Begabtenförderung für die Techniker-Weiterbildung

Besonders qualifizierte Absolventen einer Berufsausbildung können im Rahmen der Begabtenförderung verschiedene Hilfen zur beruflichen Weiterbildung erhalten. Es lohnt sich also, schon in der Ausbildung auf gute Noten zu achten, damit der Techniker hinterher entspannter finanziert werden kann.

Die Begabtenförderung ist eine Finanzspritze von vielen, die die öffentliche Hand dem Technikerschüler bietet. Die interessanteste für Techniker, weil auch üppigste, ist das Meister-BAföG. Das hier vorgestellte Weiterbildungsstipendium, auch Begabtenförderung genannt, ist ein Vollzuschuss – es muss also nichts zurückgezahlt werden, wie etwa beim BAföG. Dafür fällt die Förderung nicht so hoch aus. Es kommt auf die Weiterbildungsform und die persönliche Lebenssituation an, für wen sich welche Förderung am ehesten eignet.

Was ist die Begabtenförderung?

Die Begabtenförderung im technischen Bereich umfasst u. a. auch die Weiterbildung zum staatl. gepr. Techniker. Lehrgänge sind teuer und meist fehlt es den Interessenten nicht an Motivation, aber an den finanziellen Möglichkeiten.

Um vielversprechenden Talenten also eine entsprechende Weiterbildung mit einem hochwertigen Abschluss zu ermöglichen, gibt es im Rahmen der Begabtenförderung einige verschiedenen Möglichkeiten der Unterstützung zur finanziellen Entlastung, die der Bewerber beantragen kann.

Gerade im technischen Bereich sind Weiterbildungen teuer. Zu den reinen Kosten für Arbeitsmittel, Kurs- und Lehrgangsgebühren und allen weiteren anfallenden Kosten kommt noch der Verdienstausfall, der während der Lehrgangszeit zwangsläufig entsteht, wenn der Techniker etwa in Teilzeit absolviert wird. Oft scheitert es dann daran, dass der Bewerber sich das alles nicht leisten kann. So entgehen unserer Wirtschaft immer mehr qualifizierte Fachkräfte und potenzielle Ausbildungsbetriebe für den Nachwuchs. Eine Investition in die Weiterbildung und berufliche Förderung ist also auch eine Investition in die künftige Wirtschaft und hier speziell in das Handwerk.

Die Begabtenförderung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und in Form von Stipendien über unterschiedliche Träger gewährt.

Voraussetzungen für die Begabtenförderung/das Weiterbildungsstipendium

Um für die Aufnahme in das Förderprogramm überhaupt in Frage zu kommen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Nur dann lohnt sich eine Antragstellung überhaupt.

Das Weiterbildungsstipendium richtet sich vor allen an besondere Talente und hochmotivierte Berufseinsteiger oder Ausbildungsabsolventen, die nach ihrer Ausbildung eine entsprechende Weiterbildung anstreben. So werden junge Menschen und aussichtsreiche Bewerber unterstützt, im Anschluss an ihre bereits abgeschlossene Berufsausbildung eine berufliche Weiterqualifizierung in Angriff zu nehmen. So sollen der qualifizierte Nachwuchs und die Zukunft des Handwerks gesichert werden.

Bewerber für eine Teilnahme an dem Förderprogramm müssen folgende Voraussetzungen erfüllen können:

  • Eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in einem nach dem BBiG (Berufsbildungsgesetz) oder der HwO (Handwerksordnung) anerkannten Ausbildungsberuf. Also eine, die auch die Techniker-Weiterbildung voraussetzt.
  • Ein Nachweis, der zum Weiterbildungsstipendium qualifiziert: Das kann u. a. eine Abschlussprüfung eines Berufes mit nicht weniger als 87 Punkten oder mindestens einer Bewertung mit „gut“ (Durchschnittsnote nicht schlechter als 1,9) sein
    • oder
    • Das Erreichen eines mindestens dritten Platzes bei einer überregionalen Berufsmeisterschaft, bzw. eines Wettbewerbes des Deutschen Handwerks.
    • oder
    • Die Berufsschule und/oder der Arbeitgeber sprechen eine besondere Empfehlung bezüglich der Weiterbildung aus und schlagen den Bewerber für das Programm vor.
  • Bei Antragstellung für das Förderprogramm darf der Bewerber das 25te Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ausnahmen sind im Rahmen des Möglichen und können eine Erweiterung des Höchstalters um bis zu 3 Jahre rechtfertigen (z. B. Wehrdienst, Wehrersatzdienst oder auch Elternzeit).
  • Zur Zeit der Antragstellung muss der Bewerber mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von über 15 Stunden eine berufliche Tätigkeit ausüben oder zumindest bei der Arbeitsagentur als arbeitsuchend registriert sein.
  • Studenten oder Schüler in Vollzeit sowie Hochschulabsolventen, die keine regelmäßige Berufstätigkeit ausüben, können nicht berücksichtigt werden

Wie muss ich mich bewerben?

Um in das Programm zur Begabtenförderung aufgenommen zu werden, müssen die Bewerber einen Antrag stellen. Für Bewerber mit Weiterbildungswunsch zum Techniker ist der Antrag über die jeweils zuständige Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer einzureichen. Diese trifft dann einen Vorentscheid und leiten ihn entsprechend weiter.
Die Bewerbung, bzw. der Antrag auf Aufnahme in das Begabtenförderprogramm muss in schriftlicher Form erfolgen. Die entsprechenden Formulare – also den Antrag auf Aufnahme in die Begabtenförderung oder den Antrag auf Förderung einer Weiterbildungsmaßnahme gibt es als Download bei der zuständigen Kammer.

Vorher ist es aber sinnvoll zu klären, ob man die Voraussetzungen für eine solche Bewerbung überhaupt erfüllt. Ist dies der Fall, wird der Antrag ausgefüllt und an die zuständige Handwerkskammer eingereicht. Zusammen mit dem Antragsformular muss folgendes vorliegen: eine Kopie des Prüfungszeugnisses bzw. des Gesellenbriefes, einer Kopie des Berufsschulzeugnisses (Abschlusszeugnis) und einer Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers (ersatzweise eine Bescheinigung der Agentur für Arbeit über die Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt – falls aktuell kein Arbeitsverhältnis besteht).

Da es dazu kommen kann, dass es mehr Bewerber als Stipendien für die beruflichen Weiterbildungsförderungen gibt, kommt ein Auswahlverfahren zur Anwendung, bei dem nach festgelegten Kriterien über die Vergabe entschieden wird. Die Bewerber erhalten dann je nach Ausgang die Zu- oder Absage durch die zuständige Kammer mitgeteilt.

Wie hoch ist die Begabtenförderung?

Förderfähig sind zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. In der Regel handelt es sich dabei um

  • Vorbereitungskurse für Prüfungen innerhalb der Aufstiegsförderung im Beruf (bspw. als Techniker, Meister, Fach- oder Betriebswirt)
  • Kurse und Maßnahmen zum Erwerb beruflicher, fachbezogener Qualifikationen
  • Kurse und Seminare zum Erwerb sozialfundierter und fachübergreifender Bildung, beispielsweise in EDV, Personalführung, Fremdsprachen, Krisenmanagement, berufsbezogener Rhetorik oder Fremdsprachen
  • Begleitende Studiengänge, die als Grundlage die Ausbildung oder Ausübung des Berufs des Bewerbers haben

Zunächst ist es wichtig, dass ein Antrag vor Beginn einer Maßnahme gestellt wird. Wird dem Antrag stattgegeben, kann der Stipendiat Zuschüsse erhalten zu den Kosten für die Maßnahme, für die Fahrtkosten, die Kosten für den Aufenthalt am Ort der Maßnahme sowie für erforderliche Arbeitsmittel.

Die Dauer eines Weiterbildungsstipendiums wird über einen Zeitraum von drei Jahren ab dem Aufnahmedatum bis zum 31. 12. des übernächsten Jahrs gewährt.

Die Stipendiaten bekommen pro Jahr bis zu 2000 Euro aus dem Programm. Insgesamt können pro Person also bis zu 6000 Euro an Fördermitteln – auch für verschiedene Weiterbildungen – beantragt werden. Die Geförderten müssen jedoch 10 Prozent der Fördersumme als Eigenanteil selbst beisteuern.

Weitere Fördermöglichkeiten

Neben dem der Begabtenförderung Weiterbildungsstipendium gibt es noch weitere Möglichkeiten der Förderung durch staatliche Stellen. Mehr Auskunft dazu im Ratgeber zur Finanzierung des Technikers.

Unter bestimmten Umständen können auch das klassische BAföG, das Meister-BAföG oder ein Bildungskredit in Frage kommen. Ob und in wie fern diese Möglichkeiten in Frage kommen, kann man auch bei einem Berater der Technikerschulen in Erfahrung bringen. Möglich ist ebenfalls auch eine individuelle Kombination aus verschiedenen Fördermaßnahmen.

Die Fachgebiete für Techniker sind genauso vielfältig wie die Fördermöglichkeiten im Rahmen der Begabtenförderung. Welche der vielen Varianten für den jeweiligen Interessenten in Frage kommt, klärt ein Interessent am besten sowohl vor Antragstellung als auch vor Lehrgangsbeginn ab. Der Antrag muss außerdem VOR Beginn der Weiterbildungsmaßnahme gestellt werden.

Überblick: Alles Wichtige zur Begabtenförderung/zum Weiterbildungsstipendium

Wer wird gefördert?

  • Alle Weiterbildungen zum staatl. gepr. Techniker, aber auch Meister oder techn. Betriebswirt.

Welche Voraussetzungen hat die Förderung?

  • Ausbildungsnote mindestens 1,9 oder
  • mind. dritter Platz einer Berufsmeisterschaft oder
  • Empfehlung durch Arbeitgeber oder Berufsschule

Wie viel wird gefördert?

  • Bis zu 2000 Euro pro Jahr, max. drei Jahre – also insgesamt 6000 Euro

Wo wird die Begabtenförderung beantragt?

  • Bei der zuständigen Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer.

Was ist noch zu beachten?

  • Begabtenförderung und BAföG schließen sich gegenseitig aus.
  • Antrag muss vor Beginn der Weiterbildung geschehen
  • Antragsteller darf max. 25 Jahre alt sein (Ausnahmen bei Wehrdienst o. ä.).

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