Hallo,
ich habe mal ein Frage, und zwar was passiert wenn von der einen zur anderen Minute der Energiebedarf in Deutschland sinkt?
Angenommen es wird gerade durchschnittlich viel Energie benötigt, bisschen Sonne und Wind ist auch da, also die regenerativen Energien speisen ins Netz und die Grundlastkraftwerke laufen ebenfalls. Nun kommt es zur Situation, dass plötzlich "wesentlich" weniger Energie benötigt wird.
Da die regenerativen bevorzugt werden müssen, fahren also die Grundlastkraftwerke runter, oder? Aber wie genau läuft das ab? Wenn die Belastung plötzlich sinkt speisen die Generatoren der Kraftwerke im selben Moment doch noch die gleiche Menge an Strom ins Netz, wo geht der hin? Theoretisch würde er sich ja durch das europäische Verbundnetz weit verbreiten können, aber es kommt doch bestimmt schon mal zur Situation wo gerade niemand den Strom gebrauchen kann, und dann?
Habe mal in einer Doku auf Das Erste gehört, das Netz würde "hoch gehen".
Kann mir jemand bitte kurz erklären, was mit dem nicht benötigtem Strom passiert?
Gruß Playfield
Das ist genau das Problem mit der regenerativen Energie, es ist Fakt das Energie(eigentl nur der Strom Energieerhaltungssatz!) in genau dem Moment wo sie verbraucht wird, erzeugt werden muß. Die Grundlast-Kraftwerke laufen immer da sie die Grundlast abdecken, dann gibt es Mittellast-Kraftwerke diese werden mittelfristig anhand von bekannten Lastkurven hoch und herunter gefahren werden. Dann gibt es noch die Spitzenlastkraftwerke die sehr Kurzfristig Starten bzw abfahren können. Dein beschriebenes Szenario gab es am 4.11.2006 Durch die abschaltung der Höchstspannungsleitung waren andere Überlastet und wurden von den Schutzorganen abgeschaltet, deswegen sind viele Verbraucher vom Netz gegangen, gleichzeitig gab es enorm viel Wind also viel Windenergie, in dem Fall steigt dann die ansonsten sehr stabile Frequenz, wir waren da kurz vor einem europäischem Blackout.
In normalen Fällen werden Puffern Pumpspeicherwerke die "Überenergie". Und da sind die Grünen wieder dagegen.
Einfach: Die Netzfrequenz steigt.
Stell dir mal ein großes Kraftwerk wie einen einfachen Generator vor. Dieser mit einer Lichtmaschine ausgestattet. Hängt eine hohe Last dran, so entsteht ein großes Magnetfeld im Generator. Der Motor muss gegenwirken, wird langsamer.
Schaltest du den Verbraucher ab, so läuft der Motor im Leerlauf, dreht hoch.
So kannst du dir das erstmal vereinfacht vorstellen. Im Grunde variiert also die Netzfrequenz. Diese ist so gut wie nie exakt 50Hz. Die Toleranzen sind vorgeschrieben. Nach unten darf sie weniger variieren als nach oben.
Welche Kraftwerke schaltet man jetzt ab?
Also die regenerative Energien sind schwer zu kalkulieren und zu regeln. Ein Atomkraftwerk ist schwer hoch oder runterzufahren. Gaskraftwerke lassen sich am besten regeln. Kohle auch nicht sehr zeitnah.
Du hast sicher schon einmal stehende Windkrafträder gesehen, obwohl der Wind ordentlich pustet. Das kann gewollt sein. Die Dinger kann man schnell abschalten. Braucht man den Strom den sie produzieren dringend, so läuft man Gefahr einer Unterversorgung, würde der Wind plötzlich einschalfen. Dann lieber abschalten und Gaskraftwerke zuschalten (vielleicht auch ein Speicherkraftwerk)
Das ganze ist sehr komplex. In Deutschland funktioniert es aber ganz gut. Wenn ich da an andere Länder denke....
Hoffe das reicht dir vorerst.
Hallo,
vielen Dank, ich habe mich auch nun endlich schlau machen können. Der Bergriff "Regelleistung" hat mir gefehlt, aber nun ist mir einiges klarer geworden
Wenn man sich keine Gedanken drüber macht, hat man ja wirklich gar keine Ahnung wie aufwändig das alles ist, aber äußerst interessant!
Gruß Playfield
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