Gehaltsreport: Was der Techniker im Vergleich zum Ingenieur verdient

Gehaltsreport: Was der Techniker im Vergleich zum Ingenieur verdientZwei aktuelle Gehaltsreports beweisen, dass sich ein höherer Abschluss lohnt: Die Gehaltsstudie der Management-Beratungsfirma Kienbaum untersuchte die Unterschiede in technischen Berufen. Auch der jährliche Gehaltsreport der Jobsuche StepStone (PDF) liefert ähnliche Ergebnisse.

Lohnt sich überhaupt noch ein Abschluss als staatl. gepr. Techniker, wenn für einen Bachelor unter Umständen gar kein Abitur mehr benötigt wird? Einige wenige Meinungen im Techniker-Forum könnten nicht unterschiedlicher sein: Immer wieder gibt es Stimmen, die entweder den Techniker oder den (technischen) Bachelor für überflüssig erklärt. Ein Ingenieur würde ja so viel mehr verdienen. Bzw. ein Techniker würde ja schon Ingenieursstellen besetzen und mindestens(!) dasselbe verdienen, aber man komme ja viel einfacher/schneller zum Abschluss.

Beides stimmt natürlich so pauschal nicht. Der Ingenieur, egal ob nun Bachelor oder Master, ist noch immer eine weitergehende Qualifikation, die auch mehr Karrierechancen eröffnet als der Techniker. Dennoch kann sich das Gehalt des Technikers durchaus sehen lassen im Vergleich mit dem Ingenieur. Und verglichen mit nichttechnischen Berufen liegt ein Techniker bei den Gutverdienern.

Studie: 10.000 Euro mehr im Jahr mit Techniker

Laut Kienbaum verdient ein spezialisierter Techniker (oder Meister) also durchschnittlich 10.000 Euro mehr als jemand ohne Weiterbildung. Die Weiterbildungskosten des staatl. gepr. Technikers liegen selbst in der teuersten Variante, dem Fernstudium, knapp unter 10.000 Euro. Daher kann gesagt werden, dass sich die Weiterbildung nach spätestens einem Jahr schon amortisiert hat.

Außerdem: Studieren und Promovieren lohnt sich. Der Gehaltssprung ist dann nochmal höher. Nochmal mehr gibt es dann in einer Führungsposition.

Gehaltsreport: Gesamtvergütung nach Ausbildung

Das Durchschnittsgehalt in technischen Berufen beziffert die StepStone-Studie zwar auf “nur” 57.610 Euro. Jedoch ist diese Zahl kaum aussagekräftig, da hier nicht nach Regionen, Qualifikationen oder Berufserfahrung unterschieden wird. Der Report unterscheidet zwischen schulischen und akademischen Abschluss und Branche: Hier liegen die Akademiker immer um die 10.000 Euro vor den Schulabsolventen.

Gehälter nach Region: Im Süden gibt’s mehr für die gleiche Arbeit

Interessant sind auch die regionalen Unterschiede der Gehälter. Die unterscheiden sich nicht nur drastisch zwischen Ost und West, wie man vermuten möchte: Je südlicher, umso höher das durchschnittliche Bruttojahresgehalt. StepStone berichtet von über 60.000 Euro im Saarland, in Bayern und in Baden-Württemberg. Im Nordwesten werden immerhin noch circa 55.000 Euro gemessen. Weit abgeschlagen liegt der Südosten: In Sachsen und in Thüringen wird in technischen Berufen durchschnittlich nur knapp 44.000 Euro verdient. Also gut 20 bis 30 Prozent weniger als in den Top-Bundesländern.

Gehaltsreport: Gehaltsunterschiede technischer Fachkräfte in Prozent

Die Kienbaum-Studie unterscheidet nicht nach Bundesländern, sondern nach Städten. Die Ergebnisse sind jedoch gleich: In großen westdeutschen Metropolen sind die Gehälter bis zu 18 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Ostdeutsche Städte wie Dresden oder Leipzig liegen sogar bis zu 24 Prozent unter dem Durchschnitt. Auch Berlin ist mit einem Minus von 19 Prozent deutlich abgeschlagen.

2 Kommentare:

Loopie am 14.11.2016 um 07:11 Uhr
Gehalt hin oder her, in erster Linie kommt es doch auf die Tätigkeit an die man ausübt an.

Ein Professor der an einer Drehbank steht bekommt er auch nur das Geld des Drehers, und wenn der Dreher die Tätigkeiten eines Professors ausübt dann sollte dieser darauf achten auch als Professor bezahlt zu werden, ansonsten zieht er natürlich den Schnitt des Professorengehalts nach unten.

Ich sehe das so das Techniker sehr oft als "günstige" alternative für einen Ingenieur/Bachelor/Master ... gesehen werden.
Rynem am 15.11.2016 um 07:11 Uhr
Die Leuten sollten aufhören den Bildungsgrad nach Gehalt zu streben sondern viel mehr nach der Tätigkeit.
Meines Erachtens nach gibt es sowieso viel zu viele die direkt nach dem Abitur ins Studium übergehen. Meiner Meinung nach sollte jeder angehende Student entweder ein Duales Studium oder eine Ausbildung in dieser Fachrichtung absolvieren.

Ich kenne so einige Ingenieure die noch nie eine Abisolierzange in der Hand gehalten haben. Das ist meist vielleicht für den Posten die die Ingenieure besetzen nicht mehr relevant. Aber diese Erfahrung sollte jeder machen um ein gewisses Verständnis zu entwickeln. Dann würden die Jungs auch besser mit jenen zusammen Arbeiten, die die Anlagen auch aufstellen.

Grüße
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