wäre nicht meins. OK, in der Arbeitsvorbereitung gibt es wahrscheinlich auch noch spannendere Aufgabenbereiche.
    In der Firma wird es wahrscheinlich auch eine klassische Hierarchie geben (Arbeiter-->Vorarbeiter-->Meister-->usw...). Bestenfalls ist die Firma noch in der IG-Metall. Dann sieht der Verdienst schon mal ganz gut aus.

    Firma 2: Die Aufgabenstellung hört sich bedeutend abwechslungsreicher an. Da es sich um einen Ingenieurdienstleister handelt hast Du sehr wahrscheinlich immer neue Projekte. Ich denke mal dass die Arbeit dort bedeutend abwechslungsreicher ist.
    Bei 90 Leuten hast Du wahrscheinlich auch noch die Chance direkt ins Büro vom Chef zu marschieren (finde ich persönlich wichtig). Die Hierarchie dürfte deutlich flacher sein (was allerdings auch die Aufstiegsmöglichkeiten begrenzen kann). Wenn es dort ganz gut läuft, kannst Du aber auch sehr schnell in der Führungsriege landen. Ich arbeite selbst bei einem Ingenieurdienstleister (wenn auch etwas kleiner). Wenn ich wollte, könnte ich in die Fußstapfen meines Chefs treten (will ich aber nicht). Die Abstufung von "Projektmitarbeiter > Projekttechniker > Projektmanager" lass ich mal so stehen. Das sagt alles und nichts...

    Wie Du siehst ist das alles nicht so einfach. Ich hoffe trotzdem etwas weiter geholfen zu haben.

    Gruß,
    Daniel
     
  4. Vielen Dank schon einmal für die Antworten!

    Ja die Entscheidung ist schon sehr schwer, deswegen wollte ich mir mal von anderen Leuten Meinungen ran holen. Erst Recht, wenn man vorher nicht in dem Bereich gearbeitet hat!

    Wie schaut es denn aus mit dem REFA-Techniker, ist diese Weiterbildung gut?
    Kann man später damit dann auch was anderes machen, oder mache ich dadurch nur noch Zeitaufnahmen usw. Oder ist es dann wirklich ein Sprung nach oben?

    Im Gegensatz zum Toleranzmanagement, dort kann ich mir vorstellen auch evtl dann noch in der Konstruktion tätig zu sein oder ähnliches.
     
  5. Servus,
    dazu kann ich nix sagen da ich nur den Grundschein gemacht habe.
    auf jeden Fall geht auch noch anderes. REFA besteht nicht nur aus Zeitaufnahme sondern z.B. auch aus Ergonomie, also Arbeitsplatzgestaltung. Keine Ahnung was man mit dem "REFA-Techniker" noch so alles machen kann/darf.
    nicht kann, sondern muss! In dem Job musst Du direkt in der Konstruktion mitarbeiten. Normalerweise denkt ein Konstrukteur bei der Toleranzvergabe mit, es sei denn der Konstrukteur macht nur 3D und die Zeichnungen machen Zeichner... Dann ist es dein Job dem Zeichner die Toleranzen zu geben.
    So zumindest stelle ich mir das nach der Stellenbeschreibung vor. Wobei ich mich frage für was ich einen "Toleranzberechner" brauche wenn ich doch schon einen fähigen Konstrukteur habe... Ich mache 3D, 2D, Toleranzrechnungen und Dokumetation in Personalunion...
    Sehr speziell wird es allerdings bei Form- und Lagetoleranzen... Da kann man einen Spezialisten brauchen!

    Vielleicht kann noch jemand anderes dazu beitragen.

    Gruß,
    Daniel
     
  6. Da die Stelle des Toleranzmanagements bei einem Ingenieurdinstleister ist, bekommt man dort von einem Kunden die Zeichnungen/CAD-Modelle mit den zu berechneten Toleranzen. Dann wird vom Kunden gesagt welche Toleranzen berechnet werden sollen und die Art (radial, axial, Spaltmaße usw). Anhand dieser Zeichnungen/CAD-Modelle werden dann mit z.B. 3DCS die Toleranzen errechnet für 10000 Teile, daraus ergibt sich dann ein Histogramm und anhand dieses wird dann dem Kunden mitgeteilt welche Tolereranzen gefertigt werden müssen. Und welches Bauteil den größten Einfluss auf die Toleranzen hat, bei einer sogenannten Toleranzkette.

    Beispiel: Spaltmaße für Tür berechnen
    Toleranzkette = Türscharnier an A-Säule > Halterung für Scharnier an Tür > die Tür selbst > Schloss an der Tür > Schlosshalterung an der B-Säule

    Also es ist etwas schwer zu erklären aber man weiß schon vor der eigentlichen Produktion, welche Toleranzen benutzt werden müssen um am Ende wenig Ausschuss zu produzieren und das die entsprechende Funktion gegeben ist bei diesem Bauteil.

    Wenn evenuell hier jemand Erfahrungen in diesem Bereich hat wäre es schön wenn er es vielleicht genauer erklären könnte.
     
  7. Genauso ist das.
    Wenn dann nach der Analyse rauskommt das nicht Prozessicher hergestellt werden kann, kann man anhand der größten Beitragsleister gucken, wo man die Toleranzen einschrenken muss, um den größten Effekt auf die Gesammtkette zu haben.

    Würde warscheinlich eher die Stelle im Toleranzmanagement nehmen. Finde ich persönlich weitaus spannender als Zeiten aufzunehmen und zu optimieren. Denke das das Toleranzmanagement da etwas spannender aber auch schwieriger ist, da man sehr viele Dinge beachten muss (je nachdem wie groß das Konstrukt ist)
     
  8. Vielen Dank für deine Antwort.

    Ja der Bereich ist auf jeden Fall schon spannend aber auch etwas schwieriger da rein zu finden.

    Vielleicht gibt es ja noch jemanden der Erfahrungen in dem Bereich des Toleranzmanagements hat oder in der Arbeitsvorbereitung dort dann auch etwas über den REFA-Techniker (12 weitere Seminare nach dem Grundschein) sagen kann.
     
  9. Hm, wenn ich REFA-Techniker höre, habe ich sofort ein "Feindbild" aus meinen ersten Monaten nach der Ausbildung im Kopf:
     
  10. ...nämlich den fiesen Zeitnehmer, der an Vorgabezeiten knappst und für noch mehr Hektik sorgt - die Jungs sind in der Belegschaft beliebt wie Fußpilz. Mir persönlich ginge der eigene Seelenfrieden über manches Andere. Interessant wird die Sache vielleicht dann, wenn man "mehr Abstand" zu den Mitarbeitern in anderer Positon innehat.
    Die zweite Stelle klingt interessant durch die aufgezeigte Entwicklungsmöglichkeit in einem mittelständischen Unternehmen. Für mich wäre die Entscheidung einfach :)
     

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