Hier nochmal die Aufgabe, mit Kommentaren und Co. Die Ergebnisse sind fett und unterstrichen dargestellt, die Kommentare in kursiv.
Aufgabe 1:
Aufgabenstellung:
Ein fremderregter Gleichstrommotor arbeitet im Nennbetrieb mit folgenden Daten:
UN = 210 V
IN = 9 A
PN = 1,8 kW
nN = 3000 min-1
Lagerverluste und Bürstenspannungen sind vernachlässigbar.
Das Erregerfeld des Motors ist konstant ФN.
a) Bestimmen Sie den Wirkungsgrad im Nennbetrieb.
b) Welches Nenn-Drehmoment tritt bei der Nenndrehzahl auf?
c) Mittels eines Vorwiderstands soll der Einschaltstrom begrenzt werden. Wie groß ist der Vorwiderstand zu wählen, damit der Einschaltstrom 1,5* IN nicht übersteigt?
d) Wie hoch sind die Leerlaufdrehzahl und die dabei induzierte Spannung Ui?
e) Der Motor wird aus der Nenndrehzahl mittels Nutzbremsung abgebremst. Dazu wird eine Klemmspannung von 100V eingestellt. Wie groß sind der anfängliche Bremsstrom und das Bremsmoment?
Lösungsansatz 1:
a) η = Pab/PaufMotor: Pauf = Pelektrisch = UN ∙ IN
Pab = Pmechanisch = PN
Aus den oben gegebenen Formeln für den Wirkungsgrad folgt:
→ η = PN / UN ∙ IN = 1800W / (210V ∙ 9A) = 0,95 = 95%
η = 95%
b) P = M ∙ 2 ∙ π ∙ n / 60Die Formel wird nach dem Moment umgestellt und die Nenndaten werden eingesetzt.
MN = PN ∙ 60 / 2 ∙ π ∙ nN = 1800W ∙ 60 / 2 ∙ π ∙ 3000 min-1 = 5,73Nm
MN = 5,73Nm
c) Pelektrisch = Pmechanisch + PVerlusteU ∙ Ia = Ui ∙ Ia + Ra ∙ Ia2
Zuerst wird der Innenwiderstand (Ankerwiderstand) der Maschine aus den Nenndaten berechnet:
PVerluste = Ra ∙ Ia² → Ra = (Pelektrisch - Pmechanisch) / Ia²
→ Ra = ((UN ∙ IN) – Pmechanisch) / IN² = ((210V ∙ 9A) – 1800W)/ (9A)² = 1,11Ω
Ra = 1,11ΩAnschließend wird der neue Strom berechnet, für den laut Aufgabenstellung gelten soll Ie ≤ 1,5 ∙ IN:
Ie ≤ 1,5 ∙ IN = 1,5 ∙ 9A = 13,5A
Ie= 13,5AZuletzt wird dann der benötigte Vorwiderstand aus dem Gesamtwiderstand abzüglich des Innenwiderstandes berechnet:
RG = Ra + RV
→ RV = RG - Ra = (UN / Ie) – Ra = (210V / 13,5A) – 1,11 Ω = 14,45Ω
RV = 14,45Ω
d) n0 = UN / (k ∙ Ф)MN = Pmechanisch / 2 ∙ π ∙ nN = Ui ∙ Ia / 2 ∙ π ∙ nN = (k /2 ∙ π) Φ Ia
→ k ∙ Ф = (MN ∙ 2 ∙ π) / Ia
Als erstes wird die Leerlaufdrehzahl bestimmt:
n0 = UN / (k ∙ Ф) = UN / ((MN ∙ 2 ∙ π) / Ia) = ((UN ∙ IN) / (MN ∙ 2 ∙ π)) ∙ 60
→ n0 = (210V ∙ 9A) / (5,73Nm ∙ 2 ∙ π) ∙ 60 = 3150 min-1
n0 = 3150 min-1
Anschließend wird mit Hilfe der Leerlaufdrehzahl die induzierte Spannung errechnet:
Im Leerlauf gilt Ui = UN = 210V
Ui = k ∙ Ф ∙ n0 = ((MN ∙ 2 ∙ π) / Ia) ∙ n0 = ((MN ∙ 2 ∙ π) / IN) ∙ n0
→ Ui = ((5,73Nm ∙ 2 ∙ π) / 9A) ∙ (3150 min-1 / 60) = 210V
Ui = 210V
e) Uneu = 100V nN = 3000 min-1 = 50s-1 IBrems = ? MBrems = ?U = R ∙ I R = Ra = 1,11Ω U = UN - Uneu = 210V - 100V = 110V
Zunächst wird der Bremsstrom aus den gegebenen Daten errechnet:
IBrems = U / R = 110V / 1,11Ω = 99A
IBrems = 99A <- Dies scheint mir irgendwie doch sehr hochMN = PN ∙ 60 / 2 ∙ π ∙ nN
Mit Hilfe des errechneten Bremsstromes kann dann das Bremsmoment errechnet werden.
MBrems = ((UN - Uneu) ∙ IBrems) / (2 ∙ π ∙ nN)
→ MBrems = (110V ∙ 99A) / (2 ∙ π ∙ 50s-1) = 34,66Nm
MBrems = 34,66Nm <- Dies scheint mir irgendwie doch sehr hoch, was ja mit dem Strom zusammenhängen würde
Aufgabe 2:
Aufgabenstellung:
Ein fremderregter Gleichstrommotor arbeitet im Nennbetrieb mit folgenden Daten:
UN = 210 V
IN = 12 A
PN = 2,2 kW
nN = 3000 min-1
Lagerverluste und Bürstenspannungen sind vernachlässigbar.
Das Erregerfeld des Motors ist konstant ФN.
a) Bestimmen Sie den Wirkungsgrad im Nennbetrieb.
b) Welches Nenn-Drehmoment tritt bei der Nenndrehzahl auf?
c) Wie groß ist der Anlaufstrom?
d) Wie hoch ist das Anlaufmoment?
e) Der Motor wird aus der Nenndrehzahl mittels Widerstandsbremsung mit RBrems = 2,2W abgebremst. Wie groß ist das anfängliche Bremsmoment (bei nN)?
Lösungsansatz:
a) η = Pab/PzuMotor: Pauf = Pelektrisch = UN ∙ IN
Pab = Pmechanisch = PN
Aus den oben gegebenen Formeln für den Wirkungsgrad folgt:
→ η = PN / UN ∙ IN = 2200W / 210V ∙ 12A = 0,87 = 87%
η = 87%
b) P = M ∙ 2 ∙ π ∙ n / 60Die Formel wird nach dem Moment umgestellt und die Nenndaten werden eingesetzt.
MN = PN ∙ 60 / 2 ∙ π ∙ nN = 2200W ∙ 60 / 2 ∙ π ∙ 3000 min-1 = 7,00Nm
MN = 7,00Nm
c) PVerluste = Ra ∙ Ia² → Ra = (Pelektrisch - Pmechanisch) / Ia²Zuerst wird der Innenwiderstand (Ankerwiderstand) der Maschine aus den Nenndaten berechnet:
→ Ra = ((UN ∙ IN) – Pmechanisch) / IN² = ((210V ∙ 12A) – 2200W)/ (12A)² = 2,22Ω
Ra = 2,22Ω
Anschließend dann der Anlaufstrom mit dem berechneten Widerstand.
IAnlauf = UN / Ra = 210V / 2,22 Ω = 94,5A
IAnlauf = 94,5A <- Dies scheint mir irgendwie doch sehr hoch, aus der Praxis kenne ich, das der Anlaufstrom etwa maximal der Nennstrom mal den Faktor 5 sein kann, lasse mich aber auch hier, gerne belehren
d) MA = ((k2 ∙ Ф) / Ra) ∙ U k2 = k / 2 ∙ π→ MA = (((k / 2 ∙ π) ∙ Ф) / Ra) ∙ U = (((k ∙ Ф )/ (2 ∙ π)) / Ra) ∙ U
MN = Pmechanisch / 2 ∙ π ∙ nN = Ui ∙ Ia / 2 ∙ π ∙ nN = (k /2 ∙ π) Φ Ia
→ k ∙ Ф = (MN ∙ 2 ∙ π) / Ia
MA = ((((MN ∙ 2 ∙ π) / Ia)/ (2 ∙ π)) / Ra) ∙ U = ((MN / Ia) / Ra) ∙ U
Aus den oben gegebenen und umgestellten Formeln ergibt sich für das Anfahrmoment dann:
→ MA = ((7,00Nm / 12A) / 2,22 Ω) ∙ 210V) = 55,18Nm
MA = 55,18Nm
e) RBrems = 2,2 Ω MBrems = ? bei nN nN = 3000 min-1Ich gehe hier davon aus, das mein Prof sich mit den Watt vertippt hat und Ohm gemeint war, da die Aufgabe ja sonst, meiner Meinung nach, nicht zu berechnen wäre. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
Zuerst wird der Bremsstrom berechnet:
IBrems = UN / RBrems = 210V / 2,2 Ω = 95,5A
IBrems = 95,5AMN = PN ∙ 60 / 2 ∙ π ∙ nN
Zuletzt dann das Bremsmoment:
MBrems = (UN ∙ IBrems) ∙ 60 / (2 ∙ π ∙ nN)
→ MBrems = (210V ∙ 95,5A) ∙ 60 / (2 ∙ π ∙ 3000min-1) = 63,84Nm
MBrems = 63,84Nm
Das wären dann soweit die beiden Aufgaben, mit Kommentaren und hervorgehobenem Ergebniss.
In Hoffnung auf Hilfe.
Liebe Grüße
Lilly
Lesezeichen