100% Blindleistungskompensation vermeiden?

Hallo Leute,

könnt ihr mir sagen warum man eine 100% Kompensation von Blindleistung vermeiden sollte?

Ich finde massig an Artikeln die mir sagen warum eine Kompensation gut ist und wozu aber nicht das meine eine 100%ige Kompensation vermeiden sollte.

Vielen Danke im vorraus!

Grüße Micha
 
Hallo,
ein Grund sind die Kosten für eine evtl. fällige Kondensatoren und der andere ist das man
dann auch schnell mal überkompensiert und dann statt induktiver Blindleistung halt für
kapazitive Blindleistung zahlt.
 
Such vielleicht mal nach Selbsterregung von Asynchronmotoren bei 100% Kompensation.
Des Weiteren sind die Lasten vom Betriebszustand abhängig. (1 Motor oder 3 Motoren)...
 
Hier meine Antwort, vllt hilft es ja auch noch jemand anderes.. :cat:

Die Blindleistungskompensationsanlage besteht aus fest eingebauten oder automatisch zugeschalteten Kondensatoren (aktive Blindleistungsfilter), die einen kapazitiven Blindstrom aufnehmen, der dem üblicherweise induktiven Blindstrom der Verbraucher entgegengesetzt gerichtet ist und ihn um ca. 95 % aufhebt.

Würde man die induktive Blindleistung vollständig kompensieren, würden sich die kapazitiven und induktiven Widerstände aufheben und ihre Wirkung verlieren, mit dem Problem, dass sich die Kompensation durch Schwankungen dann auch leicht Richtung kapazitiver Überkompensation bewegen kann.

D.h. durch Kompensation gebildete kapazitive/induktive Blindleistung ist größer als die vorliegende induktive/kapazitive Blindleistung.

Kapazitive Blindleistung ist im größeren Rahmen mit Überspannungen und regeltechnischen Schwierigkeiten verbunden, weshalb sie vermieden wird.

Um eine Überkompensation zu vermeiden, wird die induktive Blindleistung im Allgemeinen
nicht vollkommen kompensiert, sondern es wird cos fi = 0,9 ... 0,95 angestrebt.
 
> Kapazitive Blindleistung ist im größeren Rahmen mit Überspannungen und regeltechnischen Schwierigkeiten verbunden, weshalb sie vermieden wird.

Besonders diese Argumente finde ich sehr überzeugend.
Danke für deine Erklärungen.
 

derschwarzepeter

Mitarbeiter
Die Blindleistungskompensationsanlage besteht aus fest eingebauten oder automatisch zugeschalteten Kondensatoren, über die Erregung gesteuerte Synchronmaschinen oder aktive Blindleistungsfilter (Halbleiterschaltungen), die einen kapazitiven Blindstrom aufnehmen, der ja dem induktiven Blindstrom der Verbraucher entgegengesetzt gerichtet ist und ihn mehr oder weniger aufhebt.

Würde man die induktive Blindleistung vollständig kompensieren, würden sich die kapazitiven und induktiven Blindströme aufheben (und nichts: Wenn sich etwas aufhebt passiert eben genau das.), mit dem Problem, dass sich die Kompensation durch Schwankungen dann auch leicht Richtung kapazitiver Überkompensation bewegen kann.
 
Die Blindleistungskompensationsanlage besteht aus fest eingebauten oder automatisch zugeschalteten Kondensatoren (aktive Blindleistungsfilter), die einen kapazitiven Blindstrom aufnehmen, der dem üblicherweise induktiven Blindstrom der Verbraucher entgegengesetzt gerichtet ist und ihn um ca. 95 % aufhebt.
Nicht ganz vollständig bezüglich moderner Kompensationsanlagen.
Unterschieden wird zwischen Verschiebungs-, Verzerrungs-, Modulations- und Unsymmetrie-Blindleistung.
Dynamische Kompensationsanlagen sind mit IGBT- Kompensatoren ausgerüstet, die der Last induktiv / kapazitiv folgen können.
 

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